Kinderwunsch: Selbstbeobachtung besser als Zyklustest

Kinderwunsch: Selbstbeobachtung besser als Zyklustest

Bei der natürlichen Familienplanung ist die Selbstbeobachtung durch die Frau immer noch die sicherste Methode. Darauf weisen Fachärzte hin, die erstmals eine Untersuchung zur Zuverlässigkeit sogenannter Zyklustester vorgenommen haben. Bislang gab es kaum unabhängige Studien darüber, wie genau die Testverfahren sind. Nach den Überprüfungen durch die Mediziner unterscheiden sie sich erheblich in Effektivität und Preis.

Mehr als 15 Prozent aller Paare verhüten mit natürlichen Methoden

„Mindestens 15 Prozent aller Paare verlassen sich bei der Verhütung auf natürliche Methoden“, erklärt Dr. Petra Frank-Herrmann, Frauenärztin an der Abteilung Gynäkologische Endokrinologie der Universitäts-Frauenklinik Heidelberg. Wenn es um Kinderwunsch gehe, setzten sogar rund ein Drittel der Paare auf natürliche Methoden, um die fruchtbaren Tage festzustellen.

Auswertung der Körpertemperatur ist weitgehend akkurat

Die Pilotstudie, deren Ergebnisse vor kurzem in der führenden europäischen Fachzeitschrift „Human Reproduction“ veröffentlicht wurde, entstand in Zusammenarbeit mit der Stiftung Warentest. Als besonders unzuverlässig erwiesen sich in den Prüfungen Minimikroskope, mit deren Hilfe Proben des Speichels oder des Gebärmutterhalsschleimes untersucht werden. Ihre Ergebnisse lagen in rund 50 Prozent aller Proben daneben. Bei dieser Methode wird unter dem Mikroskop die veränderte Schleimkonsistenz beurteilt, die ein Anzeichen für Fruchtbarkeit ist.

Dagegen waren Tests, die sich der Auswertung der Körpertemperatur bedienen, weitgehend akkurat. Dies gilt insbesondere für die einfache Selbstbeobachtung der Frauen ohne Zusatzgeräte. Um die fruchtbaren Tage zu bestimmen, wird die Körpertemperatur vor dem Aufstehen gemessen, der Gebärmutterhalsschleim überprüft und beides nach einfachen Regeln ausgewertet.

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