Verstopfung - Ursachen, die Sie vermeiden können

Verstopfung: Ursachen können mangelnde Muskelspannung, zu wenig Trinken, Krankheiten, falsche Ernährung und andere sein.

Verstopfung kann vielfältige Ursachen haben. Unser menschlicher Verdauungstrakt ist vielerlei Einflüssen ausgesetzt und kann daher aus unterschiedlichsten Gründen Probleme bekommen.

Wir haben die häufigsten Ursachen für Verstopfung zusammengestellt:

Verstopfung Ursachen 1: Muskelspannung im Darm ist gestört

Verstopfung ist nicht gleich Verstopfung. In der Medizin wird unterschieden zwischen Verstopfungen, die auf organische Veränderungen im Verdauungstrakt zurückgehen, zum Beispiel auf Tumore oder Divertikulitis etc. (siehe oben), auf Erkrankungen an anderen Organen wie Schilddrüse, Niere und Leber, oder auf Funktionsstörungen des Darms selbst. Die Verstopfungen, von denen hier vor allem die Rede ist, betreffen letzteres, also die im Darm angesiedelten Funktionsstörungen. Denn darum geht es im täglichen Leben vor allem.

Wenn die einwandfreie Funktion des Verdauungstraktes gestört ist, geht dies meistens auf zwei Hauptgründe zurück. Zum einen auf ein Nachlassen der Spannung (Tonus) in der Darmmuskulatur. Dadurch wird der Stuhl zu langsam transportiert. Die Ärzte sprechen von einer atonischen Obstipation.

Die zweite Möglichkeit: Die Darmmuskulatur verkrampft sich zu sehr, die Spannungen sind zu stark. Man spricht dann von spastischer Obstipation. Dabei wird ebenfalls der Weitertransport des Stuhls behindert.

Die Folge ist in beiden Fällen der bereits geschilderte, besonders starke Wasserentzug, in der Folge Stuhlverhärtung, erschwerte Ausscheidung verbunden mit dem Gefühl, dass der Darm nie richtig entleert ist. Zuwenig Spannung oder zuviel Spannung: in beiden Fällen funktioniert der Stuhlgang nicht mehr richtig.

Verstopfung Ursachen 2: Zu wenig Flüssigkeit, nicht genügend getrunken

Kaum etwas anderes wirkt sich zum Beispiel so sehr auf unsere Verdauung und am auf Verstopfungaus, wie die tagtägliche Ernährung und die Bewegung im Alltag. Dies gilt jedenfalls, solange keine Krankheit hinter Verdauungsproblemen steckt, sondern es um die optimale Funktion eines weitgehend gesunden Darms geht. Hier also diejenigen Ursachen, die in unserem eigenen, unmittelbaren Verhalten ihre Ursache haben.

Alte Menschen und Kranke trinken oft zu wenig. Auch Frauen neigen dazu. Ernährungswissenschaftler geben als Minimum der täglichen Flüssigkeitsaufnahme eineinhalb bis zwei Liter an. Drei Liter wären noch besser. Wer zu wenig Durst hat, sollte einfach nach Plan trinken, alle Stunde eine Tasse (0,2 Liter). Das macht in zehn Stunden zwei Liter. Wer deutlich weniger trinkt, riskiert einen harten Stuhl, der den Transport erschwert  und damit Verstopfung.

Verstopfung Ursachen 3: Zu wenig Bewegung

Die meisten Menschen verrichten ihre Arbeit heutzutage im Sitzen. Durch die Bewegungsarmut wird die Muskulatur immer schlaffer. Das gilt auch für die des Bauches. Gerade die Bauchmuskeln  aber sind es, die bei der Stuhlentleerung eine wichtige Rolle spielen. Deshalb sollte jede mögliche Pause genutzt werden, um den träge gewordenen Körper durch Bewegung wieder zu straffen und in Schwung zu bringen. Treppensteigen, auf Zehenspitzen laufen, dabei die Hände über den Kopf gestreckt halten, Rumpfbeugen und strecken, auf dem Rücken liegend Strampelbewegungen machen, wie beim Fahrradfahren, Schwimmen, Joggen, Tennisspielen - das sind alles Möglichkeiten, um die Bauchmuskulatur zu straffen und der Verstopfung vorzubeugen.

Verstopfung: die Ursachen können vielfältig seinVerstopfung: die Ursachen können vielfältig sein

Verstopfung Ursachen 4: Stuhlgang unterdrückt

Es gibt nicht wenige Menschen, die sich davor ekeln, unterwegs eine Toilette zu benutzen oder die sich scheuen, nach einer Toilette zu fragen, weil sie sich schämen über ihren Stuhldrang zu sprechen und anderen Menschen  Umstände zu machen. Sie unterdrücken ihr Bedürfnis, bis sie wieder zu Hause sind. Manche glauben einfach keine Zeit zu haben, anderen mangelt es an Gelegenheit (Ladenkassiererinnen, Handwerker, Fernfahrer), wenn es gerade soweit wäre. Solche Stuhlverhaltungen können sehr unangenehme Folgen haben. Denn der Mastdarm wird dadurch überdehnt, er gewöhnt sich an die übermäßige Füllung und dadurch wird diese dann auf Dauer nötig, um überhaupt noch einen Stuhldrang auszulösen. Das heißt, es kommt immer seltener zur Stuhlentleerung mit all den beschriebenen Folgen (starker Flüssigkeitsentzug etc.). Verstopfung wird wahrscheinlich. Außerdem treten bei sehr langer Verweildauer des Stuhls auch eine Art Fäulnisprozesse auf, die nicht nur ausgesprochen üble Gerüche verursachen, sondern auch zu der beschriebenen Rück- oder Selbstvergiftung führen können (Autointoxikation).

Verstopfung Ursachen 5: Falsche Atmung

Auch eine zu flache Atmung kann die Verdauung beeinträchtigen und zu einer Verstopfung beitragen. Wichtig für die positive Anregung des gesamten Darmtraktes ist eine möglichst tiefe Bauchatmung. Sie bewirkt ein ständiges Heben und Senken im Bauchraum und sorgt dadurch für die ideale Bewegungstherapie und Massage der Verdauungsorgane. Bei einer flachen Brustatmung tritt dieser Effekt nicht ein, der Transport des Darminhalts wird dadurch nicht gefördert. Menschen, die enge Gürtel oder Mieder tragen, engen sich ein und behindern die wohltuende Bauchatmung. Wer zu Verstopfungen neigt, sollte in jedem Fall dafür sorgen, dass durch die Kleidung keine Behinderung von Atmung, Darmmassage und Stuhltransport erfolgen kann.

Verstopfung Ursachen 6: Abführmittel

Das betrifft besonders Frauen, die oft sehr schnell zu Abführmitteln greifen. Wer einmal damit angefangen hat, regelmäßig Abführmittel zu nehmen (auch pflanzliche), kommt davon nur noch schwer los. Die Betonung liegt aber auf regelmäßig. Denn der Dickdarm verlässt sich, wie schon beschrieben, ziemlich bald auf den Reiz des Abführmittels, um einen Stuhlgang einzuleiten. Ohne diesen Reiz funktioniert er gar nicht mehr und es kommt erst recht zur Verstopfung. Auch häufig durchgeführte Einläufe können den normalen Bewegungsablauf im Dickdarm empfindlich stören und am Ende zu einer Verstopfung führen.

Verstopfung Ursachen 7: Krankheiten

Der Vollständigkeit halber sollen diese möglichen Ursachen ebenfalls genannt werden, auch wenn ihnen durch Selbstmedikation mit natürlichen Mitteln in der Regel nicht beizukommen ist. Wer an einer der folgenden Erkrankungen leidet, sollte dennoch wissen, dass dadurch sein Verdauungssystem beeinträchtigt sein kann, eine Stuhlverstopfung also möglicherweise die Folge davon ist. Das gilt bei vielen Erkrankungen des Nervensystems, des Stoffwechsels, des Hormonhaushalts und auch bei organischen Erkrankungen im Darm. Verstopfungen treten  zum Beispiel auf im Gefolge von Multipler Sklerose, Parkinson, Schlaganfall, Rückenmarksverletzungen, Diabetes, Störungen der Schilddrüsenfunktion, Nierenversagen, der krankhaften Quellung des Bindegewebes (Sklerodermie), der tuberkulösen Hautflechte (Lupus), einer Gewebsverhärtung in Leber, Milz und Nieren (Amyloidose) und, wie schon gesagt, bei Dickdarmkrebs, Divertikulitis und bei großen Darmpolypen. Auch entzündliche Operationsnarben verursachen nicht selten chronische Verstopfungen.

Verstopfung Ursachen 8: Medikamente

Viele Arzneimittel, die wir einnehmen, verändern den Mineralstoffgehalt im Darm. Es gehen, wie bei Abführmitteln (siehe dort), vor allem Magnesium, Kalium und auch Kalzium verloren. In der Folge gerät die Verdauung durcheinander und es kommt zu Verstopfungen. Das geschieht besonders bei der Einnahme von Hustensäften und Schmerzmitteln, die Kodein enthalten. Sie legen in kurzer Zeit den Darm lahm. Auch Beruhigungsmittel und Antidepressiva wirken sich auf diese Weise aus. Manche Medikamente gegen Bluthochdruck oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen können ebenfalls zu einer Verstopfung führen. Vor allem die Mittel aus der Gruppe der Kalziumantagonisten machen den Darm träge. Medikamente gegen zuviel Magensäure, die z.B. bei Sodbrennen eingenommen werden, können ebenfalls zu Verstopfung führen. Diese sogenannten Antazida, vor allem das preiswerte und sehr wirksame Kalziumkarbonat, beeinträchtigt bei übermäßigem Gebrauch den Stuhlgang. Wer zu Verstopfung neigt, sollte lieber magnesiumhaltige Säurestopper einnehmen. Sie haben eine eher abführende Wirkung. 

Verstopfung Ursachen 9: Auf Reisen

Änderungen im Lebensrhythmus können unser Verdauungssystem ziemlich durcheinander bringen und Verstopfungen verursachen. Bei Reisen in ferne Länder ist die Umstellung meistens besonders groß. Nicht nur der Speisezettel ist ein völlig anderer, sondern die Mahlzeiten finden auch zu anderen Zeiten statt, wenn wir unterwegs sind. Die Zeitumstellung  tut ein übriges. Wenn Mahlzeiten wegen eines übervollen Tagesprogramms ganz ausgelassen werden, schrumpft der Magen und regt dadurch den Darm nicht mehr zur Entleerung an. Andererseits findet man auf Reisen auch nicht immer optimale sanitäre Einrichtungen. Wenn es dann klappen würde, ist vielleicht die verfügbare Toilette nicht sauber und man wartet lieber, bis man wieder im komfortablen Hotel ist. Durch diese Stuhlverhaltung (siehe oben) und durch die anderen genannten Umstände kommt es auf Reisen gar nicht selten zu Verstopfungen, keineswegs nur zu Durchfällen. Wenn die genannten Faktoren schon nicht auszuschalten sind, sollte man gegen die Reiseverstopfung wenigstens viel trinken, allerdings nicht gerade schwarzen Tee, sondern kohlensäurehaltige Getränke. Kohlensäure regt die Verdauung an.

Verstopfung Ursachen 10: Sex und Beziehungsprobleme

In Beziehungskrisen oder nach Partnerverlusten kann es zu schweren Stuhlproblemen und zu Verstopfung kommen. Auch die Ablehnung sexueller Betätigung, der Verlust der Libido, führen nicht selten zu Verstopfung. Genau sind die Zusammenhänge nicht geklärt. Aber sie sind, vor allem bei Frauen, ziemlich ausgeprägt. Wenn bei ihnen ein gestörtes Sexualleben in Ordnung kommt und wieder Orgasmen erlebt werden, haben viele Frauen plötzlich auch kein Stuhlproblem und keine Verstopfung mehr.

Verstopfung Ursachen 11: Weibliche Periode, prämenstruelles Syndrom

Viele Frauen leiden unter dem so genannten Prämenstruellen Syndrom (PMS). Neben ziehenden Schmerzen, die bis weit in den Rücken hinauf ausstrahlen können, depressiver Verstimmung, Kopfschmerz, Übelkeit und Brechreiz kommt es oft auch zu einer Verstopfung. Sie wird meist von Verkrampfungen ausgelöst, deshalb kann hier Wärme helfen, zum Beispiel ein 120 °C heißes Kirschkernsäckchen, das auf den Unterleib gelegt wird. Außerdem wichtig: viel trinken und sich bewegen, Bauchgymnastik machen und Bauchmassagen durchführen, damit kann man der Verstopfung vorbeugen.

Verstopfung Ursachen 12: Schwangerschaft

Während der Schwangerschaft wird im weiblichen Organismus vermehrt das Gelbkörperhormon Progesteron freigesetzt. Es soll die Gebärmutter entspannen. Doch dabei wird auch die Spannung der Darmmuskulatur verringert. Dadurch verlangsamt sich der Stuhltransport. Außerdem verringert das größer werdende Baby den Raum, den der Darm zur Verfügung hat. In dieser beengten Bauchhöhle kommt es immer wieder zu Behinderungen beim Abtransport des Stuhls und zu Verstopfung. Dennoch sollte gerade in der Schwangerschaft auf antiabsorptive Abführmittel verzichtet werden, weil manche wehenanregend wirken. Das gilt auch für einige pflanzliche Mittel, zum Beispiel solche, die Aloe enthalten. Eine ausreichende Bewegung und ausgewogene Ernährung mit viel Flüssigkeitsaufnahme sind allemal besser.

Auch die Überdehnung des Beckenbodens bei der Geburt spielt eine Rolle. Es kommt dadurch zu einer Senkung (Descensus), die nicht nur die Gebärmutter betrifft, sondern auch andere innere Organe nach unten sinken lässt, zum Beispiel die der Verdauung. Ein falsch gelagerter Darm kann aber nicht mehr richtig arbeiten. Auch deshalb leiden viele Frauen nach einer Entbindung plötzlich an Verstopfung, auch wenn sie normalerweise damit kein größeres Problem haben. Diese Beschwerden vergehen nach kurzer Zeit meist von selbst wieder.

Verstopfung Ursachen 13: Das Alter

Mit zunehmendem Alter lässt häufig die Muskelspannung des Darmes nach – der Darm altert! Dadurch nimmt auch die Transportgeschwindigkeit des Stuhls ab. Oft ist sie soweit herabgesetzt, dass es zu Verstopfungen kommt. Wer seinen Darm allerdings zeitlebens gut trainiert und stets für einen regelmäßigen Stuhlgang gesorgt hat, bekommt auch im Alter weniger Probleme damit. Wichtig ist, dass bei den kleineren Portionen, die Senioren zu sich nehmen, dennoch genügend Ballaststoffe enthalten sind und dass die täglich aufgenommene Flüssigkeitsmenge nie unter zwei Liter sinkt.

Verstopfung Ursache 14: Reizdarm

Der Reizdarm ist eine weit verbreitete Form von funktioneller Störung im Dickdarmbereich. Diese Störung kann mit krampfartigen Bauch- und Unterleibsschmerzen, Völlegefühl, Blähungen, Durchfall und Verstopfung verbunden sein. Ein Reizdarm ist bei einer Untersuchung kaum zu erkennen. Meistens erfolgt die Diagnose durch Befragung und wird anhand der Beschwerden gestellt. Diese verlaufen chronisch. Der Stuhl ist stark verändert, wenn es zu einer Verstopfung kommt, ist er im Allgemeinen hart. Manchmal geht Schleim mit ab. Lesen Sie dazu auch: Was tun gegen Reizdarm? und Flohsamen bei Reizdarmsyndrom

Verstopfung Ursachen 15: Falsche Ernährung

Eigentlich ist es doch sehr nahe liegend, dass durch die tagtägliche Ernährung der Verdauungstrakt am nachhaltigsten beeinflusst wird. Dennoch greifen viele Patienten bei Problemen zu Hausmitteln oder gar Abführpillen, anstatt sich Gedanken über ihre Ernährungsgewohnheiten und deren negative Auswirkungen auf ihre Verdauung zu machen. Dabei gibt es neue wissenschaftlich gesicherte Erkenntnisse, bei deren gezielter Berücksichtigung sich viele Verdauungsprobleme und vor allem Verstopfung vermeiden ließen.

Weißmehlprodukte stehen seit langem in Verruf. Und das nicht zu Unrecht. So lecker sie schmecken, so negativ können sie auf die Verdauung einwirken. Denn vor allem Backwaren aus weißem Mehl machen den Darm träge. Dies aber nicht nur wegen der mangelnden Ballaststoffe, die für eine aktive Darmbewegung unentbehrlich wären. Neuere Untersuchungen haben ergeben, dass der Verdauungstrakt durch Weizenmehl regelrecht eingeschläfert wird. Das liegt an den so genannten Exorphinen, die im Weizeneiweiß enthalten sind. Sie sind zwar nur in Spuren vorhanden, haben sich aber als bis zu hundertmal stärker erwiesen, als der Betäubungsstoff Morphin (Morphium), der aus dem Opium gewonnen wird. So gesehen sind Brötchen und andere Weißmehlprodukte Gift für eine gesunde Verdauung und eine Ursache für Verstopfung.

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