Mitomedizin: Ein neuer Vorstoß gegen unheilbare Krankheiten

Mitomedizin: Ein neuer Vorstoß gegen unheilbare Krankheiten

Mitomedizin ist das Kurzwort für Mitochondrienmedizin oder auch regenerative Mitochondrienmedizin. Darunter versteht man alle medizinischen Forschungen und Therapievorschläge, die zur Gesundung oder Heilung der Mitochondrien in den menschlichen Zellen beitragen sollen. Mitomedizin geht davon aus, dass viele Krankheiten, die als unheilbar gelten, ihre Ursache in defekten Mitochondrien haben. Dazu zählen zum Beispiel Diabetes, Parkinson, krankhafter Muskelschwund, Alzheimer, Multiple Sklerose, aber auch diverse Krebserkrankungen und Autoimmunreaktionen wie Rheuma.

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Mitomedizin macht Umwelteinflüsse für Schäden verantwortlich

Nach dem Stand der schulmedizinischen Forschung gibt es derzeit keine realistische Möglichkeit, defekte Mitochondrien zu reparieren oder zu ersetzen. Die Mitomedizin ist ein alternativmedizinischer Ansatz. Sie befasst sich vor allem mit Umwelteinflüssen, die sie für die Schädigung der Mitochondrien, der Zellkraftwerke, verantwortlich macht. Spezielle Belastungen führen nach Einschätzung der Mitomedizin zu vermehrter Bildung von Freien Radikalen, und diese würden unsere Mitochondrien so stark in Mitleidenschaft ziehen, dass wir an den o. a. Leiden erkranken. Als solche krankmachende Einflüsse gelten in der Mitomedizin vor allem Elektrosmog, Amalgamfüllungen in den Zähnen, Schadstoffbelastungen in Nahrungsmitteln wie Pestizide, Verunreinigung der Atemluft sowie oxidativer Stress.

Mitomedizin hält von März bis November 2014 Fortbildungskurse ab

Seit einigen Jahren forschen Wissenschaftler dieser alternativen Disziplin intensiv nach Therapieansätzen in der Mitomedizin. So findet von Mitte März bis Anfang November 2014 in Heidelberg zum 3. Mal ein Curriculum „Regenerative Mitochondrien Medizin und Umweltmedizin“ statt. Namhafte internationale Dozenten, Professoren und Wissenschaftler werden Vorlesungen zum Thema Mitomedizin halten. Beteiligt ist auch das Institut für transkulturelle Gesundheitswissenschaften (Intrag) der Europauniversität Viadrina in Frankfurt/Oder.  Veranstalter ist die Internationale Gesellschaft für Regenerative Mitochondrien-Medizin (IGRMM e.V.) in Speyer, eine private Praxisklinik, die wissenschaftliche Medizin mit der modernen Naturheilkunde vereint. Die Veranstaltung ist auch Fortbildung für Ärzte, Zahnärzte, Apotheker und Biowissenschaftler mit Ärztekammeranerkennung.

An fünf Wochenenden gibt es Vorträge und Übungen zu Grundlagen der Mitomedizin. Dabei wird über aktuelle Forschungsergebnisse berichtet, über Diagnosemethoden und Therapieverfahren der mitochondrialen Medizin in Verbindung mit der Umweltmedizin, Umwelt-Zahnmedizin und Psychotherapie. Ergänzend zu diesem theoretischen Teil werden Hospitanten-Tage im Centrum für Integrative Medizin in Speyer angeboten, welches auf dem Gebiet der Mitomedizin spezialisiert ist.

Mitomedizin: Alterungsprozess durch defekte Mitochondrien

Mit der Mitomedizin befasst sich bislang erst eine relativ kleine Gruppe von Therapeuten. Die Forschung auf diesem Gebiet steht noch ziemlich am Anfang. Es werden viele Ansätze verfolgt, aber eine einheitliche Lehre und die Anerkennung als Fachgebiet sind noch nicht in Sicht.

Erkrankungen der Mitochondrien werden als Mitochondriopathien bezeichnet und sind in einem speziellen Sektor auch in der Schulmedizin geläufig. Bekannt sind Störungen in den Mitochondrien vor allem als relativ selten auftretende Erbkrankheiten, die zu spezifischen Enzymdefekten in den Zellen führen. Die Auswirkungen sind schwere Stoffwechselstörungen (bestimmte Formen von Diabetes), Muskelkrankheiten und neurodegenerative Krankheiten sowie Krebs, und treten im frühen Kindes- oder Jugendalter auf. Die aus den Enzymfehlern resultierenden Krankheiten sind nicht heilbar. Man kann nur versuchen die Symptome zu mildern. Die Therapien sind im Bereich der Kinderheilkunde (Pädiatrie) angesiedelt.

Auch dass der Alterungsprozess mit nachlassender Mitochondrienleistung zusammenhängt, ist unstrittig. Die mangelnde Energiebelieferung der Zellen durch erschöpfte Mitochondrien im Alter ist dafür verantwortlich. Doch im Gegensatz zur Mitomedizin räumt die Schulmedizin ein, dass dagegen noch kein Mittel gefunden ist.

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