Wir werden immer älter: Was das Phänomen steigender Lebenserwartung bedeutet

Wir werden immer älter: Was das Phänomen steigender Lebenserwartung bedeutet

Das langfristig angesetzte Ziel der Medizin wäre erreicht: Dank des Fortschritts von Behandlungsmöglichkeiten und passenden Therapien das Leben zu verlängern. Das ist ein im Grunde sehr schöner Fakt. Wir haben unsere Lieben heute länger um uns als das noch vor einigen Generationen der Fall war. Gleichzeitig ergibt sich daraus ein anderer Fakt: Senioren benötigen dank steigender Lebenserwartung längere Pflege. Damit werden Kosten verursacht, die heute schon unbedingt beachtet werden müssen.

Wie sieht die steigende Lebenserwartung in Zahlen aus?

Es sind eine Reihe von Fakten, die die Lebenserwartung in den letzten Jahrzehnten steigen lassen: Gute Hygiene, bessere Ernährungsweise, Wohnen mit hohem Komfort, verbesserte Sicherheitsstandards und Prävention auf verschiedenen Ebenen. All das hat dazu geführt dass dem Menschen heute mehr Lebenszeit zur Verfügung steht. Im Vergleich: Im Jahr 1871 waren es bei einem 60-jährigen Mann weniger als 13 Jahre, mit denen er rechnen konnte. Im Jahr 2060 könnten Männer durchschnittlich 26, 6 Jahre länger leben, Frauen sogar 30,1 Jahre! Diese Zahlen klingen positiv, werfen aber auch zentrale Fragen der Pflege auf. Denn bereits heute erleben wir schwierige Zeiten, die Pflegekräfte und zu Pflegende durchmachen.

Wie werden wir morgen gepflegt?

Die Gesellschaft wird älter und älter. Familien und die Regierung Deutschlands stehen großen Herausforderungen gegenüber. Während in der Vergangenheit Familien in mehreren Generationen zusammenlebten und sich gegenseitig versorgten, leben insbesondere Senioren heute allein - oft auch hunderte Kilometer von den nächsten Verwandten entfernt. Mit dem Alter verliert der Mensch jedoch auch seine Kräfte, die Pflege wird notwendig. Zahlen zeigen die Realität: Im Jahr 2009 waren es 59 Prozent der über 90-Jährigen, die pflegebedürftig waren. Das ist gut jeder Zweite. Bei den 75 bis 79-Jährigen waren es ca. zehn Prozent, doch da der Altersdurchschnitt zusehends anwächst, werfen solche Zahlen wichtige Fragen auf. Seit Beginn 2017 wurde daher das Konzept der Pflegestufen überarbeitet. Wir sprechen jetzt von Pflegegraden, die in fünf Grade unterteilt sind und das Ermitteln der Pflegebedürftigkeit optimieren sollen. Um ein Verständnis zu schaffen, erklärt Pflege.de die verschiedenen Pflegegrade und gibt Unterstützung bei der Beantragung eines Pflegegrades.

"Altes Deutschland" - Wo sind die Kinder?

Deutschland vergreist und steht im Vergleich zu anderen europäischen Ländern nicht gut da. Denn die Geburtenrate besagt sehr deutlich, dass Deutschland den Negativrekord der Geburtenrate hält. Es sind nur acht Kinder, die auf 1000 Einwohner geboren werden. Und obwohl seit rund 40 Jahren die Geburten nicht mehr ausreichen, ändert dies nichts an der steigenden Lebenserwartung und der notwendigen Pflegesituation. Gegenwärtig haben wir ca. 2,8 Millionen pflegebedürftige Menschen. Wagen wir einen Blick in das Jahr 2030, dann könnten es 3,4 Millionen sein! Das ist mehr als eine Million Senioren, die in der Zukunft ordentlich versorgt sein müssen. Daran ändert auch die Tatsache nichts, dass fast 70 Prozent von den Angehörigen zu Hause gepflegt werden.

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