Welche Hausmittel helfen wirklich gegen Erkältung?

Welche Hausmittel helfen wirklich gegen Erkältung?

Erkältung betrifft fast die Hälfte der Deutschen im Winter

Fast die Hälfte der Bevölkerung ist im Winter erkältet, wie aus den Statistiken der Krankenkassen hervorgeht. Die meisten Deutschen klagen über Schnupfen, Husten und Bronchitis. Die größte Gefahr in der winterlichen Erkältungszeit ist die Anstreckungsgefahr. Bei jedem Mal Niesen des Partners, der Arbeitskollegen oder der dichtgedrängten Fahrgäste in der U-Bahn werden Millionen von Viren durch die Luft geschleudert und in Sekundenschnelle zwischenmenschlich „weitergereicht“. Wenn das Immunsystem nicht hundertprozentig fit ist, besteht hohe Infektionsgefahr.

Helfen Hausmittel gegen Erkältung? Vermeiden Sie Ansteckung

Vermeiden sie Ansteckungen ersticken sie beginnende Erkältungen schon im Keim. Meiden Sie soweit wie möglich den Kontakt mit größeren Menschenansammlungen und vor allem zu erkälteten Personen. Halten Sie mehr Abstand als in anderen Jahreszeiten vielleicht üblich.

Handschweiß bietet ideale Lebensbedingungen für Bakterien. Wenn Sie viele Hände schütteln müssen, waschen Sie sich Ihre eigenen möglichst oft, um die Erreger wieder loszuwerden.

Warme, trockene Füße und eine feuchte Nase sind gute Hausmittel gegen Erkältung

Achten Sie unbedingt darauf, stets warme und trockene Füße zu haben. Kalte Füße sind ein sicherer Weg, sich eine Erkältung einzufangen. Denn an unterkühlten Füßen ziehen sich die Blutgefäße stark zusammen. Da die Fußnerven mit denen der Atemwege in Verbindung stehen, verengen sich auch die Adern in Hals, Rachenraum, Nase und Nebenhöhlen. Die geringere Durchblutung schwächt die Körperabwehr in diesen Bereichen, Viren und Bakterien können dann besonders leicht eindringen und den Körper infizieren.

Eine ausgetrocknete Nase bekommt viel leichter Schnupfen als eine mit feuchten Schleimhäuten. Nur eine feuchte Schleimhaut kann nämlich Viren und Bakterien einfangen. Das Immunsystem tötet sie dann ab, ehe sie Schaden anrichten können. Deshalb die Nasenschleimhaut immer feucht halten, mit Meerwassersprays oder selbst angesetzter physiologischer Kochsalzlösung. (9 Gramm Salz pro 1 Liter Wasser). Das Naseninnere damit anfeuchten durch Hochschnupfen oder Einträufeln mittels Pipette. Mit einer Schnabeltasse kann die Nase auch komplett durchgespült werden: Lösung in ein Nasenloch einlaufen lassen, bis die Lösung zum anderen wieder heraus kommt. Die Atmung erfolgt über den Mund. So wird die Nase gereinigt, Viren und Bakterien werden ausgespült. Die Schleimhaut bleibt feucht, Austrocknung und Borkenbildung werden verhindert.

Ungewöhnliches Hausmittel gegen Erkältung aus Osteuropa

Etwas rabiater ist die folgende Methode aus Osteuropa: Eine halbe Zitrone in eine Espresso- oder Mokkatasse ausdrücken, einen Esslöffel Salz daruntermischen und mit Wasser randvoll auffüllen. Umrühren und vorsichtig in die Nase einschniefen. Höchstens zwei bis drei Mal am Tag anwenden. Dieses Hausmittel gegen Erkältung wirkt wirklich und bringt große Erleichterung.

In abgestandener Luft vermehren sich Keime, deshalb regelmäßig einmal pro Stunde für ein paar Minuten die Wohnung lüften.

Falls Sie Raucher sind, versuchen Sie den Tabakkonsum wenigstens einzuschränken. Denn wer raucht, hat das Pech, daß ausgerechnet die Organe, die von den Teerprodukten am meisten direkt geschädigt werden - also die Atemwege und die Lunge - gleichzeitig die Organe sind, die als erste die Erkältungsviren abfangen sollen. Doch wenn sie nicht richtig fit sind, ist den Erregern quasi Tür und Tor geöffnet.

Das können Sie gegen Halsschmerzen tun: 80 bis 90 Prozent aller Halsschmerzen werden von Viren ausgelöst. Dagegen sind, wie die Stiftung Warentest herausgefunden hat, so gut wie alle handelsüblichen Halsschmerzmittel wirkungslos. Auch Antibiotika können nichts ausrichten. Ein sehr probates Mittel dagegen ist das Gurgeln mit trockenem Weißwein. Wein kann Viren abtöten und stoppt Entzündungen. Aber auch Gurgeln mit Thymiantinktur (Salviathymol) oder ein bis zwei Teelöffeln Salz auf ein Glas handwarmes Wasser bringt Linderung.

Die besten Halswickel gegen Erkältung sind solche mit warmen Kohlblättern, Leinsamen, Bienenwachs oder Zwiebeln.

So werden Sie mit Husten und Bronchitis bei Erkältung fertig

Husten ist für Lungen und Bronchien ein Reinigungsmechanismus, der im Notfall eingesetzt wird, wenn Entzündungen die Funktion der Atmungsorgane beeinträchtigen und der normale Reinigungsprozeß über die feinen Flimmerhärchen nicht mehr ausreicht. Manchmal aktiviert der Körper das Notfallprogramm bereits, ehe noch Sekret zu befördern ist. Dann sprechen wir vom trockenen Reizhusten. Sie sollten dann versuchen, nicht immerzu zu hüsteln, sondern warten, bis sich Sekret angesammelt hat und dieses abhusten. Das geht dann viel leichter.

Sehr wirksam bei Husten ist eine Phytotherapie mit Thymianpräparaten aus der Apotheke. Auch Thymiantees, die Sie sich selbst zubereiten, können als Hausmittel sehr wohltuend sein.

Zwiebelwickel sind ein bewährtes Hausmittel gegen Erkältung

Ganz ausgezeichnet als Hausmittel gegen Erkältung bewährt hat sich ein Zwiebelwickel: zwei mittelgroße Zwiebeln in Scheiben schneiden, auf ein Baumwolltuch legen, die Ränder umschlagen und mit Pflaster verkleben. Den Wickel auf einen umgekehrten Topfdeckel legen und im Topf Wasser leicht kochen lassen. (Oder in der Bratröhre in Alufolie erhitzen). Vor dem Auflegen den Wickel mit dem Teigroller walzen, damit sich das Tuch mit Zwiebelsaft vollsaugt. Dann auf die Brust legen und mit einem weiteren Tuch umwickeln. Drei bis vier Stunden einwirken lassen.

Bei trockenem Husten helfen auch Schweineschmalzauflagen, da sie zugleich beruhigend und schleimlösend wirken.

Hausmittel gegen Erkältung aus Tibet und Sibirien

  • Tibeter wenden Sanddorn-Fruchtfleisch-Öl (SFF-Öl) gegen Erkältung an, z.B. bei Mandelentzündungen, Entzündungen der Rachenschleimhaut, Husten, Kehlkopfentzündung, Stomatitis (Mundfäule) und Mittelohrentzündung. SFF-Öl gibt es in Reformhäusern.
  • Sibirer schwören gegen Erkältung auf Zedernussöl, das aus den Samen der sibirischen Zirbelkiefer (pinus sibirica) gepreßt wird. Vor jeder Mahlzeit ein Teelöffel macht das Immunsystem fit. Das Taiga-Öl gibt es im Reformhaus.

Weitere gute Hausmittel gegen Erkältung

  • Wohltuend ist schon ein warmes Bad mit Zugabe von ätherischen Ölen, wie beispielsweise Anis-, Fenchel-, Salbei- oder Minzöl. Auch Einreibungen von Brust und Rücken mit Salben aus pflanzlichen Extrakten können die heftigsten Beschwerden lindern.  Sehr wichtig ist es, viel zu trinken. Zum Beispiel zwei bis drei Flaschen Mineralwasser und zusätzlich je nach Geschmack heiße Tees aus Lindenblüten, Holunder oder Thymian.
  • Gegen Bakterien hilft täglich ein Viertelliter Rote-Beete-Saft. Außerdem ein roh geriebener Salat aus der Meerrettichwurzel (mit Sahne und geriebenem Apfel strecken, um die Schärfe zu nehmen). Der rote Farbstoff Betanin aus der Rübe isoliert Bakterien, die dann mit dem Urin ausgeschwemmt werden. Meerrettich enthält bittere Harzstoffe und Vitamin C zur Stärkung der Abwehr sowie das Senföl Sigrin, das stark antibakteriell wirkt. Es fördert die Heilung der Atemwege und ist ein altbekanntes Hausmittel gegen Erkältung.
  • Ein bewährter Hustentee aus Wildkräutern: Zu gleichen Teilen Spitzwegerich- und Huflattichblätter, Eibischwurzel und Königskerzenblüten mischen. Vier Teelöffel davon in einem halben Liter kaltem Wasser über Nacht ziehen lassen. Morgens auf Trinktemperatur erwärmen, abgießen und mit Honig gesüßt über den Tag verteilt trinken.
  • Die ätherischen Öle von Salbei, Eukalyptus, Pfefferminze, Nelke, Fenchel und Anis, dazu Tinktur von Myrrhe, Ratanhia, Frauenmantel und vor allem Thymol, dem Wirkstoff des Thymians, sind in der Fertigarznei Salviathymol (Apotheke) enthalten. Das Mittel ist ideal zum Gurgeln bei Halsschmerzen, Entzündungen im Mund- und Rachenraum und bei grippalen Infekten, besonders im Wechsel mit Salzwasser als Gurgelmittel.
  • Schwarzer Tee mit Ingwer und Orangen als Hausmittel gegen Erkältung: Pro Kanne ca. 30 g frischen Ingwer, 80 g Zucker, zwei Eßlöffel Earl Grey Tee, drei mittlere Orangen. Einen Liter Wasser aufkochen, den fein geschnittenen Ingwer zugeben, fünf Minuten ziehen lassen. Tee und Zucker beifügen und noch mal drei Minuten ziehen lassen. Abgießen und mit dem Saft der Orangen mischen. Sehr anregend.
  • Hühnerbrühe gewürzt: Sechs cl Martini Dry und einen Teelöffel Safranfäden in einem Töpfchen zusammen aufkochen. Nach vier Minuten 200 ml Hühnerbrühe zugeben und zusammen noch mal kurz aufkochen. Heiß trinken. Aktiviert das Immunsystem.
  • Sogar leckere Austern sind ein Hausmittel gegen Erkältung: Zinkmangel schwächt das Immunsystem und erhöht die Infektanfälligkeit durch Viren und Bakterien. Husten, Schnupfen, Bronchitis, Hals- und Gliederschmerzen verlaufen bei Zinkmangel schwerer und dauern länger an. Zink entfaltet eine antivirale Wirkung an den Schleimhäuten und kann Schnupfenviren deshalb sogar direkt bekämpfen. Risikogruppen für Zinkmangel: ältere Menschen, Diabetiker, Sportler, Schwangere, Stillende und Vegetarier. Zinkreiche Nahrungsmittel sind Käse, Leber, Fleisch, Weizenkeime und – unübertroffen – Austern. Apotheken halten Zinkpräparate in verschiedenen Formen bereit, von Pillen bis Brausetabletten.
  • Schüssler-Salze als Entzündungshemmer: Von Ferrum phosphoricum D12 (Apotheke) alle zehn Minuten eine Tablette langsam im Mund zergehen lassen. Bei schweren Gliedern zusätzlich alle 15 Minuten eine Tablette Kalium phosphoricum D 6.
  • Wadenwickel gegen Fieber: Ein kaltfeuchtes Tuch vom Knöchel bis zur Kniekehle um das Bein wickeln, mit trockenem Handtuch umhüllen und alle 15 bis 20 Minuten erneuern. Das sanfteste Anti-Fieber-Hausmittel und völlig nebenwirkungsfrei!

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