Zimt senkt Blutzucker und Blutfettspiegel

Zimt übt eine senkende Wirkung auf den Blutzucker- und Blutfettspiegel aus. Bereits ein Gramm Zimt senkt einer Studie zufolge, die kurz vor Weihnachten in der in der renommierten Zeitschrift „Diabetes Care“ veröffentlicht wurde, den Blutzuckerspiegel deutlich ab. Richard Anderson vom Forschungszentrum für Landwirtschaft und Ernährung in Beltsville (USA) hatten die Wirkung eher zufällig entdeckt. Als sie verschiedene Lebensmittel und Gewürze analysierten, stießen sie auf den in Zimt vorhandenen sekundären Pflanzenstoff MHCP. Dabei handelt es sich um eine Polyphenol-Verbindung (Methylhydroxy-Chalcone-Polymer), die eine ähnliche Wirkung wie Insulin entfalten kann.

Nach dieser Entdeckung analysierten die Wissenschaftler den Effekt des Zimts bei 60 Testpersonen mit Diabetes vom Typ 2 in Pakistan. Menschen mit dieser Form von Diabetes können zwar Insulin produzieren, der Körper reagiert jedoch nicht mehr ausreichend empfindlich darauf. Die Probanden waren zwischen 48 und 56 Jahre alt und in sechs Gruppen eingeteilt. Sie erhielten 40 Tage lang ein, drei oder sechs Gramm Zimt in Kapselform. Nach 40 Tagen nahm der Studie zufolge die Blutzuckerkonzentration um 18 bis 29 Prozent ab. Auch auf die Blutfettwerte LDL-Cholesterin und Triglyceride ergab sich ein positiver Einfluß. Sie sanken durch Zimt um bis zu 30 Prozent ab. Somit vermindert Zimt bei Diabetikern auch das kardiovaskuläre Risiko, eine Herzkreislauferkrankung zu erleiden.

Bei einigen verschwanden sogar die Symptome der Zuckerkrankheit. Diese kehrten jedoch zurück, als die Zimttherapie eingestellt wurde. Die Forscher empfehlen Diabetikern daher, gesunde Nahrungsmittel täglich mit bis zu sechs Gramm gemahlenem Zimt zu verfeinern.

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p> Quelle: (1) Diabetes Care 26, 2003, 3215-3218

Die Zahl der Diabetiker in Deutschland ist weit höher als bisher geschätzt

MW - Eine Bevölkerungs-Stichprobe in der Region Augsburg ergab, daß rund acht Prozent der Getesteten an einem bekannten Diabetes litten. Weitere acht Prozent waren zuckerkrank, ohne dies zu wissen. Bei der Erhebung wurde ferner festgestellt, daß 16 Prozent der Bevölkerung Auffälligkeiten hinsichtlich ihres Kohlenhydratstoffwechsels aufweisen, die mit einem hohen Risiko für die Entwicklung eines Diabetes einhergehen. „Damit sind rund 40 Prozent der Bevölkerung hinsichtlich ihres Zuckerstoffwechsels auffällig. Bereits jetzt ist der Diabetes mellitus in allen Altersstufen die häufigste chronische Erkrankung“, erläutert Prof. Wieland Kiess, Präsident der Deutschen Diabetesgesellschaft. Kiess: „Alle Welt redet über Krebs, über Herzinfarkt oder Schlaganfall, aber das Thema Zuckerkrankheit ist nach wie vor unterbewertet“. Kiess verweist auf die mitunter dramatischen Folgen, die ungenügend oder überhaupt nicht behandelter Diabetes haben kann: „In den Industrienationen ist die Zuckerkrankheit noch heute die häufigste Ursache für Erblindungen, Amputationen und dialysepflichtige Nierenerkrankungen.

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