Hautkrebs: häufigste Krebsart – höchste Steigerungsrate

Hautkrebs: häufigste Krebsart – höchste Steigerungsrate

Hautkrebs - Bringt uns die Sonne alle um? Menschen, die sich bräunen, um attraktiv und gesund auszusehen, gehen ein hohes Risiko ein. Hautkrebs ist zur häufigsten Krebsart beim Menschen überhaupt geworden. Seine Zunahme ist bedrohlich. Sie ist die höchste bei allen bösartigen Tumoren. Gleichzeitig ist Hautkrebs diejenige Krebsart, bei der jeder einzelne am meisten tun kann, um sich zu schützen und eine Erkrankung rechtzeitig zu bemerken. Früh entdeckte Hautkrebs-Erkrankungen haben gute bis sehr gute Heilungschancen. Die Therapiemöglichkeiten für Hautkrebs werden ständig erweitert und verbessert.

In unseren Breiten bekommen Menschen nur dann eine tiefbraune Haut, wenn sie kräftig nachhelfen: durch ausgiebiges Sonnenbaden, durch Urlaubsfahrten in glutheiße Länder, durch Skifahren und Wandern im Hochgebirge oder durch das künstliche UV-Licht in Solarien.

Braungebrannt zu sein, ist eine verhältnismäßig junge Mode. Die Meinung braun ist gesund kam in den zwanziger Jahren auf, als Bräune plötzlich zu einem Zeichen von Wohlstand wurde. Wer braun gebrannt war, konnte es sich leisten, Urlaub zu machen, reiste in die als gesundheitsfördernd propagierten Heilorte an der Küste und im Gebirge. Braungebrannte Frauen und Männer galten als besonders sexy.

Nach dem Krieg fuhren die Deutschen immer häufiger in südliche Länder, kamen braungebrannt zurück. „Gut siehst du aus“, wurden sie von den Daheimgebliebenen neidvoll begrüßt. Um die Urlaubsbräune zu erhalten und immer wieder aufzufrischen, gingen die Menschen ab den 60er Jahren in die Sonnenstudios, die ebenfalls rasch Mode wurden und in großer Zahl eröffneten. Künstliche Höhensonnen hielten sogar Einzug in die Privathaushalte. Die gebräunte Haut wurde zum Statussymbol der Reichen, zum Markenzeichen der Freizeitgesellschaft.

Vorbei die Zeiten, als es in unseren Breiten als vornehm und schick galt, blass zu sein, als die Damen ihr Gesicht hinter dicken Puderschichten versteckten und nie ohne Schleier oder Sonnenschirm außer Haus gingen. In der Spätromantik tranken Frauen sogar Essig oder durchwachten die ganze Nacht, nur um blass und interessant auszusehen, wird berichtet. Anzeigen für Seifen, Cremes, Puder oder Bleichmittel versprachen noch bis in die ersten Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts hinein die Erhaltung oder Wiedererlangung einer reinen „weißen, sammetweichen“ Haut oder eines „zartweißen, blendend schönen Teints.“

In vielen Gegenden der Erde gilt weiße Haut als attraktiv und vornehm

Für Menschen in der äquatornahen Dominikanischen Republik gibt es auch heute noch nichts Edleres als eine weiße Hautfarbe. Wer weiß ist, gehört dort zur Oberschicht, ist reich, hat es nicht nötig, auf den Zuckerrohrfeldern unter der sengenden Sonne zu arbeiten. In Asien werden Millionen Dollar für Bleichcremes ausgegeben, um Blässe in den Gesichtern zu erzeugen. Sie gilt dort zumindest als schick. Eine weiße Haut strahlt für die meisten Asiaten Vornehmheit, Wohlstand und bei Frauen besondere Weiblichkeit aus. Gebräunte Haut dagegen erzählt seit jeher von Armut und mühsamer Arbeit im Freien. Die Redensart vom „blauen Blut“ ist ebenfalls eine Folge von vornehmer, blasser Haut und kommt ursprünglich aus Spanien. Dort konnte der Adel es sich im Gegensatz zum arbeitenden Volk leisten, die Sonne zu meiden. Unter der Blässe der weißen adeligen Haut schimmerten bläulich die Adern durch. So glaubten die sonnenverbrannten Bauern, ihre vornehmen Herren besäßen blaues Blut.

Tiefbraune Haut ist eine Mode. Der vermeintliche Ausdruck von strotzender Gesundheit und zupackender Kraft aber ist trügerisch. Langsam spricht es sich herum, dass ausgiebiges Sonnenschmoren in Wahrheit die Haut schädigt. Vor allem seit das Ozonloch für Schlagzeilen sorgt, werden manche nachdenklich. In Australien und den USA werben Hersteller von Sonnenmilch häufig schon nicht mehr mit tiefgebräunten Menschen, wie noch auf Werbeplakaten der 70er, 80er und 90er Jahre. Stattdessen zieren eher hellhäutige Models die Anzeigen. Der Mythos, wer braun ist, sei besonders gesund und sexy, beginnt zu verblassen.

Ein Wandel des Schönheitsideals zeichnet sich ab. Die vornehme Blässe könnte schon bald wieder als attraktiv gelten. Eva Kalbheim-Gapp von der Deutschen Krebshilfe fände es großartig: „Ein Wandel des Schönheitsideals in Richtung edle Blässe wäre die beste Kontraindikation zur bundesweit steigenden Hautkrebsrate.“

Die Haut wird nicht braun, damit wir schön sind, sondern um sich zu schützen

So lieb, wie wir meinen, ist die liebe Sonne also gar nicht. Die Haut „weiß“ es, viele die sie zu Markte tragen, wissen es nicht. Die durch die ultraviolette Strahlung der Sonne geförderte Bräune unsere Haut ist von der Natur und unserem Organismus keineswegs als attraktiver Nebeneffekt des Sommers gedacht, sondern als ein aktiver Schutzmechanismus. Das Bräunen ist eine Abwehrreaktion, die im allgemeinen bei vermehrter UV-Strahlung im beginnenden Frühling einsetzt. Damit die gefährlichen Lichtbestandteile der Sonneneinstrahlung nicht in tiefere Hautschichten eindringen können, werden vermehrt dunkle Pigmente gebildet. Die zunehmende UV-Strahlung regt die sogenanten Melanozyten an, die das schützende Pigment produzieren. Die Haut beginnt zu bräunen.

Die Natur des menschlichen Körpers ist einer ganzen Reihe von UV-Licht-bedingten Krankheiten ausgesetzt, gegen die es keine Pigmente gibt. Neben dem Sonnenbrand zählen zu den Gefahren auch Hornhaut- und Bindehautentzündungen der Augen. Eine der schlimmsten Formen ist die Schneeblindheit. Durch die Reflexion der UV-Strahlen von den gleißend weißen Schneefeldern wird das Sehvermögen brutal zerstört. Daneben gibt es chronische Schäden, die sich erst im Laufe der Zeit ausbilden, wie beispielsweise vorzeitige Hautalterung, Linsentrübungen am Auge, genannt grauer Star, oder die Schwächung des Immunsystems.

Hautkrebs - eine mikroskopische Aufnahme

Auf der Haut beginnt gleichzeitig mit der verstärkten Pigmentierung die Bildung der sogenannten Lichtschwiele, einer Art Verdickung der Haut, die einen zusätzlichen Schutz darstellt. Doch dieser Schutz, hält nicht lange und intensiv genug vor. Man bezeichnet diesen Schutzmechanismus auch als die sogenannte Erythemschwelle. Damit wird die kleinste Strahlendosis bezeichnet, die eine entzündliche Hautrötung, ein Erythem, erzeugt. Ist diese Schwelle überschritten, dann war die UV-Dosis zu hoch und es folgt der bekannte Sonnenbrand. Die Höhe und damit die Wirksamkeit der Erythemschwelle ist bei jedem Menschen individuell verschieden. Manche bekommen so gut wie nie einen Sonnenbrand, bei anderen ist die Schwelle dafür extrem niedrig.

Auch wenn der Sonnenbrand nach einiger Zeit ausgeheilt ist, ist er dennoch nicht verschwunden. Die durch ihn verursachten Hautschäden, die Schädigung des Erbgutes der Zellen können nicht vollständig „repariert“ werden. Das bedeutet, dass bei wiederholten Sonnenbränden die Haut immer schlechter mit den Schädigungen der Zellen zurechtkommt und die Reparaturen immer weniger effizient ausgeführt werden können. Die Haut erholt sich praktisch nie mehr völlig. Es kann dadurch zu einem unkontrollierten Wachstum der Zellen und somit zu Hautkrebs kommen. In unseren Breitengraden beträgt die Steigerungsrate derzeit sieben Prozent. Damit hat der Hautkrebs die höchste Zuwachsrate aller bösartigen Tumore. Allein in Deutschland treten schätzungsweise jährlich etwa 7000 neue Fälle auf.

Was Hautkrebs ist und wie er entsteht

Die gefährlichste Form von Hautkrebs ist das maligne Melanom (malign, lat. malignus, gleich bösartig) oder der schwarze Hautkrebs. Es handelt sich dabei um eine bösartige Wucherung der erwähnten Melanozyten (Pigmentzellen) die überall auf der Haut entstehen kann. Bei Männern entwickeln sich Melanome besonders häufig am Rumpf, bei Frauen eher an Armen und Beinen. Besonders stark betroffen sind hellhäutige Menschen mit ungenügender Bräunungstendenz. Das Melanom entwickelt sich bevorzugt auf Hautbereichen, die der Sonne ausgesetzt sind: Gesicht, Hals, Arme, Unterschenkel. Etwa 60 Prozent der Melanome entstehen aus sogenannten Nävi, wie Mediziner Leberflecken und Muttermale bezeichnen. Sie sind oft über viele Jahre völlig unauffällig und entarten dann plötzlich ohne Vorwarnung.

Bei der schwarzen Bevölkerung beträgt die Zahl der Erkrankungen nur ein Sechstel derjenigen hellhäutiger Bevölkerungen. Bei ihnen werden besonders die wenig pigmentierten Körperteile wie Schleimhäute, Hand- und Fußflächen befallen. Da Melanozyten auch im Körperinnern vorhanden sind, können Melanome selten auch an Hirnhäuten, im Auge und an Schleimhäuten auftreten.

Das durchschnittliche Erkrankungsalter liegt bei etwa 50 bis 55 Jahren. Die Alterstendenz ist sinkend, d.h. es erkranken immer häufiger auch junge Menschen an einem Melanom. Da maligne Melanome aus den pigmentbildenden Zellen hervorgehen, weisen sie eine dunkle Färbung auf. Wegen dieser werden sie auch „schwarzer Hautkrebs“ genannt. Die dunkel gefärbte Hautveränderung ist das wichtigste Erkennungsmerkmal des Melanoms. Allerdings haben fast alle Menschen braune Flecken am Körper, sogenannte Leberflecken oder Muttermale. Die meisten davon sind kein Melanom. Für die Beurteilung, ob eine solche Hautveränderung möglicherweise ein malignes Melanom sein könnte, liefert die Untersuchung der Haut nach der sogenannten „ABCDE-Regel“ gute Hinweise:

A steht dabei für Asymmetrie, B für Begrenzung: Während gutartige Nävi in der Regel rund oder oval sind, können zungenförmige Ausläufer und Einbuchtungen oder unscharfe Grenzen zur umgebenden Haut auf ein Melanom hindeuten.

C bedeutet Color (Farbe): Melanome sind typischerweise unregelmäßig und uneinheitlich gefärbt, manchmal von tiefschwarz bis hautfarben.

D bezeichnet den Durchmesser: Verdacht auf ein Melanom besteht, wenn Hautveränderungen einen Durchmesser von mehr als sechs Millimetern aufweisen. Die meisten normalen Nävi sind kleiner.

E steht für Elevation oder Erhabenheit über das Hautniveau: Wenn ein brauner Fleck nicht flach ist und sich die Oberfläche rauh anfühlt oder schuppend ist, kann dies ebenfalls auf ein malignes Melanom hinweisen.

Außerdem sind Farbveränderungen, Größenzunahme, Blutungen (Hämorrhagien) und ständiger Juckreiz hochgradig verdächtige Zeichen, die eine Abklärung beim Hautarzt oder in einer Hautklinik unbedingt notwendig machen.

Der schwarze Hautkrebs ist der aggresivste Hauttumor und eine der gefährlichsten Krebsarten überhaupt. Seine Gefährlichkeit zeigt sich besonders in der Tatsache, dass er relativ früh metastasiert, also Zellen für Tochtergeschwülste in anderen Organen absiedelt. Dementsprechend wichtig ist die Vorsorgeuntersuchung, bei der alle Muttermale vom Hautarzt begutachtet und gegebenenfalls entfernt werden.

Maligne Melanome sind bei Frauen etwas häufiger als bei Männern. Sie entstehen nicht nur an sonnenbeschienenen Stellen, sondern auch an Rücken, Bauch oder Gliedmaßen. In seltenen Fällen entwickeln sie sich auch an schlecht einsehbaren Körperstellen wie unterhalb eines Nagels oder in den Zwischenräumen der Zehen.
Als Hauptrisiko gilt dennoch eine zu intensive Sonneneinstrahlung. Allerdings spielt nicht wie bei anderen Hauttumoren die akute und chronische Sonnenbelastung eine Rolle. Vielmehr ist eine ausgeprägte und häufige Sonnenbrandreaktion seit der Kindheit und Jugend ausschlaggebend. Das Melanom hat eine lange Vorgeschichte.

Betroffen sind überwiegend hellhäutige und vor allem auch rothaarige Menschen. Personen mit einer hohen Anzahl an Muttermalen, den sogenannten Nävi, haben ebenfalls ein erhöhtes Risiko, einen schwarzen Hautkrebs zu entwickeln. Als hoch gilt eine Muttermal-Zahl von 50. Außerdem scheint auch eine erbliche Veranlagung zu bestehen, worauf das vermehrte Auftreten von schwarzem Hautkrebs in manchen Familien hindeutet. Da nur bei frühzeitiger Diagnose und Therapie die Heilungsprognose gut ist, sollten Risikopersonen sich einmal jährlich von einem Hautarzt untersuchen lassen.

Erste und wichtigste Maßnahme: die Entfernung der Geschwulst

Der erste Schritt bei der Behandlung des Hautkrebses ist dessen Entfernung. Hierbei haben sich die Techniken gerade in den 90er Jahren wesentlich verbessert, so dass nicht zuletzt das Melanom effektiver entfernt werden kann und auch wesentlich kleinere Narben bleiben.

In vielen Fällen kann die Entfernung ambulant unter lokaler Betäubung durchgeführt werden. Hierbei schneidet der Arzt mit einem Skalpell die betroffenen Hautstellen und noch einen Teil des umgebenden Gewebes heraus. Dies geschieht, um sicher zu gehen, dass auch der gesamte Bereich, den der Hautkrebs einnimmt, entfernt wurde. Die Wunde wird vernäht und heilt meist innerhalb von wenigen Wochen aus. Die entfernte Haut wird im Labor untersucht. Unter dem Mikroskop kann festgestellt werden, ob alle krebsartigen Zellen entfernt wurden oder ob an den Rändern noch kein gesundes Gewebe gefunden wurde.

Weitere Methoden, um die betroffenen Hautpartien zu entfernen, sind die Verwendung von flüssigem Stickstoff, mit dem die Krebsherde Haut sozusagen weggefroren werden. Besonders vorteilhaft ist diese Methode z.B. bei Patienten mit Blutgerinnungsstörungen.

Manchmal wird die betroffene Hautstelle auch mit einer Kürette entfernt. Das ist ein halbmondförmiges, scharfes Handinstrument, wie es für Ausschabungen gebraucht wird. Mit ihm schabt der Chirurg den Krankheitsherd ab und brennt ihn anschließend mit einer heißen Nadel aus. (Moderne Verfahren arbeiten mit Immuncremes und photodynamischen Therapien. Siehe dazu unser Interview mit Prof. Roland Kaufmann).

In jedem Fall wird der schwarze Hautkrebs mit mindestens einem Zentimeter Sicherheitsabstand zur gesunden Umgebung hin entfernt. Wurde aufgrund einer eventuell vorangegangenen Ultraschalluntersuchung des Tumors eine Tiefenausdehnung von über einem Millimeter festgestellt, so wird der Sicherheitsabstand bis zu drei Zentimetern zu allen Seiten ausgedehnt. Dies trifft auch dann zu, wenn die Tiefenausdehnung des Tumors erst nach der Operation feingeweblich festgestellt wurde. In diesem Fall schließt sich eine erneute, dann ausgedehntere Operation an.

Ist die Tumorerkrankung weiter fortgeschritten, entscheiden die Chirurgen während der Operation, ob die benachbarten Lymphknoten mit entfernt werden müssen oder nicht. Sie werden auf jeden Fall mit entfernt, wenn ein vorausgegangenes Ultraschallbild den Befall der Lymphknoten dargestellt hat.
Haben sich bereits Metastasen gebildet, erfolgt zumeist eine Chemotherapie, welche aber in den seltensten Fällen das Tumorleiden noch heilen kann.

Wie ist die Prognose des schwarzen Hautkrebses?

Die Prognose des schwarzen Hautkrebses hängt von der Eindringtiefe des Tumors im Gewebe ab. Ist er weniger als 0,75 Millimeter in die Tiefe eingedrungen und hat er die Lederhaut gar nicht oder nur vereinzelt erreicht, so ist die Prognose relativ gut.

Ist die Ausdehnung größer als ein Millimeter oder ist das Tumorwachstum tief in die Lederhaut vorangeschritten, so ist die Prognose schlechter. Das trifft auch für den Fall zu, in dem es schon zu Metastasen in benachbarte Lymphknoten kam. Liegen bereits Absiedlungen in Lunge, Leber oder Gehirn vor, so ist die Prognose äußerst schlecht.

Die häufigsten Hautkrebsformen sind Basaliome und Spinaliome

Das maligne Melanom ist zwar die gefährlichste Hautkrebsart, aber zum Glück auch realtiv selten. Die Zahl der Erkrankungsfälle jedoch nimmt in den letzten Jahrzehnten permanent zu.

Weitaus häufiger sind seit jeher Basaliome und Spinaliome. Sie machen etwa 15 Prozent aller bösartigen Tumoren aus. Pro Jahr erkranken von 100.000 Menschen 150 an einer dieser Krebsarten, wobei Basaliome viermal häufiger sind. Gegenüber 1970 hat sich die Zahl etwa vervierfacht. Für Deutschland bedeutet dies etwa 120.000 neue Erkrankungen jährlich. Beim Melanom treten nach aktuellen Schätzungen pro Jahr rund 7.000 neue Fälle auf.

Der Basalzell-Hautkrebs (Basaliom) entwickelt sich aus den Basalzellen der Haut. Er entsteht zu 80 Prozent auf stark sonnenbeschienenen Stellen im Gesicht, wie zum Beispiel an Nase, Wange, Schläfe, Stirn oder Ohren. Prinzipiell kann er aber auch an allen anderen Stellen der Haut auftreten. Betroffen sind überwiegend hellhäutige Menschen ab dem 50. Lebensjahr. In seltenen Fällen kann ein Basaliom auch schon ab dem 20. Lebensjahr auftreten. Männer erkranken etwas häufiger als Frauen.
Basaliome verursachen im Gegensatz zu anderen Hautkrebsformen nur extrem selten Absiedlungen (Metastasen) in andere Organe. Der Basalzell-Hautkrebs kommt im Gegensatz zum Stachelzell-Hautkrebs (Spinaliom) nicht im Bereich der Schleimhäute vor, kann jedoch in diese hineinwachsen.

Ein Basalzell-Hautkrebs kann je nach Typ oder Stadium sehr unterschiedlich aussehen. Im Anfangsstadium ist es zumeist nur ein hautfarbenes oder glasiges Knötchen. Typisch beim Basalzell-Hautkrebs ist die Durchsetzung der Knötchen mit kleinen Äderchen (Teleangiektasien). Im Bereich außerhalb des Gesichts ähnelt der Basalzell-Hautkrebs oft einem Ekzem mit Rötung und Schuppung. In einem späteren Stadium wächst dieser Tumor eher nach innen und breitet sich dort als Geschwür aus.

Ein Basalzell-Hautkrebs wächst häufig sehr aggressiv. Wird er nicht behandelt, schreitet sein Wachstum unaufhörlich fort und zerstört Bindegewebe, Knorpel und selbst Knochen. Im Anfangsstadium reicht zumeist eine kleinere ambulante Operation unter örtlicher Betäubung (Lokalanästhesie) zu seiner Entfernung. Im fortgeschrittenen Stadium wird der Tumor in der Regel „zweizeitig“ operiert. Das heißt: In einer ersten Operation wird der Tumor chirurgisch entfernt, die Operationswunde aber vorerst nicht verschlossen. Erst nach der feingeweblichen Untersuchung des herausgeschnittenen Gewebes erfolgt je nach Befund der eigentliche Wundverschluss. Zeigt sich bei dieser Untersuchung, dass noch Krebsreste vorhanden sind, erfolgt eine erneute, etwas erweiterte Operation. Im anderen Fall wird mit der zweiten Operation der Verschluß der Wunde vorgenommen. Dieser operative Eingriff erfolgt in der Regel ebenfalls unter örtlicher Betäubung, allerdings zumeist im Rahmen eines stationären Aufenthaltes.

Eine Bestrahlungstherapie ist beim Basalzell-Hautkrebs ebenfalls möglich. Bei einer großen Ausdehnung des Tumors wird neuerdings immer öfter auch eine sogenannte photodynamische Therapie (PDT) angewandt. Hier wird auf die behandelnden Tumormassen ein spezieller Wirkstoff aufgetragen, nach 24 Stunden erfolgt dann auf diese Areale für 20 Minuten eine Lichtbestrahlung. Weitere Therapiemöglichkeiten sind: lokale Chemotherapie, Kältetherapie mit flüssigem Stickstoff oder Lasertherapie.

Ist der Tumor komplett entfernt, ist die Erkrankung im allgemeinen ausgeheilt. Allerdings bekommt nahezu jeder dritte Betroffene im Laufe seines Lebens einen erneuten Basalzell-Hautkrebs, zumeist an einer anderen Stelle.

Plattenepithelkarzinome: Stachelzell-Hautkrebs oder Spinaliom

Auf den sogenannten Stachelzellen, aus denen eine der Schichten der äußeren Haut besteht, kann sich – besonders unter starker Sonneneinwirkung - eine „Akanthose“ oder „aktinische Keratose“ entwickeln. Das ist eine gerötete Stelle, deren Oberfläche sich anfühlt wie Sandpapier. Sie ist die Vorstufe zum Stachelzell-Hautkrebs, den man auch als Spinaliom bezeichnet oder als Plattenepithelkarzinom. Durchbrechen die veränderten Hautzellen die Grenze von der Oberhaut zur Lederhaut, kommt es zum Stachelzell-Hautkrebs. Es handelt sich um einen bösartigen Tumor, der sich an stark sonnenbeschienenen Stellen wie Gesicht, Ohren, Handrücken und Unterarmen entwickelt, aber auch an schleimhautnahen Stellen wie Unterlippe, Mund, Zunge und sogar im Genitalbereich. Betroffen sind überwiegend hellhäutige Menschen ab dem 60. Lebensjahr. Männer erkranken etwa doppelt so häufig wie Frauen. In sonnenreicheren Ländern - wie z.B. Australien oder Neuseeland – kommt er etwa zehnmal häufiger vor als in unseren Breiten.

Der Stachelzell-Hautkrebs kann sich aber, wenn auch selten, aus Narben, Verbrennungen oder chronischen Unterschenkelgeschwüren entwickeln. Chemikalien wie Arsen und Teer tragen zur Entwicklung des Stachelzell-Hautkrebses bei. Menschen, die damit umgehen, erkranken häufiger an dieser Krebsform.

Anfangs zeigt sich der Stachelzell-Hautkrebs nur als kleine Rötung mit einer relativ fest aufsitzenden, bräunlichen Hornschicht. Versucht man die Hornschicht abzukratzen, entsteht oft eine blutende Wunde. Später wächst dieser Tumor meist blumenkohlartig nach außen. Schlecht heilende Wunden, die teilweise bluten und nach sechs Wochen nicht abgeheilt sind, können ein Hinweis auf einen Stachelzell-Hautkrebs sein. Bei etwa sechs Prozent der Erkrankten löst Stachelzellen-Hautkrebs auch Metastasen aus.

Das Krebsgeschwür wird in aller Regel chirurgisch mit einem halben bis einem Zentimeter großen Sicherheitsabstand zum umgebenden gesunden Gewebe entfernt. Dies kann, je nach Lokalisation und Ausprägung einer Amputation gleichkommen, beispielsweise am Ohr. Befindet sich der Patient im fortgeschrittenen Alter oder in einem schlechten Allgemeinzustand, wird der Tumor bestrahlt. Wenn es zu Metastasen gekommen ist, hilft oft nur noch eine Chemotherapie. Allerdings ist auch damit eine Heilung nur selten möglich.

Rechtzeitig erkannt und behandelt ist die Prognose beim Spinalion oder Stachelzellen-Hautkrebs recht gut. Sofern er zum Zeitpunkt der Operation keine Metastasen in benachbarten Lymphknoten oder in anderen Organen gebildet hat, ist der Krebs in der Regel besiegt. Für Tumore im Bereich der Genitalregion oder im Mundbereich besteht eine schlechtere Prognose.

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