Mundgeruch: Ursachen und Gegenmittel

Mundgeruch: Ursachen und Gegenmittel

Mundgeruch ist nicht nur lästig und peinlich, oft ist dieses Leiden auch Zeichen für eine ernsthafte Erkrankung. Der unangenehme Mundgeruch kann von Bakterien im Mund verursacht sein oder von Keimen, die Halsentzündungen hervorrufen.

Mundgeruch kann aber ebenso Anzeichen und Folge einer gestörten Verdauung, eines Magenleidens oder einer Lungenkrankheit sein.

Auch Lungenkrebs verursacht in einem fortgeschrittenen Stadium üble Gerüche, die als Mundgeruch entweichen. Der Facharzt kann diese gefährliche Erkrankung am Atem eines Patienten erkennen. Ein Mundgeruch nach Eiter verrät ihm das Karzinom.

Mundgeruch trifft am häufigsten kurzzeitig auf

Am häufigsten tritt Mundgeruch jedoch akut und kurzzeitig auf. Zum Beispiel bei Rauchern. Die Mundhöhle wird von den Abgasen der Zigaretten, Zigarren oder Pfeifen regelrecht gebeizt und riecht nicht selten wie eine Kneipe am Morgen danach.

Auch durch saure Reaktionen, die von zu viel Süßigkeiten im Mund verursacht werden, treten  unangenehme Mundgerüche auf. Außerdem entsteht Mundgeruch, wenn der Mund ausgetrocknet ist, die Zunge anschwillt und kein Speichelfluss mehr die normale Mundflora gedeihen lässt.

Alkohol und Knoblauch verursachen Mundgeruch

Dass Alkohol Mundgeruch verursacht, haben die meisten wohl schon einmal erlebt. Zunächst ist es die „Fahne“, die von Bier, Wein oder Sekt, von Likör oder Schnaps herrührt.  Später zersetzen sich Fuselstoffe im Mund und verursachen den ekelhaften Nachgeschmack, der Stunden später ganz besonders heftig riecht.

Wer Knoblauch liebt und ausgiebig konsumiert, bekommt noch in der vollsten U-Bahn einen Sitzplatz sagt man, denn neben ihm hält es wegen des Mundgeruchs kaum jemand aus. Das liegt an dem Pflanzenstoff Allicin, der im Knoblauch reichlich enthalten ist. Darin sind stark riechende schweflige Substanzen gebunden, die beim Essen frei werden und den starken Mundgeruch verursachen. Auch in Zwiebeln sind Allicine enthalten, die aber nicht ganz so intensiv auftreten wie im Knoblauch.

Sowohl Tabakrauch als auch Alkohol und Knoblauch sind nicht so leicht aus der Atemluft herauszubekommen. Die Duftstoffe, die wir als unangenehm empfinden, breiten sich nämlich  im gesamten Körper aus, dringen dann aus jeder Pore und werden mit jedem Atemausstoß freigesetzt. Es bedarf in hartnäckigen Fällen nach einem starken Konsum der Substanzen nicht nur einer Mundreinigung, sondern der Reinigung des gesamten Körpers. Dazu gehört es reichlich zu trinken und heftig zu schwitzen, zum Beispiel in der Sauna oder beim Sport, um die Duftkonzentration aus dem Organismus hinauszubefördern.

Mundgeruch: Jeder vierte leidet darunter

Frischer Atem und strahlend weiße Zähne sind ein Bild aus der Zahnpastawerbung. Es stellt glückliche Menschen in den Mittelunkt der Kampagnen. In Deutschland haben jedoch rund 25 Prozent der Menschen Mundgeruch. Das gilt auch weltweit, hier sind die Zahlen entsprechend.

Mehr als ein Viertel der Weltbevölkerung leidet unter Mundgeruch. Das geht aus verschiedenen nationalen und internationalen Umfragen und Statistiken von Zahnärzten und HNO-Ärzten hervor. Betroffene selbst bemerken einen schlechten Atem nur selten. Man ist also auf Beobachtungen von anderen angewiesen.

Es gibt allerdings einen Trick: Wenn man sich Unterarm oder Handrücken ableckt, der nicht frisch eingecremt oder parfümiert ist, dann kann man nach einer Wartezeit von etwa zehn Sekunden riechen, ob ein fauliger Geschmack von Schwefelbakterien aufsteigt. Das ist ein sicheres Anzeichen für Mundgeruch, denn Schwefelbakterien sind häufig für Mundgeruch verantwortlich sein. Im Fachjargon nennt man Mundgeruch „Halitosis“, das ist der Ausdruck für einen unangenehmen Geruch, der über die Atemluft nach außen gelangt.

Mundgeruch ist unangenehm - mehr als ein Viertel aller Menschen leiden darunterMundgeruch ist unangenehm - mehr als ein Viertel aller Menschen leiden darunter

Mundgeruch: Ursachen können Erkrankungen in der Mundhöhle sein

Normalerweise leben in der Mundhöhle von gesunden Menschen mit einer gemischten Ernährung  aerobe (auf Sauerstoff angewiesene) Bakterien. Diese verhindern die hemmungslose Vermehrung der anaeroben Fäulnisbakterien. Wenn jedoch im Mund- und Rachenraum ideale Lebensbedingungen fast ausschließlich für Fäulnisbakterien geboten werden – durch einseitige Ernährung, Alkohol, viel Kaffee und unzureichende Mundhygiene – dann ziehen sich die aeroben Bakterien zurück und die anaeroben Bakterien, die keinen Sauerstoff mögen und vertragen, vermehren sich übermäßig. Es entsteht Mundgeruch.

Zum Beispiel entsteht Mundgeruch durch Schwefelbakterien. Sie leben in der Mundhöhle und gehören zur Mundflora dazu, wenn sie jedoch überhand nehmen, erzeugen sie unangenehme Atemluft. Sie vermehren sich vor allem an Stellen, wo es sehr wenig oder keinen Sauerstoff gibt, bevorzugt am hinteren Teil der Zunge. Dort bilden sie einen dichten, weißgelblichen Belag und können nahezu ungestört organisches Material zersetzen und einen fauligen Geruch nach Verwesung entstehen lassen. Verantwortlich dafür sind Schwefelverbindungen wie Schwefelwasserstoff, Methylmercaptan  (auch als Methanthiol bezeichnet) und Dimethylsulfid. Wenn dies der Fall ist, haben schwefelerzeugende Bakterien überhandgenommen und die Balance in der Zusammensetzung der Mundflora ist deutlich gestört. In solchen Fällen kann es helfen, den Belag vom Zungenrücken mit einer Zungenbürste zu entfernen.

Bei Mundgeruch ist der Zahnarzt die erste Adresse

Mundgeruch entsteht tatsächlich meist im Mund. Daher ist der Zahnarzt stets die erste Adresse, die man konsultieren sollte.  Zwar hat nicht jeder Zahnarzt spezielle Messgeräte, um die chemischen Verbindungen im Mund nachzuweisen. Aber in Zahnkliniken, die auf  Parodontologie  spezialisiert sind, gibt es auf jeden Fall ein Halimeter, mit dem die Schwefelverbindungen in der Atemluft aufgespürt und gemessen werden können. In manchen Zahnarztpraxen und in Zahnkliniken werden auch Mundgeruchs-Sprechstunden angeboten. Auch in solchen Einrichtungen kann Halitosis diagnostiziert werden.

Mundgeruch von Halitosis-Patienten kann im Übrigen auch bei geschlossenem Mund über die Nase bemerkt werden. Das liegt auch daran, dass selbst entzündete Nasennebenhöhlen oder Infektionen im Nasen-Rachen-Raum zu einer Halitosis führen können, etwa ein chronischer Schnupfen oder Atemwegserkrankungen wie Bronchitis und Lungenentzündung. Auch Speicheldrüsenerkrankungen (Sjögren-Syndrom und andere)
Mundschleimhautentzündungen, Mundfäule (Stomatitis aphthosa, Gingivostomatitis),
Pilzinfektionen im Mund wie Mundsoor und Kandidose, die z.B. durch bestimmte Medikamente (Kortisonspray) hervorgerufen werden, können heftigen Mundgeruch hervorrufen.

Mundgeruch kann von den Mandeln kommen

Das gilt auch für eitrige Mandelentzündungen. Wenn der Mundgeruch von den Mandeln kommt, dann  manchmal auch deshalb, weil diese durch „Speichelsteinchen“ (Sialolithen) besetzt sind. Das sind weißliche oder graugefärbte Punkte auf den Mandeln, die meist von Ablagerungen aus der Unterkieferspeicheldrüse stammen und u. a. durch einen über lange Zeit anhaltenden Flüssigkeitsmangel entstehen. Sie können durch häufiges Gurgeln mit Kamillentee oder Mundspüllösungen verschwinden. Ansonsten muss der HNO-Arzt aufgesucht werden.

Es gibt Menschen, die sich Mundgeruch nur einbilden

Es gibt allerdings auch Menschen, die sich einen Mundgeruch nur einbilden. Sie sind ständig dabei, in die Handhöhle zu hauchen oder bei Partnern und Zahnärzten um Hilfe bitten, weil sie hoffen, dass diese ihren üblen Geruch erkennen. Sie sind fest überzeugt, einen schlechten Atem zu haben, auch wenn weder ihre Mitmenschen noch ihr Arzt dies bestätigen können. Eine solche krankhafte Einbildung nennt man Pseudo-Halitosis oder Halitophobie. Oft helfen dann nur noch Sitzungen beim Psychoanalytiker. Richtet auch der nichts aus, ist es sogar denkbar, dass sogar bestimmte Gehirntumoren dahinterstecken, die zu der Überempfindlichkeit führen und Geruchseindrücke hervorrufen, die durch Fakten nicht belegt werden können.

Mundgeruch: Wenn er von den Zähnen kommt

Wenn nicht bestimmte Speisen, Getränke, Gewürze, das Rauchen oder Störungen in der Balance der Mundhöhle als akuter Anlass hinter einem lästigen Mundgeruch stecken, dann sind häufig die Zähne dafür verantwortlich. Mangelhafte Mundhygiene spielt eine Rolle. Aber hier kann der Betroffene selbst Abhilfe schaffen durch richtiges Zähneputzen. Wie es geht, zeigt einem der Zahnarzt oder die Professionelle Zahnreinigung. Gute Zahnpasten, elektrische Zahnbürsten und Mundwässer intensiv angewandt können hier rasch Abhilfe schaffen. Oft ist es nur nötig, dass jemand wie bei „Des Kaisers neue Kleider“ die Fakten offen anspricht, weil wie gesagt Mundgeruch häufig dem, der ihn hat, gar nicht bewusst ist. Da ist es gut, wenn jemand schonend vorgeht und das Problem ganz persönlich und diskret anspricht.

Bei Anomalien des Kiefers kann ebenfalls starker Mundgeruch auftreten. Zum Beispiel wenn durch Zahnfehlstellungen oder Kiefermissbildungen, die immer wieder zu Entzündungen führen, der Atem belastet wird. Dabei können gereizte Schleimhäute, eitrige Zahnmanschetten oder abgestorbene und verfaulende Zahnwurzeln die Folge und der Grund für üble Gerüche  sein. Hier ist der Zahnarzt gefragt, vielleicht sogar der Kieferchirurg, der das Übel an der Wurzel packt.

Mundgeruch tritt auch auf bei ausgeprägter Karies. Nicht umsonst spricht man umgangssprachlich von faulen Zähnen. Auch die gefürchtete Zahnfleischentzündung mit tiefen Zahntaschen (Parodontose), in denen sich Keime sammeln und üble Gerüche verbreiten, müssen zahnärztlich behandelt werden. Ursachen können hier Vitaminmangel (Skorbut), ein schwaches Immunsystem  oder auch wieder mangelhafte Hygiene sein.

Für Parodontose sind Entzündungsbakterien in der Mundhöhle verantwortlich, die sich auf der Plaque ansiedeln und sowohl Säure als auch Giftstoffe absondern. Diese zerstören zunehmen sowohl  Zahnfleisch als auch die Zähne. Es können sich Zahnfleischtaschen bilden und der Zahnhalteapparat erkrankt. Die Folge ist häufig eine ausgeprägte Parodontitis. Besonders gefährdet sind in dieser Hinsicht Raucher und Menschen, die vorwiegend durch den Mund atmen.

Oft kommt es auch zu einer sogenannten Gingivitis. Das ist eine Entzündung, die im Gegensatz zur Parodontitis auf das Zahnfleisch, die „Gingiva“ beschränkt ist. Wie die  Parodontitis wird auch sie durch Zahnbelag (Plaque) ausgelöst. Anfänglich ist wie gesagt nur das Zahnfleisch befallen. Manchmal blutet es zunächst nur beim Zähneputzen. Aber wenn man lange genug tatenlos bleibt, kann sich aus einer Gingivitis auch eine Parodontitis mit der Zerstörung des Zahnhalteapparats und der Zähne entwickeln.

Aus all diesen Vorgängen, die nicht selten mit eitrigen Geschwüren einhergehen,  kann sich ein heftiger Mundgeruch entwickeln. Sich zersetzende Speisereste zwischen den Zähnen, an Brücken, Zahnspangen, Kronen oder Prothesen können Fäulnisgerüche verbreiten und starken Mundgeruch, auch wenn die Zähne selbst noch nicht faulen.

Wer also seine Zähne nicht wie von Zahnärzten gepredigt  morgens und abends putzt, überlässt seine Mundhöhle, das Zahnfleisch, die Zunge und alle empfindlichen Schleimhäute üblen Krankheitskeimen und Fäulnisbakterien. Ein übelriechender Atem ist dann gar nicht zu vermeiden. Wenn die krankmachenden Bakterien überhandgenommen  haben, geht der Mundgeruch auch durch Essen oder Trinken nicht mehr weg.

Eine optimale Mundhygiene verlangt es, dass Essensreste stets sofort entfernt werden und dass die Zähne nach jeder Mahlzeit gründlich gereinigt werden. Für den Zahnbelag ist auch eine vierteljährlich wiederholte Professionelle Zahnreinigung (PZR) zu empfehlen. Denn letztlich können auch Zahnbeläge (Plaque) und Zahnstein selbst der Grund für einen schlechten Atem sein.

Mundgeruch: Ursachen können in der Verdauung liegen

 

Verdauungsprobleme in der Speiseröhre und im Magen-Darm-Trakt können auch ein Grund für schlechten Atem sein. Ganz charakteristische Atemgerüche werden zum Beispiel durch Stoffwechselkrankheiten wie Diabetes hervorgerufen. In diesem Fall haben die störenden Ausdünstungen aus der Mundhöhle meist einen sehr charakteristischen Geruch, zum Beispiel nach Aceton oder nach Obst.

Auch Sodbrennen kann zu üblem Mundgeruch führen oder beitragen. Ein übersäuerter Magen mit Refluxproblemen (Rückfluss von Magensäure bis in die Speiseröhre und die oberen Atemwege) führt zu brennenden Schmerzen in der Brustmitte. Das saure Aufstoßen, teilweise verbunden mit Rückfluss von Nahrungsteilen, macht auch den Atem säuerlich. Der unangenehme Mundgeruch kommt von dem Speisebrei, der unverdaut hochkommt und sich bis in die Mundhöhle ergießt.

Eine gestörte Verdauung führt sogar oft zu Mundgeruch. Dafür gibt es eine Reihe von Gründen und Ursachen. Zum Beispiel Magengeschwüre, aber auch Speiseröhrendivertikel.  Divertikel sind kleine Ausbuchtungen in der Schleimhaut, die viele Menschen in ihrem Dickdarm haben. In der Speiseröhre können sie sich in der Speiseröhrenwand bilden. Sie treten insgesamt zwar viel seltener auf als im Darm, aber wenn sie sich in der Speiseröhre bilden, führen sie zu einem schlechten Atem. Am häufigsten sind die sogenannten Zenker-Divertikel am oberen Eingang der Speiseröhre unterhalb des Kehlkopfs. In diesen Divertikeln verfangen sich manchmal Speisereste, die sich dann zersetzen und zu Mundgeruch führen. Magengeschwüre machen sich durch Mundgeruch vor allem dann bemerkbar, wenn das Geschwür zu einer Verengung des Magenausgangs geführt hat.

Wenn der Stuhlgang insgesamt nicht oder nur schlecht funktioniert, ist nicht nur das Wohlbefinden gestört. Je länger zum Beispiel eine Verstopfung andauert, umso stärker werden Körperausdünstungen und auch Mundgeruch.

Mundgeruch: Was man dagegen tun kann

Wer trotz guter Mundhygiene unter schlechtem Atem leidet, sollte angesichts der Vielzahl an ernsten Ursachen, die für Mundgeruch in Frage kommen, den Gang zum Zahnarzt oder auch zum Hausarzt antreten. In manchen Zahnarztpraxen gibt es Spezialgeräte zur Messung und Analyse von Mundgerüchen. Findet der Zahnarzt die Ursache nicht, ist auf jeden Fall der Hausarzt und evtl. auch der Facharzt gefragt, um gegen den Mundgeruch etwas zu tun.

Bei dauerhaftem Mundgeruch ist die Wahrscheinlichkeit, dass eine unerkannte Krankheit dahintersteckt, relativ wahrscheinlich. Deshalb sollte man nicht mit aggressiven Mundspülungen auf Teufel komm raus versuchen, den schlechten Atem zu bekämpfen, sondern die Diagnose vom Arzt stellen lassen.

Wenn tatsächlich akute Anlässe für Mundgeruch vorliegen, zum Beispiel Gewürze wie Knoblauch und Zwiebeln, wenn auf Partys zu viel geraucht wurde oder der Alkoholpegel ungesund hoch war, dann gibt es durchaus eine Reihe von Hausmitteln und natürlichen Tipps, um den unangenehmen Atem- und Mundgeruch möglichst bald wieder loszuwerden.

Beginnen sollte man mit einer ganz intensiven Zahnreinigung, auch in den Zahnzwischenräumen mit Hilfe von Dentalbürstchen oder Zahnseide.

Danach kann eine Mundspülung mit Kräutermischungen  folgen, die den Mundgeruch schrittweise ausschwemmt. Manche schwören auf ayurvedische Zahncremes , die tatsächlich oft recht wirksam gegen Mundgeruch sind, was an ihren intensiven  und aromatischen Kräutermischungen liegt. Dazu gehören meist Niembaum- und Nelkenöl, sowie Süßholz.

Auch aromatische Kräuterauszüge von Thymian (zum Beispiel Salviathymol), Minze und auch Ceylon-Zimt können den Atem wieder dauerhaft frischen machen.

Wie schon bei Bakterienbefall in der Mundhöhle beschrieben, sollte man auch die Zunge von Belägen säubern. Dafür gibt es spezielle Zungenreiniger, mit denen die Beläge aus Fäulnisbakterien von der Zunge abgeschabt werden können.

Sinnvoll ist auch der Einsatz von Probiotika gegen Mundgeruch. Die Milchsäurebakterien von probiotischem Joghurt  zum Beispiel können nicht nur die Mundflora, sondern in Maßen auch die Darmflora wieder gesunden lassen, so dass der Atem frischer wird.

Wichtig ist bei Mundgeruch eine regelmäßige Flüssigkeitszufuhr. Das heißt, dass man auf keinen Fall das Trinken vergessen darf, wenn man einen reinen Atem haben möchte. Am besten eignet sich Leitungs- oder Mineralwasser. Kaffee und Alkohol sind eher kontraproduktiv, weil diese Getränke ja selbst zu Mundgeruch führen.

Kaugummi gegen Mundgeruch ist meistens unwirksam. Das Kauen gaukelt, solange z. B. der Minzgeschmack anhält, einen frischeren Atem vor. In Wirklichkeit bleiben die Fäulnisbakterien im Mund und die Schwefel- und Giftabsonderungen der Mikroben davon unbeeinflusst. Kaugummi hat allenfalls eine kurzzeitige kosmetische Wirkung und übertüncht einen Moment die eigentlichen Ursachen.

Da helfen schon eher frische Kräuter. Zum Beispiel Petersilie. Es tötet mit seinen Inhaltsstoffen sogar einen Teil der Bakterien ab und erfrischt den Atem durch den grünen Farbstoff Chlorophyll und die Aromastoffe. Chlorophyll vertreibt die Fäulnisbakterien, das Milieu im Mundraum wird verbessert. Zum Beispiel steigt der pH-Wert, so dass sich auch Kariesbakterien weniger ausbreiten können

Das Technologie-Transfer-Zentrum Bremerhaven (ttz Bremerhaven) hat vor einigen Jahren ein Mundwasser ohne Chemie entwickelt, auf das Kenner inzwischen schwören. Es hilft auch gegen Mundgeruch Das Erzeugnis heißt Naturadol Bio-Mundwasser und ist zertifiziert biologisch. Das Produkt verzichtet auf chemische Zusatzstoffe. Die verwendeten Pflanzenextrakte beugen Entzündungen vor, pflegen das Zahnfleisch und fördern die Wundheilung im Mund- und Rachenraum. Kamille, Ringelblume und Schafgarbe wirken antibakteriell, Salbei kräftigt und festigt das Zahnfleisch und wirkt desinfizierend. Neben diesen gesundheitlichen Effekten wirkt sich das Mundwasser positiv auf den Atem aus und sorgt im Mund für Frische ohne Mundgeruch. Es ist in Apotheken erhältlich, aber inzwischen auch im Internet-Versandhandel.

Eine weitere Möglichkeit, Mundgeruch und Plaquebakterien  zu Leibe zu rücken, ist der Konsum von schwarzem Tee. Die im Tee enthaltenen Polyphenole, vor allem das Flavonoid Theaflavin, behindern das Wachstum der schädlichen Plaque-Verursacher.

Bitterstoffe sind nicht nur hervorragende Fatburner und Verdauungshelfer, sondern auch wahre Wundermittel gegen Mundgeruch. Insbesondere der Wilde Wermut, bekannter unter dem Namen Beifuß oder auch Gänsekraut, hat eine gute Wirkung auf die Mundflora. Das liegt einmal daran, dass er die Verdauung fördert, weshalb er bei der Weihnachtsgans in der Füllung verwendet wird, sondern auch daran, dass er die Mundflora von unangenehmen Stoffen reinigt. Man brüht ihn als Tee auf und trinkt diesen über den Tag verteilt in kleinen Schlucken.

All diese Tipps und Hausmittel können Ihnen große Erleichterung bringen und die unangenehmen Begleiterscheinungen von Mundgeruch mildern. Aber wenn Mundgeruch ein dauerhaftes Problem ist, sollte der erste Weg sie zum Arzt führen, um sicherzustellen, dass keine schweren gesundheitlichen Probleme hinter dem ungut riechenden Atem stecken.

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