Harnsteine: Neues Verfahren bestimmt schnell das Risiko

Harnsteine: Neues Verfahren bestimmt schnell das Risiko

Nicht alle Risikofaktoren für Harnsteine sind bekannt

Harnsteine können überall im Harntrakt vorkommen. Sie sind oft mit starken Schmerzen verbunden. Wissenschaftler der Universität Bonn haben ein Gerät entwickelt, mit dem sich das aktuelle Harnsteinrisiko eines Patienten sehr schnell und genau bestimmen lässt. Bislang bestimmen Mediziner aus der Urinprobe des Patienten eine Handvoll biochemischer Werte, mit denen sie das Harnsteinrisiko abschätzen können - eine aufwendige und ungenaue Methode, denn nicht alle Risikofaktoren für Harnsteine sind bekannt.

Aus der Urinprobe werden Kristalle gezüchtet

„Wir gehen daher einen anderen Weg“, erklärt Dr. Norbert Laube, Leiter der Abteilung Experimentelle Urologie der Bonner Klinik für Urologie. Laube: „Für unseren Test muss man die einzelnen Faktoren gar nicht kennen. Wir messen das Risiko experimentell, indem wir direkt in der unbehandelten Urinprobe Kristalle züchten. Je leichter dies gelingt, desto höher die Gefahr, dass der Patient neue Harnsteine bildet.“

Das kompakte und ergonomische Messinstrument berechnet aus nur zwei Messparametern den BONN-Risk-Index, der genau sagt, wie hoch die Harnsteingefahr für den Patienten momentan ist. Das Ganze funktioniert schnell, exakt und kostengünstig, so dass der Arzt den Erfolg einer Diät oder der verschriebenen Medikamente zur Verhinderung von Harnsteinen individuell kontrollieren und optimieren kann. Der BONN-Risk-Index wurde von Wissenschaftlern der Bonner Urologischen Klinik entwickelt; das Verfahren ist inzwischen zur Bestimmung des Harnsteinrisikos weltweit anerkannt.

Harnsteine betreffen fünf Prozent aller Deutschen

Immerhin fünf Prozent aller Deutschen machen mindestens einmal in ihrem Leben schmerzhafte Bekanntschaft mit dem Harnsteinleiden; die Tendenz ist steigend. Die Ursache sind kleine Kristalle, die sich in den Nieren bilden und mit der Zeit zu immer größeren „Steinen“ heranwachsen. Wenn sie sich lösen und durch den Harnleiter hinunter in die Blase wandern, sind die Symptome dramatisch: unerträgliche Schmerzen, blutroter Urin und Brechreiz. Oft wird das Harnsteinleiden chronisch. Durch eine Umstellung der Ernährung und mittels spezieller Medikamente lässt sich das Risiko neuer Harnsteine aber drastisch senken.

Lesen Sie auch unser Dossier: Was Harndrang, Urinfarbe, Harnflut und Harnverhaltung über die Gesundheit aussagen

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