Hautkrebs breitet sich rasant aus. Wird die Sonne unser Todfeind?

Hautkrebs breitet sich rasant aus. Wird die Sonne unser Todfeind?

Menschen, die sich bräunen, um attraktiv und gesund auszusehen, gehen ein hohes Risiko ein. Hautkrebs ist zur häufigsten Krebsart beim Menschen überhaupt geworden.  Mehr als 220.000 Patienten erkranken in Deutschland jedes Jahr neu an Hautkrebs, bei gut 25.000 ist es Schwarzer Hautkrebs, der im fortgeschrittenen Stadium – wenn er in die inneren Organe streut – fast immer tödlich verläuft. 3000 Hautkrebs-Todesfälle pro Jahr verzeichnet das Krebsregister. Im Jahr 2015 kamen insgesamt 100.400 Patienten infolge der Diagnose Hautkrebs in die Klinik. Diese Veröffentlichung des Statistischen Bundesamtes ist erschreckend.  Denn die Zahlen sagen, dass Hautkrebserkrankungen innerhalb von fünf Jahren um mehr als 17 Prozent zugenommen haben. Das ist die höchste Steigerungsrate bei allen bösartigen Tumoren. Die Deutsche Krebshilfe geht sogar von jährlich insgesamt rund 290.000 Neuerkrankungen aus.

Hautkrebs Ursachen Risikofaktoren VorbeugungHautkrebs ist zur häufigsten Krebsart beim Menschen überhaupt geworden.

Die Zunahme der Sonnenintensität infolge der Erderwärmung und ähnlicher Faktoren begünstigt die Hautkrebszunahme. Es gibt nicht nur die „liebe Sonne“, sondern das helle Tagesgestirn birgt auch hohe Risiken. Gleichzeitig ist Hautkrebs aber diejenige Krebsart, bei der jeder einzelne am meisten tun kann, um sich zu schützen und eine Erkrankung rechtzeitig zu bemerken. Und früh entdeckte Hautkrebs-Erkrankungen haben gute bis sehr gute Heilungschancen. Die meisten Menschen haben außerdem Möglichkeiten, sich der intensiven Strahlung der Sonne zu ihrem eigenen Schutz zu entziehen.  

Knapp ein Viertel der vielen neuen Hautkrebspatienten bekam die Diagnose „malignes Melanom“, Schwarzer Hautkrebs.  Das ist die schlimmste Nachricht. Denn der Schwarze Hautkrebs kann sich rasch über das Lymphgefäßsystem oder die Blutbahn im Körper ausbreiten und befällt lebenswichtige Organe wie Lunge, Leber oder Gehirn. Am Schwarzen Hautkrebs sterben in Deutschland jährlich bis zu 3000 Menschen. Bis vor kurzem betrug die durchschnittliche Überlebenszeit bei solchen Metastasen nur wenige Monate. Zwar kann nach Angaben der Hautärzte durch neue Therapieansätze und eine Kombination moderner Medikamente bei immer mehr Patienten das Leben erheblich verlängert werden. Dennoch handelt es sich beim malignen Melanom noch immer um eine der gefährlichsten Krebsarten überhaupt.

Die Gründe, warum immer mehr Menschen Hautkrebs bekommen

Die Sucht braun zu werden, sich in die Sonne und ins Solarium zu legen, sind die größten Gefahren. Es ist ein Irrtum zu glauben,  unsere Haut werde braun, damit wir schön sind. Der Pigmentstoff, der zur Bräunung führt, hat einzig und allein den Grund uns zu schützen.

Das Bräunen ist eine Abwehrreaktion, die im Allgemeinen bei vermehrter UV-Strahlung im beginnenden Frühling einsetzt. Damit die gefährlichen Lichtbestandteile der Sonneneinstrahlung nicht in tiefere Hautschichten eindringen können, werden vermehrt dunkle Pigmente gebildet. Die zunehmende UV-Strahlung regt die sogenannten Melanozyten an, die das schützende Pigment produzieren. Die Haut beginnt zu bräunen.

Die speziellen Risikofaktoren für schwarzen Hautkrebs (malignes Melanom)

Wenn Melanom-Erkrankungen  in der engeren Verwandtschaft aufgetreten sind, besteht ein erhöhtes Risiko. Auch wer bereits an sogenanntem weißen Hautkrebs erkrankt ist oder war, z. B. an einem Basaliom oder einem spinozellulären Karzinom etc., hat ein erhöhtes Risiko, dass sich bei ihm  ein malignes Melanom bildet. Auch wer früher lange einer intensiven Sonnenbestrahlung ausgesetzt war, wer braune Sonnenflecken hat, z.B. auf den Schultern oder am Dekolleté, gehört zur Risikogruppe. Das gilt generell auch für alle hellen Hauttypen und für Rothaarige. Zudem gilt als Regel, dass Menschen mit über 40 Nävis, sogenannten Muttermalen  etc., ein erhöhtes Risiko für maligne Melanome haben. Auch besonders große Male können einen Tumor wahrscheinlicher machen und begünstigen. Eine weitere Risiko-Gruppe sind Menschen mit einem geschwächten Immunsystem. Das trifft zum Beispiel auf Patienten zu, die aufgrund einer Organtransplantation Medikamente einnehmen müssen, die das Immunsystem unterdrücken, um Abstoßungsreaktionen zu vermeiden..

Die Risikofaktoren für weißen Hautkrebs

Auch hier spielt die UV-Strahlen-Belastung die Hauptrolle. Basaliome, Plattenepithelkarzinome sowie spinozelluläre Karzinome treten vor allem an Hautarealen auf, die dem UV-Licht ausgesetzt sind, also vor allem am Gesicht und  im Oberkörperbereich. Das Plattenepithelkarzinom der Schleimhäute ist besonders häufig. Es zeigt ein vielfältiges Aussehen. Da gibt es warzenähnliche Formen oder solche, die wie ein Geschwür aussehen und nässen. Die Schleimhäute an Penis, Vagina, der Analregion und der Zunge sind am häufigsten betroffen. Solche Plattenepithelkarzinome besitzen die Eigenschaft zur Aussendung von Tochtergeschwülsten (Metastasen). Sie erfolgt über die Lymphbahnen.

Pickelartige Hautveränderungen  nach der Pubertät, die einfach nicht abheilen und evtl. sogar leicht bluten, sind Warnzeichen. Auch Rötungen, die langsam immer weiter wachsen oder Verhärtungen in der Haut, Hautknoten und Hautschwellungen können ernste Probleme anzeigen und auf Krebs hindeuten - oder auch harmlos sein. Auf jeden Fall muss der Hautarzt zu Rate gezogen werden, um es abzuklären.  Die Vorläufer von spinozellulären Karzinomen, die aktinischen Keratosen, sind die häufigsten Folgeerkrankungen einer Haut, die durch zu viel Sonnenlicht  vorgeschädigt ist. Sie treten als leicht erhabene Hautveränderungen vor allem am Handrücken auf, im Gesicht und auf der Glatze. Auch auf der Stirn, auf dem  wulstartig verdickten Rand der Ohrmuschel (der sog. Helix) und sogar der Unterlippe können diese Krebsvorstufen entstehen.

Es gehen beileibe nicht alle Vorstufen in Karzinome über. Die meisten Hautveränderungen sind völlig harmlos. Doch bei steigender Lebenserwartung steigt natürlich die Gefahr, den Hautkrebs im höheren Alter irgendwann doch noch zu erleben. Es sind daher  auch immer mehr ältere Menschen, die heute wegen einer UV-geschädigten Haut an aktinischen Keratosen und schließlich auch an hellem Hautkrebs erkranken.

Was Hautärzte gegen Hautkrebs raten: Wie man sich selbst untersuchen kann

Rechtzeitig entdeckt sind alle Hautkrebsarten relativ gut zu behandeln. Zu einer rechtzeitigen Erkennung ist es aber nötig, eine regelmäßige Selbstbeobachtung der Haut durchzuführen. Dazu gehört neben dem Gesicht und dem Oberkörper auch der gesamte Rücken, Po, Beine und selbstverständlich auch die Zehen. Durch die regelmäßige Selbstinspektion kann man gut erkennen, ob ungewöhnliche Hautveränderungen auftreten, die man sich nicht zu erklären vermag. Der Hautarzt kann dann mit einer digitalen Auflichtmikroskopie feststellen, ob eine gefährliche Erkrankung vorliegt.  Bei dieser auch als Dermatoskopie bezeichneten Methode handelt es sich um ein Untersuchungsverfahren der Dermatologie, das vor allem zur Früherkennung von bösartigen Tumoren der Haut (Melanomen) eingesetzt wird. Hierbei wird die Haut mit einem Mikroskop unter Zuhilfenahme von Öl und z. T. auch polarisiertem Licht bis in tiefere Schichten betrachtet.

Warum eine regelmäßige Hautkontrolle so wichtig ist und warum sie so weitgehend sein muss, hat seinen Grund auch in folgendem Irrtum: Man denkt immer, maligne Melanome entstehen vor allem aus Muttermalen, Leberflecken (Fachbegriff  Nävus, Mehrzahl Nävi) etc. Aber 60 bis 80 Prozent des Schwarzen Hautkrebses entstehen in Wirklichkeit auf einer völlig normalen Haut.  Die anderen kommen tatsächlich aus den als Muttermale oder Leberflecke bezeichneten Pigmentmalen.

Hautkrebs Muttermal
Man denkt immer, maligne Melanome entstehen vor allem aus Muttermalen, Leberflecken (Fachbegriff  Nävus, Mehrzahl Nävi) etc. Aber 60 bis 80 Prozent des Schwarzen Hautkrebses entstehen in Wirklichkeit auf einer völlig normalen Haut.

Um abschätzen zu können, ob Hautveränderungen oder auch bestehende Muttermale (Nävi) gefährlich sein könnten, empfiehlt der Hautarzt die ABCDE-Regel:

A wie Asymmetrie: Je asymmetrischer, also je ungleichmäßiger in der Form ein Nävus ist, umso verdächtiger ist er. Wenn sich ein dunkler Hautfleck bildet oder verändert und dabei nicht gleichmäßig rund, oval oder länglich ist und bleibt (!), dann kann es sich um mutierte Zellen handeln, hinter denen Hautkrebs steckt

B wie Begrenzung: Wenn die äußere Begrenzung eines Hautmals nicht einheitlich und gut abgegrenzt ist, sondern an – wenn auch nur wenigen Stellen – ausgefranst ist oder kleine Ausläufer bildet, dann besteht ein Verdacht auf Entartung der Zellen, auf Malignität. Anders ausgedrückt: unebene, rauhe Ränder eines Nävus, die evtl. auch noch gezackt oder verwaschen – jedenfalls nicht klar abgegrenzt sind – legen den Verdacht nahe, ein Hauttumor zu sein.

C wie Colour (Färbung): Je uneinheitlicher der Farbton, desto verdächtiger. Unterschiedliche Färbungen, hellere und dunklere Flecken in einem Mal, das vermischt ist mit Grau, mit schwarzen Punkten oder auch mit Rosa, weist auf ein malignes Melanom hin. Es sollte unbedingt ärztlich untersucht werden. Auch wenn der Fleck krustige Auflagen hat, ist er verdächtig.

D wie Durchmesser: Alles, was größer als fünf Millimeter ist, macht sich verdächtig.Alle Male, die die fünf Millimeter im Durchmesser übersteigen und auch die, die eine Halbkugelform haben, müssen beobachtet und kontrolliert werden.

E wie Erhabenheit und Entwicklung: die im Allgemeinen  knotig wachsenden malignen Melanome vergrößern sich innerhalb von Monaten, manchmal auch von Wochen und erheben sich dabei über das Hautniveau. Solche Veränderungen machen sie in hohem Maße verdächtig. Wer solche Entwicklungen bei sich beobachtet, sollte sie unbedingt dem Hautarzt zeigen. Hier gilt das Motto: Lieber einmal unnötig zum Arzt gehen als zu spät.

Viele harmlose Nävi sind ebenfalls erhaben, zeigen jedoch überhaupt keine oder nur geringste Veränderungen. Verändert sich ein Nävus in kurzer Zeit, so kann das die Entwicklung von einem gutartigen zu einem bösartigen Gewächs bedeuten. Hilfreich kann eine fortlaufende Fotodokumentation sein mit aufgeklebten Maßeinheiten. Sicherer ist meist der sofortige Gang zum Hautarzt, der mit der digitalen Auflichtmikroskopie Klarheit schaffen kann.

Hautkrebs-Glossar: Was diese Begriffe bedeuten

Aktinische Keratose: Eine Vorstufe des Spinalioms. Die aktinische Keratose, auch solare (durch die Sonne bedingte) Keratose (Erhebung, Schuppe) oder aktinische Präkanzerose (Krebsvorstufe) bedeutet, dass veränderte (bösartige) Zellen sich ausschließlich in der obersten Hautschicht, der Oberhaut, befinden. Erst wenn die Krebszellen in die darunter liegende Lederhaut einwachsen, liegt eine weiter entwickelte Form des hellen Hautkrebses vor: das spinozelluläre Karzinom, das Spinaliom.

Auflichtmikroskopie: Oberflächige Untersuchung der Haut unter dem Mikroskop. Vergrößerung um das Zehnfache. Dabei kann Öl oder polarisiertes Licht zu Hilfe genommen werden, um sogar auch in tiefere Schichten blicken zu können. Keine „Durchleuchtung“ oder Durchlichtmikroskopie.  Mithilfe dieses dermatoskopischen Verfahrens kann man benigne (gutartige) von malignen (bösartigen) Veränderungen gut unterscheiden.

Basaliom: Ein bösartiger Tumor der Haut. Zählt zum weißen Hautkrebs. Es wird auch als Basalzellkarzinom bezeichnet. Die Krebszellen entwickeln sich in der Basalzellschicht der Haut, bilden in aller Regel keine Metastasen.

Basalzellkarzinom: Siehe Basaliom

Benigne Hautveränderungen: Gutartige Hautveränderungen

Hautkrebs-Screening: Die Früherkennungs-Untersuchung auf Hautkrebs. Von engl. to screen = sichtbar machen (auf dem Bildschirm). Eine dermatoskopische Untersuchung durch Auflichtmikroskopie an Nävis wie etwa Muttermalen mit einer Video- bzw. Computerdokumentation gekoppelt, so dass durch die digitale Dokumentation (Verlaufskontrolle) mögliche Veränderungen jederzeit entdeckt werden können

LSF: Lichtschutzfaktor von Sonnenschutzpräparaten.  Gibt den Faktor an, um den sich die Zeit verlängert, die für das Auftreten eines Sonnenbrandes nötig ist. Bezieht sich nur auf UV-B-Strahlung.

Malignes Melanom: Maligne (schwarz, bösartig), und Melanom von Melanozythen (Pigmentzellen) herrührender Name des Schwarzen Hautkrebses. Ein sehr  bösartiger Tumor der Pigmentzellen, der früh Metastasen über Lymph- und Blutbahnen streut. Er ist die weltweit am häufigsten tödlich verlaufende Hautkrankheit. In seltenen Fällen können auch Schleimhäute befallen sein. Man spricht dann von mukosalen (Mucosa, die Schleimhaut) Melanomen. (Gutartige Hautveränderungen bezeichnet man als benigne).

Nävus (Mehrzahl Nävi): Hautflecken, Muttermale, Leberflecken

Plattenepithelkarzinom: Siehe Spinaliom

Schwarzer Hautkrebs: Siehe Malignes Melanom

Spinaliom: Ein bösartiger Tumor der Haut. Zählt zum weißen Hautkrebs. Man bezeichnet es auch als spinozelluläres Karzinom, Plattenepithelkarzinom oder Stachelzellkarzinom. Die Krebszellen entwickeln sich in der Stachelzellschicht der Haut, können streuen und Metastasen bilden, die Lymphknoten und innere Organe befallen.

Stachelzellkrebs/Stachelzellkarzinom: Siehe Spinaliom

UV-A-Schutz: Bieten nur Sonnenschutzpräparate, die das UVA-Logo in einem Kreis aufgedruckt haben.

UV-Strahlung: Ultraviolettes Licht der Sonne. UV-B verursacht Sonnenbrand. UV-A schädigt die Haut dauerhaft (Hautalterung).

Weißer Hautkrebs: Dazu gehören die Tumoren, die man als Basaliom, Basalzellkarzinom, Spinaliom,  Plattenepithelkarzinom und Stachelzellkarzinom bezeichnet.

Wirken gegen Hautkrebs auch Naturmedizin und Hausmittel?

Hautärzte warnen verständlicherweise vor Eigenbehandlungen mit Pflanzensäften oder homöopathischen Kügelchen bei Melanomen. Seit langem wird in der Naturheilkunde gesagt, dass beispielsweise der Saft der Garten-Wolfsmilch gegen bestimmte Arten von Hautkrebs hilft. Auch bei der Bekämpfung von Warzen soll Wolfsmilch hilfreich sein.

Eine Gruppe von Wissenschaftlern im australischen  Brisbane hat die Diskussion vor einiger Zeit wieder belebt, die sich um „Hausmittel gegen Hautkrebs“ rankt. Sie wollen herausgefunden haben, dass sich zumindest bei einigen Tumoren des weißen Hautkrebses  Besserungen nach einer Behandlung mit Wolfsmilchsaft einstellte. Es soll die in der Pflanze vorkommende Substanz Ingenolmebutat sein, die Krebszellen zerstören kann.

Tatsächlich ist Ingenolmebutat in Europa seit November 2012 zur topischen  (an Ort und Stelle) Behandlung aktinischer Keratosen zugelassen. Es gibt also bereits einige Erfahrung auch in unseren Breiten, dass bei dieser Hautkrebs-Frühform, der aktinischen Keratose eine Abheilung erzielt wurde. Das Wolfsmilch-Präparat wird in verschiedenen Gels in Apotheken angeboten.

Das Immunsystem gegen Hautkrebs wappnen: Verstärkte Immuntherapie bei Schwarzem Hautkrebs

Eine andere Behandlungsmethode  als die der OP und Chemotherapie allein, ist die Stärkung des Immunsystems im Kampf gegen den Hautkrebs. Diese Möglichkeit ist allerdings sehr teuer. Bei einer Immuntherapie gegen Hautkrebs fallen rund 100.000 Euro pro Patient an.

Die Immuntherapie des malignen Melanoms wurde in den letzten Jahren immer erfolgreicher: Bis zu 40 Prozent der Patienten sprechen auf solche speziellen neuen Therapieverfahren an. In vielen Fällen hält die Wirkung dieser Behandlungen auch lang an. Durch die Immuntherapien werden im Patienten spezifische Immunzellen aktiviert, die sogenannten zytotoxischen T-Zellen. Sie sind in der Lage, Melanomzellen als entartet zu erkennen und im direkten Kontakt zu zerstören.

Allerdings wirkt eine solche Immuntherapie bei einigen Patienten nach kurzer Zeit nicht mehr richtig, weil sich die Melanomzellen genetisch verändern. Dadurch verliert der durch Immunzellen freigesetzte Botenstoff Interferon-gamma seine tödliche Wirkung auf den Krebs.

Derzeit wird deshalb durch weitere genetische Analysen an Melanom-Metastasen untersucht, welche Tumore ein erhöhtes Risiko für die Ausbildung einer Botenstoff-Resistenz aufweisen, um betroffenen Patienten frühzeitig alternativ therapieren zu können.

Hautkrebs UntersuchungFrüherkennung ist im Kampf gegen den Hautkrebs ungemein wichtig. Die Unterscheidung von gut- und bösartig ist aber sehr schwierig und erfordert große Erfahrung.

Früherkennung ist die beste Therapie

Früherkennung  ist im Kampf gegen den Hautkrebs ungemein wichtig. Die Unterscheidung von gut- und bösartig ist aber sehr schwierig und erfordert große Erfahrung. Auf jeden Fall sollte eine regelmäßige Eigeninspektion erfolgen.  Dazu brauchen Sie möglichst helles Licht und zwei Spiegel, damit Sie sich von allen Seiten kontrollieren können. Wenn Sie diese „Eigenanamnese“ regelmäßig durchführen, werden Sie mit ihrer Haut und dem Hautbild bestens vertraut und sind in der Lage, mögliche Veränderungen rechtzeitig zu erkennen. Wenn Ihnen etwas Ungewöhnliches auffällt, ist ein Termin beim Hautarzt angesagt. Er kann dann mittels Auflichtmikroskopie feststellen, ob Ihre Beobachtung eine Behandlung erforderlich macht.

Eigenuntersuchungen sollten schon in jungen Jahren beginnen. Etwa 20 Prozent der malignen Melanome entstehen nämlich bereits vor dem 35. Lebensjahr. Umso bedauerlicher ist es, dass  die meisten gesetzlichen Krankenkassen erst ab dem 35. Lebensjahr und nur alle zwei Jahre ein Hautkrebsscreening bezahlen. Privatversicherte können sich dagegen jederzeit untersuchen lassen. Wenn der Hautarzt seine dermatoskopischen Untersuchungen der Auflichtmikroskopie an Nävis wie etwa Muttermalen mit einer Video- bzw. Computerdokumentation  koppelt – was in einer guten Hautarztpraxis heute selbstverständlich ist – dann sind unnötige Muttermalentfernungen überflüssig. Denn durch die digitale Dokumentation (Verlaufskontrolle) ist stets gewährleistet, dass selbst geringe Veränderungen jederzeit erkannt werden. Operationen erfolgen nur, wenn wirklich Gefahr im Verzug ist. Wer sicher gehen will, sollte seine Hautkrebsvorsoge –Untersuchung (etwa 30 Euro) und auch die Videodokumentation (ca. 30 bis 90 Euro je nach Aufwand) ggf. selbst bezahlen, wenn die gesetzlichen Kassen dafür nicht aufkommen sollten. Vor allem Risikopersonen (siehe Abschnitt über Risikofaktoren) sollten nicht auf Kosten ihrer Gesundheit sparen.

Hautkrebs vorbeugen – was am besten schützt und was man über den Einsatz von Sonnenschutz-Präparaten wissen sollte

Obwohl Krebserkrankungen meistens schicksalsbedingt sind, sollte man sich nicht einfach in ein solches Schicksal ergeben. Denn es gibt durchaus sinnvolle Maßnahmen zur Vorbeugung.  Die wichtigste ist der vernünftige und respektvolle Umgang mit der Sonne. Denn Fakt ist: Übermäßige und unkontrollierte Sonneneinstrahlung beschleunigt die Hautalterung und sie erhöht das Hautkrebsrisiko eklatant.

Die Bräunung der Haut ist von der Natur nicht aus optischen, ästhetischen oder modischen Gründen „erfunden“ worden, sondern zum Schutz der Haut vor zu viel UV-Strahlung – Hautbräunung ist ein Schutzfilm gegen Schäden, die das Sonnenlicht mit seiner Strahlung verursachen kann. Bei bereits gebräunter Haut bekommt man nicht mehr so leicht einen Sonnenbrand, wie bei blasser, ungebräunter Haut. Aber diesen Schutz gibt es nicht umsonst. Der Schutzmechanismus wird immer von neuem beansprucht, und das bleibt nicht ohne Folgen. Die Bräunung hat Nebenwirkungen. Je heller der Hauttyp und je häufiger die Bräunung in Anspruch genommen wird, umso mehr nutzt sich dieser Schutzschirm ab. Diese Entwicklung ist unausweichlich und unumkehrbar, warnen Hautärzte: Es treten immer mehr sogenannte Altersflecken auf. Die Haut als solche wird lederartig und erschlafft. In den der Sonne besonders ausgesetzten Arealen des Körpers, also im Gesicht, am Dekolleté, auf den Handrücken und an den Oberseiten der Unterarme kommt es zu Gefäßerweiterungen und zu Falten. Das sind keine direkten und unausweichlichen Folgen des Alterns, sondern hier handelt es sich um eine Abnutzung der Haut durch zu viel und zu häufiges Bräunen in der Sonne oder im Solarium. Helle Hauttypen vertragen besonders wenig Sonne, bei ihnen kommt es rascher und auch früher zu aktinischen Schäden, wie die UV-bedingten Beeinträchtigungen und Verletzungen der Haut medizinisch bezeichnet werden. Dunkelhäutige haben einen etwas stabileren Schutzschirm, Schwarze sogar einen ausgesprochen massiven.

Hautkrebs UntersuchungUnsere Haut ist in jungen Jahren besonders lichtempfindlich.

In der Jugend ist die Haut besonders anfällig für Lichtschäden

Unsere Haut ist in jungen Jahren besonders lichtempfindlich. Sonnenbrände sind höchst gefährlich. Auch wenn sie äußerlich rasch abheilen, können in tieferen Schichten doch unsichtbare Schäden bleiben und bei einem wiederholten Sonnenbrand umso gefährlicher werden. In Fachkreisen wird seit Jahren eine Zahl als Warnung genannt, die es in sich hat: 80 Prozent aller Lichtschäden der Haut werden demnach in den ersten 20 Jahren des Lebens eingefangen.  (Minderjährige sind aus diesem Grund vom Besuch eines Solariums fernzuhalten. Es ist für sie sogar verboten).

Die Sonne wird umso gefährlicher, je intensiver sie strahlt. Und die Intensität nimmt zu, je steiler sie am Himmel steht. Spätestens dann, wenn der Sonnenstand einen Winkel von 45 Grad erreicht, wird es enorm gefährlich, sich der Strahlung ungeschützt auszusetzen.  Spätestens jetzt ist intensiver Sonnenschutz erforderlich. Ein Sonnenstand von 45 Grad ist erreicht, sobald der Körperschatten  gleich lang wie der Körper ist oder sogar kürzer. Schutz vor dem UV-Licht der Sonne ist jetzt erforderlich, ob man nur ruhig auf der Liege die wärmenden Strahlen genießt oder ob man in der Sonne arbeitet. Und je höher man im Gebirge hinaufsteigt, umso stärker wird die Strahlung. Sie nimmt pro tausend Höhenmeter um bis zu 20 Prozent an Intensität zu. Auch am Meer setzt man sich einer wesentlich stärkeren Strahlung aus als zum Beispiel zu Hause im Garten.

Das UV-Licht durchdringt Wolken und Wasser

Den besten Sonnenschutz bieten Gebäude mit Dächern, durch die kein Licht dringt, feste Kleidung mit möglichst breitrandiger Kopfbedeckung, sprich Hüte, außerdem eingeschränkt auch Sonnenbrillen, hochwertige Sonnenschirme, die UV-Licht stoppen und gute Lichtschutzcremes. Die UV-Strahlen abschirmende Wirkung von Wolken, von Wasser, Bäumen und leichter Kleidung ist nur mäßig. Eine dünne Wolkendecke lässt 80 Prozent des UV-Lichtes durch, ein Meter Wassertiefe 65 Prozent. Dagegen ist die verstärkende Wirkung von hellen Wänden, von Schnee, Sand und Wasserflächen enorm. Schnee reflektiert z. B. 70 Prozent der UVB-Strahlen und wirkt dadurch wie ein Spiegel.

Die meisten Sonnenschutz-Präparate helfen nicht gegen UV-A

Und wie sieht es aus mit Sonnenschutzpräparaten, was können sie und was nicht?  Cremes und Lotions mit chemischen Filtern verhindern nicht, dass das gesamte Strahlungsspektrum des Sonnenlichts vom Eindringen in die Haut abgehalten wird. Sie halten nur bestimmte Anteile der UV-Strahlung zurück. Dabei handelt es sich vor allem um das Sonnenbrand verursachende UV-B. Das viel tiefer in die Haut eindringende UV-A, das vor allem für Hautalterung und Sonnenallergie verantwortlich ist, wird kaum gestoppt. Der angegebene Lichtschutzfaktor (LSF) auf den Präparaten bezieht sich nur auf die UV-B-Strahlung. Der LSF gibt den Faktor an, um den sich die Zeit verlängert, die für das Auftreten eines Sonnenbrandes nötig ist. Zum Beispiel nimmt eine helle Haut in praller Mittagssonne ohne Schutz bereits nach fünf Minuten die für einen Sonnenbrand ausreichende UV-B-Dosis auf. Wenn nun ein Präparat mit dem LSF 20 aufgetragen wird und die Anwendung sachgemäß erfolgt, so kann sich die Zeit bis zum Sonnenbrand um das Zwanzigfache auf gut eineinhalb Stunden erhöhen.  Bei einem LSF 3 oder vier, wären das nur 15 bis 20 Minuten.

Wann mehrmaliges Auftragen von Sonnenmilch nötig wird

Mehrmaliges Auftragen verlängert den Schutzzeitraum nicht, sie kann aber nötig sein, wenn im Wasser oder durch Abreiben des Körpers der aufgetragene Schutzfilm beeinträchtigt wird.

Je nachdem welcher Hauttyp man ist, müssten Präparate mit einem LSF von 20 bis 30 ausreichend sein. Man sollte aber auf gar keinen Fall versuchen, die errechnete Zeit bis zum Sonnenbrand voll auszureizen. Sinnvoll ist es, einen Sicherheitsspielraum von etwa einem Drittel einzuhalten.

Wer sich vor dem tief eindringenden UV-A-Licht schützen möchte, muss auf das UV-A-Logo auf seinem Mittel achten. Es besteht aus den Buchstaben UVA in einem Kreis. Nur solche Mittel bieten einen UV-A-Schutz.

Wichtig ist, dass Sonnenschutzmittel eine halbe Stunde vor dem Sonnenbad aufgetragen werden, um die volle Wirkung zu erreichen. Ganz wichtig ist es außerdem, beim Eincremen keine Hautregion zu vergessen, also auch an die Ohren, die Kopfhaut, den Nacken und die Füße zu denken. Für die Kopfhaut ist bevor sich eine vollen Glatze gebildet hat, also bei schütterem Haar, die Eincremung problematisch. Hier ist die Kopfbedeckung (ein Hut) das Mittel der Wahl – auch im Wasser, beim Schwimmen sollte der Kopf unbedingt bedeckt sein. Und als Schutzmöglichkeit für die Augen sollte man sich eine gute Sonnenbrille zulegen. Auf alle Fälle sollte man auch bedenken, dass bei allem Schutz, den sie bieten, Sonnenschutzmittel auch Allergien auslösen können. Die Eigenbeobachtung und eine Kontrolle durch Partner und andere Mitmenschen ist hier angebracht.

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