Mitochondrien - was ist das?

Mitochondrien - was ist das?

Mitochondrien sind kleine Bestandteile unseres Organismus

Mitochondrien sind die unbekanntesten und geheimnisvollsten Bestandteile unseres Organismus. Von ihnen wissen wir fast nichts, dabei leben wir nur durch sie. Mitochondrien sind winzige eigenständige Organe innerhalb unserer ohnehin mikroskopisch kleinen Körperzellen. Die unvorstellbare Zahl von tausend bis zweitausend Mitochondrien arbeitet beispielsweise in einer einzigen Herzmuskelzelle oder in einer Hirnzelle. Dabei ist eine einzelne Zelle unseres Gehirns selbst nur etwa zehn bis 50 Mikrometer groß und damit rund 100-mal winziger als die Dicke eines Haares oder eines Blatt Papiers. Und in diesen winzigen Zellen unseres Körpers produzieren tausend und mehr Mitochondrien unaufhörlich, Tag und Nacht die Energie für den Denkapparat, für die Pumpe des Herzens, für unsere Sehzellen und für jeden Nerv.

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Unsere Körperzellen funktionieren ohne Mitochondrien nicht

Nichts, aber auch gar nichts läuft ohne die Mitochondrien in unseren Körperzellen, von denen wir je nachdem wie groß und umfangreich wir sind, 10 Billionen bis 100 Billionen besitzen. Die Zahl der Mitochondrien innerhalb der Zellen geht demnach in die Billiarden.

Mitochondrien produzieren Energie

Mitochondrien produzieren aus den Elektronen in unseren Nahrungsmolekülen und aus den Sauerstoffatomen der Atmung unaufhörlich Energie. Man nennt die Mitochondrien auch „Organellen“, also kleine Organchen. Mitochondrien sind die Kraftwerke der Zellen und erzeugen das hochenergetische Molekül Adenosintriphosphat (ATP), das in der Wissenschaft der Biochemie als die „universelle Energiewährung der Zelle“ oder die „Universalwährung des Lebens“ bezeichnet wird. Jeden Tag produzieren Billiarden Mitochondrien in uns etwa die Menge an ATP, die unserem Körpergewicht entspricht, also 70, 80 Kilo und mehr. Wenn die Mitochondrien unserer Zellen defekt sind, drohen nach neuesten Erkenntnissen Krankheiten wie Alzheimer, Krebs, Muskelschwund, Herzinsuffizienz, Diabetes und viele mehr.

Mitochondrien befinden sich in fast allen menschlichen Zellen

Mitochondrien befinden sich in allen menschlichen Körperzellen, außer denen der roten Blutkörperchen. In diesen als Erythrozyten bezeichneten roten Blutzellen, die nur gut 100 Tage alt werden, gibt es weder Zellkern noch Mitochondrien. Denn Mitochondrien sind eigentlich ehemalige Bakterien, die während der Evolution durch Symbiogenese in jene Zellen eingewandert sind, aus denen unser Körper aufgebaut ist. Zum Blut aber haben und hatten Bakterien – und auch Ex-Bakterien – niemals einen Zugang. Bakterien im Blut sind eine tödliche Gefahr für den Körper.

Mitochondrien sind weitgehend eigenständig

Tausende Mitochondrien stellen wie beschrieben den Treibstoff für alle unsere Lebensvorgänge, das ATP in einer jeden einzelnen unserer Körperzellen her. Mitochondrien sind weitgehend eigenständig. Sie verfügen über eigene Erbinformationen, also eine eigene DNA. Bei der Vererbung wird diese DNA der Mitochondrien interessanter Weise nur über die mütterliche Linie weitergegeben. Mitochondrien werden also ausschließlich von der Mutter an die nächste Generation vererbt. Diese Besonderheit der Mitochondrien macht sich die medizinische Wissenschaft neuerdings zur Ausschaltung schwerer Erbkrankheiten nutzbar. Das Verfahren ist umstritten, aber es führt zum Erfolg: Vereinfacht dargestellt „produziert“ man bei künstlichen Befruchtungen aus insgesamt drei Eltern ein gesundes Kind: Die Eizellen einer Mutter mit defekten Mitochondrien und die einer Spenderin mit gesunden Mitochondrien werden mit den Spermien eines Vaters künstlich befruchtet. Aus der befruchteten Zelle der Spenderin wird der Zellkern ausgeräumt die Mitochondrien allein bleiben. In die verbliebene Zellhülle mit den gesunden Mitochondrien werden die Zellkerne der noch nicht verschmolzenen Ei- und Samenzelle von Mutter und Vater übertragen. Dieses manipulierte, aber gesunde Erbmaterial wird dann der leiblichen Mutter eingepflanzt, die dadurch ein gesundes Kind zur Welt bringen kann.

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