Fructoseintoleranz: Welches Obst und Gemüse meiden?

Fructoseintoleranz: Welches Obst und Gemüse meiden?

Fructoseintoleranz: Schon ein Apfel am Tag reicht aus, um die Verdauung massiv zu stören

Im März ging die Orangensaison zu Ende. Aber wir müssen deshalb nicht ohne Vitaminspender leben. Zum Glück gibt es das ganze Jahr über die guten Äpfel vom Bodensee, aus Südtirol oder Neuseeland. - “One apple a day, keeps the doctor away - ein Apfel pro Tag, und Du brauchst keinen Arzt“, diese alte Weisheit von den britischen Inseln haben sich Heilpraktiker, Homöopathen und gesundheitsbewusste Menschen auch hierzulande längst zu eigen gemacht.

Fructoseintoleranz ist weit verbreitet

Aber leider ist auf dieser Welt nichts so einfach, wie es auf den ersten Blick scheint. Äpfel spenden Vitamine, das stimmt. Sie dienen mit ihren Pektinen (lösliche Ballaststoffe) einer gut funktionierenden, geregelten Verdauung. Und manche schmecken auch einfach ganz gut. Aber schon ein Apfel kann bei manchen Menschen Blähungen, sogar Erbrechen, Durchfälle und Bauchkrämpfe auslösen. Rund ein Drittel der Bevölkerung leidet unter Fructoseintoleranz, verträgt den im Obst (auch in diversen Gemüsen) enthaltenen Fruchtzucker nicht oder nur schlecht. So lautet das Ergebnis einer Untersuchung, die Prof. Hans-Joachim Thon, Chefarzt der Abteilung Innere Medizin am Sankt Josef-Hospital in Bonn schon vor einigen Jahren zum Thema Fructoseintoleranz gemacht hat.

Fructoseintoleranz war lange unbekannt

Landauf, landab ist von Laktose-Intoleranz (Milchzucker-Unverträglichkeit) und von Eiweiß-Unverträglichkeit die Rede, von mannigfaltigen Allergien und Kreuzallergien, aber Fruchtzucker (Fructose) sollte für alle und jeden gesund sein, hieß es lange. Die Folge war, dass Fructose immer häufiger allen möglichen Lebensmitteln zugesetzt wurde und wird, vor allem Softdrinks, wo der Stoff als Ersatz für Haushaltszucker (Glucose) dienen soll. In fast allen Light- oder Diätprodukten, in Diabetikernahrung, aber auch in Fruchtjoghurts, Müsliriegeln, Limonaden und Cola ist er enthalten. Und in Lebensmitteln wie Honig, Trockenfrüchten, Marmeladen und Konfitüren, in Äpfeln, Birnen, Trauben und Pflaumen kommt natürlicherweise Fruchtzucker reichlich vor.

Fructose wird ungenügend verdaut

Ursache für die Fructoseintoleranz (medizinisch Fructose-Malabsorption, abgekürzt FM) ist die bei vielen Menschen vorliegende ungenügende Verdauung des Zuckerbausteins Fructose. Bei FM wird der Fruchtzucker nicht – wie vorgesehen - im Dünndarm völlig abgebaut, sondern bis in den Dickdarm transportiert. Die dort tätigen Bakterien bauen Fruchtzucker weiter zu kurzkettigen Fettsäuren und Gasen um, vor allem zu Wasserstoff und Kohlendioxid. Diese führen dann zu den genannten Beschwerden.

Sorbit sollte bei Fructoseintoleranz gemieden werden

Auch der Zuckeraustauschstoff Sorbit sollte bei einer solchen Fructoseintoleranz gemieden werden. Sorbit kommt ebenfalls in machen Obstarten vor, vor allem in Äpfeln, und wird, genau wie Fructose, als Zuckeraustauschstoff in Produkten für Diabetiker oder in Diätprodukten eingesetzt. (Eine Reihe alter Obstsorten, die aber so gut wie nicht mehr in den Handel gelangen, ist sorbitfrei oder sorbitarm).

Fructoseintoleranz kann man testen

Wer häufig unter Bauchschmerzen, Durchfall und Übelkeit leidet, sobald er Obst oder Gemüse konsumiert, sollte beim Arzt prüfen lassen, wie gut oder schlecht er Fruchtzucker verträgt. Mit Hilfe des so genannten „H 2-Atemtests“ kann gemessen werden, ob bei Aufnahme von Fructose die typischen Darmgase entstehen und ausgeatmet werden, die sich bei einer Fructoseintoleranz im Verdauungstrakt bilden.

Die Dosis macht auch beim Fruchtzucker „das Gift“. Orangen (auch Kiwi und die meisten Beerensorten) enthalten nicht einmal halb so viel Fructose wie Äpfel, Birnen, Trauben & Co,  und daher sind sie für Menschen mit Fructoseintoleranz einfach besser verträglich. Aber Obstsäfte und Obstkompotte sollten Menschen mit Fructoseintoleranz meiden, weil gerade darin besonders viel Fructose enthalten sein kann. Säuerlich schmeckende Früchte wie Limetten und Zitronen sind dagegen auch bei Fructoseintoleranz unbedenklich.

Fructoseintoleranz betrifft auch Gemüse

Beim Gemüse ist Vorsicht geboten bei den fructosereichen Sorten wie Blumenkohl, Erbsen, Auberginen, Weißkohl, Fenchel, Gurken, Lauch, Karotten, Zuckermais, Zwiebeln. Auch Kartoffeln sind problematisch, ebenso  Topinambur und Artischocken  und alle Lebensmittel, die Honig enthalten.  Unbedenklich sind dagegen Rosenkohl, Spinat, grüne Bohnen, Rhabarber, Rettich und Radieschen, Kopfsalat, Pilze und Spargel.

Diese Lebensmittel sollten Sie meiden, wenn Sie unter Fructoseintoleranz leiden:

  • Äpfel
  • Birnen
  • Trauben
  • Obstsäfte
  • Obstkompott
  • Blumenkohl
  • Erbsen
  • Auberginen
  • Weißkohl
  • Fenchel
  • Gurken
  • Lauch
  • Karotten
  • Zuckermaus
  • Zwiebeln
  • Kartoffeln
  • Toninambur
  • Artischocken

Diese Lebensmittel sind auch bei Fructoseintoleranz gut verträglich:

  • Orangen
  • Kiwi
  • Beeren
  • Limetten
  • Zitronen
  • Rosenkohl
  • Spinat
  • grüne Bohnen
  • Rhabarber
  • Rettich
  • Radieschen
  • Kopfsalat
  • Pilze
  • Spargel

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