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Aktuell: Tollwut: Hände weg von streunenden Hunden

Tollwut: Hände weg von streunenden Hunden

14.11.2009

MEDIZIN-WELT -- Mitleid mit herrenlosen Vierbeinern kann tödlich enden – der einsame Hund oder die niedliche Katze in ihrem Urlaubsland, sie können an Tollwut erkrankt sein. Ist die Kramkheit ausgebrochen, gibt es keine Hilfe mehr.

Tollwut ist eine Infektionskrankheit, die zwar selten vorkommt, aber einmal ausgebrochen, immer tödlich verläuft. Weltweit sterben pro Jahr etwa 60.000 Menschen daran, allein in Indien etwa 30 000. Die Erkrankung kommt weltweit bei Hunden, Katzen, Affen, Füchsen, Alaskabären, Mungos aber auch bei Fledermäusen vor.

Die Übertragung erfolgt über den Speichel eines tollwütigen Tieres, meist durch einen Biss, ist jedoch auch über eine winzige Wunde in der Haut oder bei direktem Kontakt des infektiösen Speichels mit der Schleimhaut möglich. Infizierte Tiere sind bereits drei bis sieben Tage vor Ausbruch von Symptomen und während der gesamten Erkrankungsdauer ansteckend.

Nach einer Inkubationszeit von drei bis acht Wochen, je nach Lokalisation der Bissstelle, treten zunächst Kopfschmerzen, Appetitlosigkeit sowie Brennen, Taubheit und Stechen im Bereich der Bisswunde auf. Es folgen Bewusstseinsstörungen und quälende Krämpfe der Schlundmuskulatur beim Anblick von Wasser. Der Patient stirbt nach wenigen Tagen an Atemlähmung.

Bedroht von der Infektion sind vor allem Touristen in den subtropischen und tropischen Regionen von Asien, Afrika, Lateinamerika, dem Nahen Osten, aber auch Osteuropa. Erst kürzlich wurden neue Fälle von Tollwut aus Bali und Russland gemeldet. Das Risiko von Tierkontakten in Endemiegebieten ist sehr hoch.

Zur Vorbeugung: Nur drei Impfungen in 21 Tagen

Einziger effektiver Schutz, so das Forum Reisen und Medizin, ist die Impfung. Die Grundimmunisierung mit dem gut verträglichen Gewebekultur-Impfstoff wird dreimal vorgenommen. Nach der ersten Impfung erfolgen die beiden weiteren am siebten Tag sowie am 21. Tag (oder am 28.). Eine Auffrischung wird alle zwei bis fünf Jahre empfohlen. Die Impfung ist auch für Kinder in jedem Alter geeignet. Sie verhindert die Erkrankung sicher. Auch die sofortige Gabe von Tollwuthyperimmunglobulin nach dem Biss eines tollwut-verdächtigen Tieres bietet noch einen sicheren Schutz. Es sollte umgehend ein Arzt aufgesucht werden.

Die aktive Impfung ist zu empfehlen

Reisenden in Ländern mit hohem Tollwut-Vorkommen wie Indien, Pakistan, Vietnam, Thailand, China, Bali, Afrika, Lateinamerika, Rumänien, Türkei oder Russland, wird eine Impfung dringend empfohlen. Ebenso Personen, die erhöht gefährdet sind wie Langzeit-, Trekking- oder Rucksackreisende sowie Abenteuer-Touristen. Auch wer damit rechnen muss, dass verträgliche Immunglobuline oder Zellkulturimpfstoffe im Bedarfsfall nicht verfügbar sind, sollte sich vorbeugend impfen lassen.

Weitere Informationen: "FORUM Reisen und Medizin e.V."

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