Magnesiummangel ist gefährlich

Magnesiummangel ist gefährlich

Magnesiummangel verursacht schwere gesundheitliche Beeinträchtigungen. Zu wenig Magnesium (medizinisch Hypomagnesiämie) fördert zum Beispiel Diabetes Mellitus, die Zuckerkrankheit. Das hat eine amerikanische Studie  der Harvard School of Public Health ergeben. Aber das ist bei weitem nicht die einzige schwerwiegende Folge von Magnesiummangel. Nahezu alle Lebensabläufe hängen von einer ausreichenden Magnesiumversorgung ab, und daran hapert es bei immer mehr Menschen. Die Gründe sind bekannt, sie sind vielfältig – aber man kann sie nahezu alle durch geeignete Maßnahmen der Kontrolle, der Ernährung und der Medikation ausschalten.

Warum alle Lebensabläufe von Magnesium abhängen: Neben Ich: Wieviele sind wir wirklich?

Magnesiummangel schädigt das Herz

Magnesiummangel kann zu schweren Herzrhythmusstörungen führen. Deshalb rät die Deutsche Herzstiftung zur regelmäßigen Kontrolle des Magnesiumspiegels im Blut. Grund: Der menschliche Körper funktioniert elektrisch, das Herz wird von elektrischen Impulsen gesteuert. Gut erklärt durch „Wie elektrisch sind wir – wie steuert Elektrizität unser Leben?“ in diesem Buch.

Die Herzstiftung weist darauf hin, dass Mängel in der Zusammensetzung der  Elektrolyte (Blutsalze) Magnesium (und Kalium) die Ursache solcher gefährlicher Rhythmusstörungen sein können. „Kalium und Magnesium sind wichtig zur elektrischen Stabilisierung der Herzzellen. Ihre Verteilung ist für die Bildung von elektrischen Impulsen und für deren Weiterleitung von Muskelzelle zu Muskelzelle im Herzen von entscheidender Bedeutung und damit für die rhythmische Aktivierung des Herzens“, heißt es in einer der Veröffentlichungen der Stiftung.

Die Deutsche Herzstiftung lässt auch keinen Zweifel daran, wie ernst es damit ist: Unter dem Motto „Aus dem Takt: Herzrhythmusstörungen“ informiert sie vom 1. bis 30. November über Diagnose und Therapie der Volkskrankheit  in mehr als 1.200 Veranstaltungen. Aktuelle Veranstaltungstermine dazu gibt es unter www.herzstiftung.de/herzwochen.html.

Herzrhythmusstörungen sind enorm weit verbreitet - Magnessiummangel hat einen Anteil daran

Jedes Jahr werden in Deutschland mehr als 400.000 Menschen mit Herzrhythmusstörungen in ein Krankenhaus eingeliefert. Welchen Anteil daran der weit verbreitete Magnesiummangel hat, ist nicht verifiziert. Aber Fachleute gehen von einem „erheblichen Anteil“ aus.

Dass so viele Menschen unter Magnesiummangel leiden, hat verschiedene Ursachen. Eine der wichtigsten: Magnesium ist ein Mangel-Mineral in der Nahrungskette geworden, weil die Böden der Äcker offenbar nicht mehr genug davon enthalten. Viele sind durch moderne Hochleistungslandwirtschaft ausgelaugt. Das zieht einen Magnesiummangel in den Nahrungsmitteln nach sich und damit auch in der menschlichen Ernährung.

Ungesunde Lebensweise führt zu Magnesiummangel

Wer viel Alkohol trinkt, hat einen erhöhten Magnesiumbedarf. Das liegt daran, dass Alkohol die Nierentätigkeit anregt und beschleunigt. Dadurch wird der Körper stärker entwässert und mit den größeren Mengen an Urinausscheidung geht auch weit mehr von dem wertvollen Mineral Magnesium verloren als bei geringem oder keinem Alkoholgenuss. Entzugskliniken kennen das Problem: Alkoholiker, die sich trocken legen lassen, erhalten neben Vitamin B auch hohe Magnesiumgaben, um den Mineralhaushalt wieder auszugleichen.

Magnesiumräuber sind auch große Mengen an Kaffee und Nikotin. Daher sind auch Raucher stark gefährdet, an einer Magnesiumunterversorgung zu leiden. Bei chronischem Schlafmangel, erhöhtem Stress und Übergewicht durch zu viel essen, treten ebenfalls Mangelerscheinungen bei der Versorgung mit Magnesium auf.

Wenn Medikamente Magnesiummangel verursachen

Patienten, die an Herzschwäche leiden, werden häufig Diuretika verordnet. Das sind Medikamente, die die Flüssigkeitsausscheidung des Organismus fördern, so dass das Herz weniger pumpen muss. Diuretika befördern mit der vermehrten Urinausscheidung aber auch, ganz ähnlich wie übermäßiger Alkoholkonsum, das wertvolle Mineral Magnesium aus dem Körper.

Auch wer Präparate zur Behandlung von Bluthochdruck einnimmt, wie etwa ACE-Hemmer,  Aldosteronantagonisten, die auch die Wasserausscheidung befördern , Sartane zur Blutdrucksenkung oder Digitalispräparate, sollte unbedingt regelmäßig seine Magnesiumwerte kontrollieren lassen, darauf weisen Fachärzte dringend hin.

Auch bei Einnahme der Anti-Baby-Pille oder einer Kortisontherapie,  muss nach Expertenmeinung der Magnesiumspiegel des Blutes regelmäßig kontrolliert werden, damit der Organismus nicht Schaden nimmt durch eine Magnesiummangelsituation.

Magnesiummangel kann Depressionen auslösen

Viele Menschen leiden in der dunklen Jahreszeit an einer Winterdepression. Eine Million ist es allein in Deutschland. Die Ärzte sprechen von einer saisonal abhängigen Depression (SAD). Der Anteil der Patienten mit Winterdepressionen steigt unter allen Depressiven auf insgesamt zehn Prozent. Mit aufwendigen Lichttherapien versuchen Ärzte, Wellnesszentren und Sanatorien diesem Phänomen zu Leibe zu rücken.

Aber es muss nicht unbedingt der Lichtmangel allein sein, der bei ungünstigen Klima- und Witterungsverhältnissen Depressionen auslöst. Auch Magnesiummangel ist ein gehöriger Risikofaktor, wie nun zunehmend bekannt wird. In Norwegen wurden kürzlich 5.000 Personen nach ihren Essgewohnheiten befragt und ob sie öfter depressive Stimmungen durchleben würden. Dabei stellte sich heraus, dass depressive Verstimmungen und auch schwerere Formen deutlich seltener auftraten, je mehr Magnesium die Befragten mit ihrer Ernährung zu sich nahmen.

Der Zusammenhang zwischen Magnesiumaufnahme und geringer Depressionsneigung erklärt sich dadurch, dass Magnesium im Körper an wichtigen Stoffwechselprozessen beteiligt ist, bei denen das Glückshormon Serotonin entsteht. Dieser Botenstoff spielt in Depressionstherapien eine gewichtige Rolle. Solange er im Gehirn hoch ist, haben Depressionen nur geringe Chancen.

Bei Magnesiummangel leidet unser gesamter Stoffwechsel.

Das in den Böden so selten gewordene Mineral Magnesium ist unerlässlich für die Reizübertragung vom Nerven auf den Muskel. (Siehe Herzrhythmusstörungen). Zuverlässige und intakte Nervenreize sind unerlässlich für die Muskelkontraktion und damit für die gesamte Herztätigkeit.

Sogar an der Freisetzung von Adrenalin und an der Knochenmineralisation ist Magnesium in hohem Maße beteiligt. So hat es eine immens wichtige Funktion beim Aufbau und der Erhaltung des Skelettsystems und der Zähne. Magnesium stabilisiert auch das innere Skelett der Zellen. Außerdem ist es für die Aktivierung von über 300 Enzymen verantwortlich, was seine Bedeutung für den Stoffwechsel eindrucksvoll unterstreicht. Es hemmt die Blutgerinnung und kann somit auch prophylaktisch gegen Thrombosen (Blutgerinnsel) wirken. Männer haben übrigens wegen der größeren Skelettmasse einen höheren Magnesiumbedarf als Frauen.

Einen erhöhten Magnesium-Bedarf haben außerdem Sportler, die mit dem Schweiß auch Magnesium verlieren. Marathonläufer zum Beispiel sollten bereits am Abend vorher reichlich Magnesium- und Calcium-Getränke zu sich nehmen. Zum Beispiel in Form von fertigen Elektrolyt-Getränken, magnesiumreichen Mineralwässern  oder in Wasser gelösten Magnesiumtabletten, am besten in der Form von Magnesiumcitrat, weil es am besten vom Körper aufgenommen wird. Auch für regelmäßige Saunabesucher mit ihrem hohen Schweißverlust ist eine gute Mineralstoffversorgung enorm wichtig. Durch das Saunen in der gängigen Intensität von drei Gängen verliert der Körper etwa eineinhalb Liter Flüssigkeit. Mineralwasser, Obstsäfte oder Apfelschorle gleichen den entstehenden Magnesium- und Kaliumhaushalt wieder aus.

Ohne ausreichend Magnesium leidet die Vitamin-D-Versorgung

Vitamin D ist wichtig für den Knochenaufbau. Ein Mangel kann zu Knochenerweichung führen. Bei Kindern spricht man von Rachitis, bei Erwachsenen von Osteoporose. Die Folge sind Fehlbildungen, schmerzhafte Verkrüppelungen und Brüche. Auch Bluthochdruck und Diabetes vom Typ 2 werden durch einen Mangel an Vitamin D begünstigt oder ausgelöst.

Vitamin D-Mangel  soll auch eine gewisse Rolle bei Übergewicht spielen und sogar entzündliche Darmerkrankungen auslösen bzw. begünstigen. Dazu gehören Morbus Crohn und Colitis ulcerosa. Vitamin D wird unter Sonneneinstrahlung in der Haut gebildet.

Dabei spielt nach neuesten Forschungsergebnissen wiederum Magnesium eine wichtige Rolle. Wenn ein Mangel an dem Mineral vorliegt, ist es offenbar für den Organismus nicht möglich, selbst das im Körper vorhandene Vitamin D voll zu aktivieren und den Bestand auszuschöpfen.

Ähnlich ergeht es dem Organismus bei der Aktivierung von Vitamin C. Auch diese funktioniert nur eingeschränkt, wenn ein Mangel an Magnesium den Körper an einem optimalen Stoffwechselgeschehen hindert.

Magnesiummangel begünstigt Kopfschmerz und Stressanfälligkeit

Wer ständig oder häufig unter Kopfschmerz und Migräneattacken leidet, tut gut daran, seinen Magnesiumspiegel kontrollieren zu lassen. Magnesium hat eine stark gefäßerweiternde Wirkung und kann dadurch Kopfschmerzen ausschalten. Untersuchungen von Wiener Wissenschaftlern haben ergeben, dass Magnesium eine durchaus sinnvolle Alternative zu den etablierten Kopfschmerztherapien darstellen und manche Pille ersetzen kann. Sogar bei Asthma hat sich der Einsatz bestimmter Magnesiumformen bewährt, auch hier kann die gefäßerweiternde Wirkung Besserung bringen.

Magnesium ist außerdem ein bewährtes Anti-Stress-Mittel, da es den Organismus ruhigstellen kann. Neben Herzproblemen,  Muskelschmerzen, Osteoporose und Stoffwechselproblemen kann Magnesiummangel auch die Stressanfälligkeit und die Nervosität steigern.

Wie man einen Magnesiummangel selbst bemerken kann

Neben den bereits genannten Herzproblemen, den depressiven Missstimmungen, neben Stoffwechselstörungen, Defiziten in der Vitaminversorgung und Kopfschmerzanfälligkeit,  treten weitere Beschwerden bei einem Magnesiummangel auf, die man schon bemerkt, bevor Laboruntersuchungen einen Magnesiummangel nachweisen. Häufig kommt es zu Muskelkrämpfen in der Wade, zu Verspannungen, Muskelzuckungen, Muskelzittern. Auch Müdigkeit, Nervosität oder Appetitlosigkeit können ein Hinweis für Magnesiummangel sein. Keineswegs selten sind auch Gefäßkrämpfe, Magen-Darm-Krämpfe und Verstopfung. Psychische Veränderungen wie Unruhe, Nervosität, Schwindel, Konzentrationsschwäche und Erschöpfungszustände können ebenfalls von einem Magnesiummangel herrühren. In der Schwangerschaft begünstigt Magnesiummangel das vorzeitige Einsetzen der Wehen.

Wie richtige Ernährung Magnesiummangel vorbeugt

Es gibt eine Reihe von medizinischen Studien, die belegen, dass zwei Drittel der Menschen weniger als den empfohlenen Tagesbedarf an Magnesium zu sich nehmen. Bisher galt, dass dieser Tagesbedarf bei etwa 300 bis 400 Milligramm liegt. Inzwischen haben Forscher auch andere Werte angegeben. In unserer Zeit mit ihren erhöhten Anforderungen an körperliche und geistige Leistungsfähigkeit seien mittlerweile 600 bis 900 Milligramm Magnesium als Tagesdosis zu empfehlen.

Um Mangel vorzubeugen, ist es wichtig sich ausgewogen – nicht einseitig – zu ernähren. Dabei gilt es auch darauf zu achten, genügend magnesiumhaltige Lebensmittel in seinen Speiseplan einzubauen. Magnesiumhaltige Lebensmittel sind alle Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte, Getreide, Kartoffeln, grünes Gemüse, Blattsalate, Nüsse, Samen, Kakao, magnesiumhaltige Mineralwässer und Apfelschorle.

Beim Getreide befindet sich der größte Magnesiumanteil in den äußeren Randschichten . Deshalb gilt: je höher der Ausmahlungsgrad, desto höher der Magnesiumgehalt. Je weißer das Mehl, umso weniger Magnesium. Beim Kochen, Blanchieren und Wässern von Lebensmitteln geht leider ein großer Teil des Magnesiums verloren, sofern die Flüssigkeit nicht weiter verwendet wird.

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