Die besten Hausmittel gegen Sodbrennen

Die besten Hausmittel gegen Sodbrennen

Es gibt viele wirksame Hausmittel gegen Sodbrennen. Wir haben die besten alten und neuen Hausmittel gegen Sodbrennen und die hilfreichsten Informationen zur Ursachen und Vorbeugung zusammengestellt.

Volkskrankheit Sodbrennen

Sodbrennen ist eine Volkskrankheit. Rund 30 Prozent der Deutschen leiden an Sodbrennen. Sie spüren ein unangenehmes Aufstoßen nach dem Essen oder kurz nach dem Schlafengehen und einen brennenden Schmerz in der Brust. Dieses saure Aufstoßen entsteht bei Sodbrennen, wenn mit Magensäure durchmischter Speisebrei statt nach unten in den Darm abtransportiert zu werden, nach oben in die Speiseröhre zurückfließt.

Die aufsteigende Säure führt in der Speiseröhre zu  schmerzhaften Reizungen. Nachts im Bett kann in liegender Position aufgestoßener Mageninhalt auch in die Luftröhre gelangen. Sodbrennen kann zu Hustenanfällen oder gar Erbrechen führen. Das heißt, dass auch Heiserkeit, Husten und Asthma durch Sodbrennen entstehen können.

Sodbrennen kann mit Herzerkrankungen verwechselt werden

Manchmal wird Sodbrennen mit einer Herz-/Kreislauferkrankung verwechselt. Der frühere US-Präsident Bill Clinton, Zigarrenraucher und auch vielen anderen Genüssen zugetan, fürchtete schon einen Herzinfarkt, als er Schmerzen hinter dem Brustbein immer wieder verspürte. Aber er hatte nur heftiges Sodbrennen. Die Verwechslung ergab sich daraus, dass Herzkranzgefäße, Speiseröhre und Bronchien vom gleichen vegetativen Nervengeflecht versorgt werden. Brennen hinter dem Brustbein kann deshalb natürlich auch ein Hinweis auf angina pectoris sein.

Wenn aber keine Herzerkrankung vorliegt und solche Schmerzen auftreten, gehört der Patient in die Hand eines Gastroenterologen. Er kann feststellen, ob Sodbrennen hinter den Schmerzen steckt.

Magensäure ist lebenswichtig

Magensäure ist lebenswichtig. Ohne sie kann unser Immunsystem gefährliche Keime und Parasiten nicht beseitigen, die mit dem Essen in den Körper gelangen. Ohne Magensäure könnten wir auch die Speisen nicht verdauen, die als Energielieferanten unentbehrlich sind.

Im Normalfall werden pro Tag etwa 1,5 bis 2,5 Liter Magensaft gebildet. Davon ist etwa  ein Liter reine Magensäure, der Rest sind u. a. Enzyme und Schleimstoffe, die z. B. die Magenschleimhaut davor schützen, selbst „verdaut“ zu werden.

Wird zu viel Magensäure produziert, können Beschwerden auftreten: Die Magensäure entweicht leichter „nach oben“ in Richtung Speiseröhre und auch der Magen selbst kann durch ein Zuviel an Säure in Mitleidenschaft gezogen werden, sodass säurebedingte Magenbeschwerden wie Sodbrennen die Folge sind. Die Säurebildung im Magen wird durch verschiedene Faktoren begünstigt. Häufig spielen eine ungünstige Ernährungsweise und Stress eine wichtige Rolle dafür, dass Sodbrennen entsteht.

Die Magensäure sorgt dafür, dass die von der Magenmuskulatur zerdrückten und durchmischten Speisen weiter zerkleinert werden und dass die enthaltenen Eiweiße vorverdaut werden. Zusätzliche Enzyme, die zum Teil durch die Säure im Magen angeregt werden, sorgen dafür, dass die Nährstoffe aus dem Speisebrei verfügbar werden.

Sodbrennen tritt mit unterschiedlicher Intensität auf

Sodbrennen, d.h. der Rückfluss von Speisebrei kann in recht unterschiedlicher Intensität auftreten. Zwar hat fast jeder Mensch das Problem von Zeit zu Zeit einmal Sodbrennen zu bekommen, aber solange die Beschwerden nur hin und wieder auftreten, muss es nicht gefährlich sein.

Die schlimmste Form des Sodbrennens ist die sogenannte Refluxkrankheit (von lat. refluxus = „Rückfluss“).  Hier handelt es sich nicht mehr nur um ein gelegentliches saures Aufstoßen, sondern wie der Name schon sagt, um eine Krankheit. Wenn öfter als zwei bis drei Mal in der Woche ein solches Sodbrennen auftritt, gelten diese Beschwerden im medizinischen Sinn als Refluxkrankheit.

Wenn es durch starkes Sodbrennen zu Entzündungen  an der Schleimhaut der Speiseröhre kommt, (medizinisch Refluxösophagitis) genannt, können  Blutungen und Geschwüre die Folge sein. Durch die Vernarbung entsteht dann manchmal auch eine Verengung der Speiseröhre. 

Sodbrennen kann Speiseröhren- und Kehlkopfkrebs auslösen

Beim Sodbrennen, wenn Magensäure bis zur Speiseröhre hochkommt, entsteht außer dem  unangenehmen sauren Geschmack im Mund auch eine brennende Reizung der Schleimhaut. Wenn diese Beschwerden chronisch werden, also sich zur echten Refluxkrankheit  entwickeln, können auch schwere Leiden ausgelöst werden, bis hin zum Speiseröhren- und Kehlkopfkrebs.

Zwei bis drei Prozent aller Patienten mit chronisch entzündeter Speiseröhre sind in Gefahr, an   Speiseröhrenkrebs zu erkranken. Vor allem solche, bei denen sich die Schleimhaut der Speiseröhre  in eine Art Magenschleimhaut umwandelt  (medizinisch Barrett Ösophagus). Solche Patienten müssen durch regelmäßige endoskopische Untersuchungen überwacht werden, um eine Krebsentstehung frühzeitig zu erkennen.

Dass bei dem sauren Aufstoßen von Sodbrennen die Rede ist, liegt übrigens daran, dass der Rückfluss von magensäuredurchsetztem Speisebrei ein brennendes Gefühl verursacht. Wie das Wort auch zeigt, ist Sodbrennen kein ganz neues Leiden, denn der Name kommt aus dem Althochdeutschen, wo man zu sieden sôt sagte. Und wo gesotten wird, da ist es heiß und brennt. Daher der Name Sodbrennen. Aber Sodbrennen ist inzwischen so etwas wie eine Zivilisationskrankheit geworden, die durch neuzeitliche Ernährungsweise und entsprechenden Lebenswandel gefördert wird.

Sodbrennen – das sind die Ursachen

  • Sodbrennen durch üppige und fettreiche Mahlzeiten.  Dieses Essen wird nur langsam verdaut und verbleibt entsprechend lange im Magen. Und während dieser Zeit wird extrem viel Magensäure gebildet, damit die Zersetzung der Nahrung funktioniert. Irgendwann erschlafft dann der Schließmuskel am Mageneingang und es kommt zu aufsteigender Säure. Sodbrennen entsteht.
  • Sodbrennen durch schwere, süße Nahrungsmittel, Nachtische, Kuchen und Desserts. Denn süße Speisen sind starke Magensaftlocker, es kommt also zu starker Produktion auch von Magensäure.  Die Süßigkeiten sind dann aber schnell durchgelaufen, sie verweilen nur kurz im  Magen. Die Magensaftbildung geht zunächst dennoch weiter, der Magen reagiert nicht so schnell, und dann ist außer magensäurereichem Saft plötzlich so gut wie nichts mehr im Magen. Dann kommt es zu Magendrücken und zu Sodbrennen
  • Sodbrennen durch zuckerreiche Mahlzeiten, das sind Säurelocker
  • Sodbrennen durch süße Säfte und säurereiche Säfte, sie verursachen ein Zuviel an Magensaft  
  • Sodbrennen durch starken Alkoholgenuss. Er kann den Magen übermäßig zur Säureproduktion reizen
  • Sodbrennen durch Hastiges Essen
  • Sodbrennen durch Rauchen
  • Sodbrennen durch immer wiederkehrender Stress
  • Sodbrennen durch mangelhaftes Kauen der Nahrung
  • Sodbrennen durch industriell verarbeitete Nahrungsmittel, Fastfood mit Konservierungsstoffen, die die Säureproduktion übermäßig anregen
  • Sodbrennen durch Übergewicht
  • Sodbrennen bei Schwangerschaft (durch Einengung im Bauchraum und Druck auf den Magen)
  • Sodbrennen durch sehr scharfes Essen, das die Säureproduktion übermäßig steigert
  • Sodbrennen  durch bestimmte Arzneimittel, wie zum Beispiel Rheumamittel, Schmerzmittel
  • Sodbrennen durch Tees, zum Beispiel Früchtetees, Pfefferminztees
  • Sodbrennen durch übermäßig viel Kaffee, vor allem deftige Sorten die nicht von Röststoffen gereinigt sind
  • Verstopfung kann ebenfalls zu häufigem Sodbrennen und zur Refluxkrankheit führen oder dazu beitragen. Wenn nämlich der Darm zu selten entleert wird, kann es evtl. zu einer Zwerchfellschädigung bis hin zum Bruch (Hiatushernie) kommen. In solchen Fällen wird der Magen oft in den oberen Brustkorb gedrückt und dabei der Ringmuskel geöffnet, der den Magen nach oben verschließt. Auf diese Weise kann magensäuredurchsetzter Speisebrei in die Speiseröhre aufsteigen
  • Verstopfung bei Zwerchfellbruch (Hiatushernie), der auch durch Überlastung verursacht werden kann, zum Beispiel schweres Heben oder starken, chronischen  Husten
  • Sodbrennen durch eine Infektion mit dem Bakterium Helicobacter pylori

Maßnahmen, Medikamente und Hausmittel gegen Sodbrennen

Die wirksamste Maßnahme gegen Sodbrennen ist vorbeugendes Vermeiden. Das preiswerteste und am raschesten wirkende Hausmittel gegen Sodbrennen ist Natron.
In schweren Fällen ist der Gang zum Arzt anzuraten, der hochwirksame Medikamente gegen Sodbrennen verschreiben kann.

Was tun gegen Sodbrennen?

  • Beobachten Sie sich genau, nach welchen Lebensmitteln sich bei Ihnen Sodbrennen entwickelt und versuchen Sie, genau diese Speisen zu meiden
  • Niemals Essen bis nichts mehr geht – also die Sättigungsgrenze immer knapp unterschreiten. Das heißt, nicht zu viel auf einmal und nicht zu spät am Abend, schon gar nicht direkt vor dem Schlafengehen. Vor allem keine süßen Betthupferl, die womöglich auch noch mit einem letzten Glas eines alkoholischen Getränks hinuntergespült werden.
  • Kaffee, Schokolade, saure Säfte, Zigaretten und Alkohol möglichst nur in geringen Mengen und selten konsumieren
  • Bei empfindlichem  Magen warmen Kamillentee trinken, aber niemals Pfefferminztee, der die Säureproduktion anregt
  • Kohlensäurefreies Mineralwasser als Durstlöscher wählen
  • Morgens vor dem Frühstück ein Glas lauwarmes Leitungswasser trinken, um die Magensäure zu verdünnen
  • Viel Gemüse essen, aber auf die richtigen Sorten achten. Sie sollten nicht säurehaltig sein. Tomaten sind also eher ungeeignet, um Sodbrennen zu vermeiden. Positiv wirken Fenchel, Kartoffeln, Karotten, Feldsalat und Paprika. Am besten wird das Gemüse leicht in Olivenöl angedünstet.
  • Nach dem Essen nicht flachlegen, das erhöht die Rückflussgefahr. Lieber bequem in den Sessel lehnen und hier ein Nickerchen machen oder noch besser einen Spaziergang absolvieren
  • In der Nacht das Kopfende des Bettes erhöhen, um sauren Rückfluss zu vermeiden
  • Möglichst keine Fertigprodukte essen, sondern wo immer es geht Mahlzeiten aus frischen Zutaten selbst zubereiten. Fertigprodukte, die sich nicht vermeiden lassen, (z.B. Brot, Butter, Öle, Essig etc.) möglichst in hochwertiger Bio-Qualität kaufen
  • Möglichst nicht zu viele Kohlehydrate aufnehmen, vor allem wenig Back- und Teigwaren sowie alle Produkte, die Haushaltszucker enthalten
  • Vorsicht auch  bei Milchprodukten mit Getreide (Müsli) und mit Zucker
  • Allzu scharf gewürzte Speisen meiden
  • Übergewicht abbauen

Hausmittel gegen Sodbrennen

Das basische wirkende Natron, das auch als Backtreibmittel eingesetzt wird und in den meisten Haushalten vorhanden ist, hat sich als rasch wirkendes Hausmittel zur ersten Hilfe bei Sodbrennen bewährt. Als Medikament ähnlich ist Bullrichsalz einzustufen, wobei Natron eindeutig das preiswertere Hausmittel gegen Sodbrennen ist. In beiden Fällen handelt es sich um Natriumhydrogencarbonat, das in der Lage ist, mit der überschüssigen Magensäure zu reagieren und sie als Gas (in Form von Rülpsern) entweichen zu lassen.

Wichtig dabei ist, dass man Natron als Sodbrennen-Hausmittel nicht pur anwendet, sondern in Wasser auflöst und sich bei der Dosierung „herantastet“. Es darf nicht zu viel eingenommen werden, nicht mehr als die Menge Säure, die neutralisiert werden soll. Nimmt man zu viel Natriumhydrogencarbonat auf einmal zu sich, regt man die Bildung von Magensäure  an.

Wer zu Sodbrennen in der Nacht neigt, kann mit einem leichten Natronwasser am Abend vor dem Schlafengehen eventuell das unangenehme nächtliche Sodbrennen verhindern. Die Dosierung sollte jeder für sich selbst finden.

Heilerde als Hausmittel gegen Sodbrennen

Ein Hausmittel gegen Sodbrennen, das aus Indien kommt, ist Heilerde. Dazu besorgt man sich am besten  Heilerde für innerliche Anwendung aus der Apotheke. Einen Teelöffel davon löst man in einer Tasse Kamillentee auf und trinkt die Lösung in kleinen Schlucken. Heilerde besänftigt den gereizten, übersäuerten Magen und hilft beim Aufbau einer gesunden Darmflora.

Sanddorn oder Zendernussöl gegen Sodbrennen

Hausmittel gegen Sodbrennen, die Russen und Chinesen anwenden, sind Sanddornfruchtfleischöl oder auch Zedernussöl. Diese Naturöle können die übergroße Absonderung von Magensäure auf milde Weise bremsen. Gleichzeitig wirkt es gegen Geschwüre des Magens und des Zwölffingerdarms. Empfohlene Tagesdosis 1 bis 1½ Teelöffel auf die Mahlzeiten verteilt vor dem Essen einnehmen. (Erhältlich in Reformhäusern, Versandhandel und Apotheken).

Schwarzkümmel als Hausmittel gegen Sodbrennen

Das Sodbrennen-Hausmittel der Beduinen ist Schwarzkümmelöl-Milch: Dazu gibt man fünf Teelöffel  Schwarzkümmelöl in einen halben Liter warme Milch. Vor den Mahlzeiten werden zwei bis drei Esslöffel davon empfohlen. Die Mischung beruhigt den Magen und lässt Sodbrennen abklingen.

Ein deutsches Hausmittel gegen Sodbrennen aus Franken hat sich ebenfalls bewährt: Man kocht ein Süppchen aus drei kleingeschnittenen Kartoffeln, zwei Teelöffeln Leinsamen und zwei Teelöffeln Kümmel in 1 ½ bis 2 Litern Wasser. Dieses Süppchen wird lauwarm über den Tag verteilt in kleinen Schlucken getrunken. Man beginnt damit am besten schon vor dem Frühstück.

Medizin gegen Sodbrennen – was hilft?

Gegen Sodbrennen gibt es rezeptfreie Medikamenten wie beispielsweise Antazida. Das sind  Medikamente (basische Salze), die überschüssige Magensäure binden können.

Wenn durch die Behandlung mit rezeptfreien Arzneimitteln keine Besserung der Beschwerden erzielt wird, sollte ein Arzt die zugrundeliegenden Ursachen der Symptome klären.
Symptome, die einen Arztbesuch unumgänglich machen, sind neben häufigem Sodbrennen eine starke und unbeabsichtigte Gewichtsabnahme oder Schluckbeschwerden, Schwellungen im Bauchraum, wiederholtes, möglicherweise gar blutiges Erbrechen und schwarzgefärbter Stuhl.  Bei derart anhaltenden Beschwerden liegt nämlich immer auch der Verdacht nahe, dass Helicobacter pylori, ein Stäbchenbakterium .den Magen besiedelt hat, und mit ihm ist nicht zu spaßen. Der Mikroorganismus steht im Verdacht, Magenkrebs auszulösen oder zu verursachen.

Bei schweren Fällen hilft gegen Sodbrennen ein Protonenpumpenhemmer

In besonders schweren Fällen von Sodbrennen oder einer Refluxkrankheit kommen spezielle Protonenpumpenhemmer zum Einsatz: Sie hemmen die Säureproduktion im Magen, indem sie in den Belegzellen des Magens die Protonenpumpe blockieren. Diese ist normalerweise dafür verantwortlich, dass genug Protonen (positiv geladene Teilchen) in das Mageninnere gepumpt werden, um die Säureproduktion anzuheizen.

Protonenpumpenhemmer (abgekürzt PPI von Protonenpumpeninhibitoren, wie die Medikamente auch heißen) haben allerdings oft unangenehme Nebenwirkungen. Dazu gehören Magenverstimmungen (Übelkeit), Kopfschmerzen, Schlafstörungen und Schwindel. Vorbeugung und geeignete Hausmittel sind, solange möglich, die bessere Alternative gegen Sodbrennen.

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