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Woher kommt Seitenstechen? Läßt es sich vermeiden? Was hilft dagegen?

Viele kennen es aus der Kindheit: beim ungestümen Losrennen schmerzt plötzlich die rechte Seite - oft so sehr, daß es nicht mehr weitergeht und man stehenbleiben muß. Unwillkürlich preßt man als Kind in solchen Augenblicken die Hand auf die schmerzende Stelle. Und dies ist tatsächlich eine Möglichkeit, um den Schmerz zu lindern.

In späteren Jahren treten solche schmerzhaften und lähmenden Stiche unter dem Rippenbogen vor allem beim Laufen (Joggen), aber auch bei anderen Ausdauersportarten wie Radfahren, Schwimmen oder Squash auf. Sie gelten als typische Anfängerfehler, weil sie vermehrt dann entstehen, wenn man als Erwachsener plötzlich von null auf hundert beschleunigt – ungestüm wie ein Kind. Tatsächlich verschwinden diese Schmerzanfälle in den meisten Fällen, dann wenn der Trainingszustand sich verbessert und keine Überforderung mehr auftritt.

Das ist aber noch keine Erklärung dafür, woher Seitenstechen denn nun kommt. Eine einheitliche Theorie gibt es auch nicht. So, wie man lange nicht wußte, was Muskelkater (siehe unter M) wirklich ist, rätselt man auch beim Seitenstechen noch über die Ursachen. Aber es gibt einleuchtende Hinweise: Der Schmerz hat offenbar etwas mit der Atmung bzw. der Sauerstoffversorgung zu tun. Und letztere erfolgt bekanntlich über den Blutkreislauf. Das Blut wird beim schnellen Laufen aber vor allem von der schwer arbeitenden Muskulatur beansprucht und es könnte deshalb zu einer vorübergehenden Unterversorgung der Leber kommen. Deshalb tritt - so viele Experten – Seitenstechen auch meistens rechts auf. Man spricht von einem „Kapselschmerz“, der nach dieser Theorie in der Leberkapsel entsteht, wenn dort ein erhöhter Blutrückfluß in Richtung Muskulatur erfolgt.

Andere Annahmen: Seitenstechen könnte bedingt sein durch Minderversorgung des Darms mit Blut, vor allem des Dickdarms. Darmkrämpfe würden dann zu Seitenstechen führen. Oder: Seitenstechen entstehe durch eine verminderte Durchblutung des Zwerchfells bei schnellen Belastungen. Dagegen spricht allerdings, daß das Zwerchfell neben der Atemmuskulatur der am meisten trainierte Muskel des Körpers ist. Auch zu schwache Bauchmuskulatur, Training mit einem vollen Magen, unregelmäßige Atmung, eine falsche Körperhaltung und zu enge Kleidung, die das Atmen behindert, werden als Ursachen genannt.

Gegen Seitenstechen hilft: Tempo zurücknehmen, besonders tief atmen, die Arme hochnehmen und dabei einatmen, die Arme fallen lassen und dabei ausatmen. Stehenbleiben, die Kleidung lockern, den Oberkörper nach vorne beugen – und mit der Hand beim Atmen auf die schmerzende Stelle drücken. Was davon am ehesten wirkt, muß letztlich jeder selbst herausfinden.






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