Warum rettet der Defibrillator bei Herzinfarkt vor dem Tod?

Weil der Mensch elektrisch funktioniert. Wir haben in jeder unserer Körperzellen Hunderte bis Tausende von mikroskoposch kleinen Kraftwerken, die uns antreiben, die unsere Zellen mit Strom versorgen. Auch in jeder Herzmuskelzelle arbeiten Hunderte solcher Minikraftwerke und erzeugen Strom. Wenn das Herz plötzlich nicht mehr wie gewohnt arbeitet, wenn es „stolpert“ und stehen bleibt, kann ein stromerzeugendes Gerät mit dem Namen Defibrillator zur Rettung eingesetzt werden. Es sorgt durch einen gezielten Stromstoß dafür, dass das Herz wieder in einem geregelten Rhythmus schlägt. Dem Patienten wird dazu über zwei Elektroden ein elektrischer Schock verabreicht, wobei der Strom direkt durch das Herz fließt. Dadurch werden die Herzzellen depolarisiert, das heißt sie werden elektrisch neutralisiert. Damit sind sie für etwa 250 Millisekunden ausgeschaltet. (So ähnlich, als würde man beim Computer den Stecker ziehen, wenn er sich "aufgehängt" hat). Danach kann das Reizleitungssystem des Herzens wieder wie gewohnt die Steuerung des Herzrhythmus übernehmen. (Die Kraftwerke in unseren Zellen heißen medizinisch übrigens "Mitochondrien". Wenn sie abbauen und den Dienst versagen sind Alzheimer, Parkinson und Diabetes häufig die Folge). Mehr zu dieser elektrischen Funktion des Menschen und allen anderen unserer schier unglaublichen Funktionen in dem riesigen Zellkonglomerat unseres Körpers finden Sie in der populären Buchneuerscheinung Neben Ich. Wieviele sind wir wirklich?

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