Altmühltal - Wandern, Radfahren, Bootstouren zur gesunden Erholung

Altmühltal - Wandern, Radfahren, Bootstouren zur gesunden Erholung

Altmühltal - seit 35 Jahren gibt es diesen Naturpark. 3.000 Kilometer Wanderwege und 800 Kilometer Radwege sind beschildert. Im Altmühltal kann man gesund wandern und radfahren.

Wandern ist ein Mega-Trend

Freizeitforscher haben ermittelt, dass Wandern ein sogenannter Mega-Trend ist. Die Tour auf eigenen Füßen wird von den Fachleuten als eine der beliebtesten und verbreitetsten Freizeit- und Ferienaktivitäten eingestuft. Mittlerweile gilt es auch als erwiesen, dass 10.000 Schritte täglich zum Abnehmen und gesund bleiben ausreichen. Das Wirtschaftsmagazin "Impulse" hat in einem Branchenprofil "Outdoor-Sport" Zahlen genannt. Danach folgen derzeit rund 34 Millionen Deutsche dem Drang zum bewegten Naturerlebnis - mit steigender Tendenz. Im Urlaub seien es gar 70 Prozent. Als Motive hat man den Wunsch nach Gesundheit, die neue Lust auf Langsamkeit - auch "Entschleunigung" genannt - und die Freude an der Natur herausgefunden. Ein Schweizer Wissenschaftler sagt: "Wandern in eine Pille gepackt wäre die Jahrhundertmedizin und nobelpreiswürdig!"

Das milde Schonklima der Mittelgebirge ist ideal zum Wandern

Das richtige Urlaubsziel auszuwählen, ist äußerst wichtig für den Erholungswert. Doch viele vergessen beim Anblick bunter Katalogseiten, dass Reisen - vor allem Fernreisen - im Prinzip anstrengend sind, dass jeder Klimawechsel eine ungewohnte Belastung des Körpers bedeutet und dass fremde Lebensgewohnheiten und andere Hygienebedingungen eine zusätzliche Strapaze sind. Jedes Jahr kommen Millionen Touristen krank aus ihrem Urlaub zurück, wie Reisemediziner und Hausärzte berichten. Die Hauptgründe seien Stress auf anstrengenden Fernreisen, Infektionen und Klimareize, die nicht vertragen werden.

"Ich bin der Meinung, dass alles besser gehen würde, wenn man mehr ginge", sagte einst schon der Dichter, Übersetzer und überzeugte Wanderer Johann Gottfried Seume (1763 - 1810). Dr. Rainer Brämer, Natur-Soziologe an der Universität Marburg, geht zwei Jahrhunderte später solchen Überzeugungen wissenschaftlich auf den Grund. Er untersucht Fragen wie diese: "Warum macht Wandern Spaß? - Welche Landschaften, welche Wege lieben wir besonders? Wie gestaltet man zeitgemäße Wandererlebnisse?". Dazu schnürt er oft selbst die Wanderstiefel. Seine Wanderseminare hält er zünftig im Freien ab. Einmal im Jahr schwärmt er mit den Studenten in die deutschen Mittelgebirge aus, wo man Wanderern Fragebögen in die Hand drückt. Er stellte dabei fest: "Wandern war zu Unrecht als verstaubtes Seniorenhobby verrufen. In unserer immer hektischeren Überzivilisation bietet die Fußreise einen äußerst zeitgemäßen, vielfältigen Ausgleich für Streß, Bewegungsarmut, Naturferne und soziale Isolation."

Besonders geeignet für Wanderungen sind laut Brämer vor allem Mittelgebirge, wie sie Deutschland in reichem Maße besitzt. Hier herrsche während der meisten Zeit des Jahres ein mildes Schonklima, das einen besonders guten Erholungswert garantiere.

Altmühltal-Panoramaweg Altmühltal-Panoramaweg – ein ganz besonderes Erlebnis. Hier der Abschnitt oberhalb von Kloster Weltenburg, wo die Altmühl in die Donau mündet

Der Fränkische Jura: Berge und Täler aus dem Urmeer geboren

Eine dieser Mittelgebirgsregionen mit optimalen Wandereigenschaften ist der Fränkische Jura. Hier kommen sogar zwei Faktoren zusammen, die besonders vorteilhafte Bedingungen für ein Urlaubsgebiet schaffen: eine mittlere Höhenlage mit reizarmem Klima und eine vom Wasser geprägte sanfte Landschaft.

Vor rund 200 Millionen Jahren, im Erdmittelalter (Mesozoikum) bestand im Gebiet der fränkischen Juraberge, heute auch als Frankenalb bezeichnet, ein Süßwasser-Meer. Ganz Europa war vom Wasser bedeckt. Die Meeresfläche hatte ungefähr die Ausdehnung der heutigen Nordsee. Die Spuren dieses Meeres prägen bis heute die Landschaft der Frankenalb: Die Felsspitzen, die aus den Hügeln des Juras ragen, sind ehemalige Korallenriffe, aufgebaut in Millionen von Jahren unter tropischem Klima wie heute in der Südsee - Deutschland lag damals am Äquator.

Als es zu geologischen Anhebungen der Erdschichten kam, floss das Wasser des Meeres nach Osten ab. Der Verlauf der Donau ist bis auf den heutigen Tag Zeuge dieses Vorgangs. Während die anderen Flüsse in Deutschland und in Mitteleuropa einem Süd-Nord-Verlauf folgen, fließt die Donau von West nach Ost.

Zurück blieben die Korallenriffe, die nun gänzlich freigelegt wurden. In den Ablagerungen (Sedimenten) finden sich Tag Abdrücke und Versteinerungen der ehemaligen Meeresbewohner wie Flugsaurier oder die mit den heutigen Tintenfischen verwandten Ammoniten, dem Wappentier des Naturparks Altmühltal.

Urdonau und Altmühl - faszinierende Geschichte zweier ungleicher Gewässer

Die Urdonau grub sich beim Abfließen in das sich langsam hebende Gestein ein und schuf ein breites Tal, das von Kalkfelsen gesäumt ist. Doch in der vorletzten Eiszeit verließ die Donau dieses Bett und strömt seither weiter südlich nahezu parallel dahin. Im Flußbett der Urdonau aber plätschert heute die gemächliche Altmühl.

Das Altmühltal und die Hochflächen des Juras sind demnach aus dem Meer geboren. In vorgeschichtlicher Zeit hatte die Donau das Landschaftsbild geformt, und die schmale Altmühl kuschelte sich dann in das gemachte aber verlassene Bett, das für sie reichlich breit bemessen ist.. Bei dem Ort Dollnstein, westlich von Eichstätt, mündet das von Nordwesten kommende Flüßchen in das von der Urdonau gegrabene Tal.

Hohe Uferfelsen und umfangreiche Gebiete mit Trockenrasen, auf denen seltene Orchideen wachsen, zeigen heute noch an, was sich hier einstmals abgespielt hat: das Wasser der Donau verschwand, die Felsen, die sie ausgewaschen hatte, kamen zum Vorschein und die Rasenflächen hoch oben an den Kalkhängen, den Uferböschungen der einstigen Donau, trockneten aus. Man kann all diese Spuren zum Beispiel auf dem Rundwanderweg Eichstätt - Dollnstein - Eichstätt erkennen. Es ist eine Zwei-Tages-Tour von über fünfzig Kilometern Länge. Sie führt an den Rändern der Hochfläche, hinter denen das Ufer zum Flussbett hin abfällt, durch malerische Steppenheiden, wird in einiger Entfernung landeinwärts abgelöst von schattigen Buchenwäldern auf den weiten Höhen des Juras. Dabei kann der Wanderer auch die geologischen Schichten des weißen Juras erkennen. In den Steinbrüchen, in denen Kalkplatten abgebaut werden, findet man vielerorts die Versteinerungen von Pflanzen und Tieren aus dem ehemaligen Jurameer. An den Hängen wächst der weiße Mauerpfeffer und es schwirren Apollofalter durch die würzige Sommerluft.

Wandern auf dem einstigen Meeresgrund, begleitet von Korallenriffen
Wer den Fränkischen Jura und das Altmühltal als Wandergebiet wählt, betritt ein sagenumwobenes Gebiet voller Absonderlichkeiten. Nicht nur, dass es aus dem Urmeer der Jurazeit hervorgegangen ist und man eigentlich auf dem Meeresgrund wandert, ist voller Faszination. Hier flog auch der Urvogel Archaeopteryx. Im Juragebiet, durch das sich die Altmühl schlängelt, gibt es viele einst von Urmenschen bewohnte Höhlen. In Steinbrüchen werden Kalk- und Marmorplatten abgebaut, die mit Fossilien aus der Jurazeit gespickt sind. In einigen dieser Brüche dürfen Touristen selbst nach Herzenslust solche Überbleibsel der Urzeit herauslösen und gefundene Versteinerungen als Andenken mit nach Hause nehmen.

Die Landschaft, die der Wanderer vorfindet, ist geprägt durch tiefe Wälder, die sich mit lichten Wacholderheiden abwechseln. Die Wege führen durch saftige Flußauen und über karge Bergwiesen mit seltenen Pflanzen und Tieren. Diese vor Millionen von Jahren entstandene Landschaft gehört zu den interessantesten und eigentümlichsten in Deutschland.

6.000 Kilometer Wasserscheide: Die Juraberge sind Teil der längsten Falte Eurasiens
 

In dem verschollenen Buch des Ortwin Ottilinger mit dem Titel "Der Heidenschwanz" heißt es über den Fränkischen Jura: "Sein hoher Rücken ist blauschwarz und geheimnisvoll. Das Land gehört zu einem riesigen schlangenhaften Körper aus Stein und Erde, der so weite Teile der abendländischen Welt durchzieht, dass ich bis heute nicht alles davon gesehen habe. Im Süden verliert er sich in flirrend heißen Fernen auf der Halbinsel, die man die iberische nennt, und die, obwohl am südwestlichen Rand Europas gelegen, ihren Namen von den geheimnisvollen kaukasischen Iberern hat, die mit den Kelten einst hierher gekommen waren. Der Landwurm zieht aus dem heißen Süden über die Pyrenäen, das Reich der Gallier, der Helvetier und Teutonen bis nach Böhmen, über die Karpaten, die Waldai-Höhen und endet erst nach 6000 Kilometern am frostklirrenden Uralgebirge.

Alle Wasser fließen - was vielen Menschen unbekannt ist - von hier entweder nach Norden und Westen in den Atlantischen Ozean, in Rhein und Nordsee. Oder nach Osten und Süden, wo sie das Kaspische Meer erreichen, das Schwarze Meer oder das Mittelländische Meer.

Karg ist es überall da oben auf der blauschwarzen Waldstufe, die manchmal von kreidehellen Steinwüsten durchbrochen ist, die von der sengenden Sonne, von Regenmassen der im Meer aufgestiegenen Wolken, und von den polaren Kaltströmen der Eisnächte gestriegelt, balbiert, geschrubbt und verbrannt werden. Seit Jahrtausenden."

Tatsächlich bildet der Jura die längste Falte Europas, ja ganz Eurasiens. Er ist eine nirgends unterbrochene Wasserscheide, die von Spanien bis zum Ural reicht. Das Altmühltal ist Teil dieses Phänomens.

Von Rothenburg bis Kelheim kuschelt die Altmühl in verschiedenen Betten
Hier fließt "Bayerns schüchternster Fluß", der sich dem Volksmund nach immer erst zweimal umdreht, bevor er weiterfließt. Anfangs gluckert er noch in romantischen Mäandern, die er sich selbst gegraben hat, durch fränkische Wiesenlandschaften. Ab dem Ort Dollnstein benutzt die kleine Schüchterne dann das alte Donautal. Denn hier durchbricht sie auf einmal sehr entschlossen das Mittelgebirge des Fränkischen Juras und ergießt sich in das breite Bett ihrer Vorgängerin.

Fränkisch ist das Flüßchen Altmühl in seinem Ursprung. Später wird es oberbayerisch. Auf den letzten 34 Kilometern nimmt die romantische Altmühl den Rhein-Main-Donau-Kanal in ihr Bett auf. Das brachte sie prompt international in die Schlagzeilen. Vor allem aus Gründen des Natur- und Landschaftsschutzes. Durch den öffentlichen Druck sind viele Bausünden vermieden worden und der Kanal ist heute sehr umweltverträglich in die Landschaft eingebettet. Die internationale Wasserstraße verbindet seit den neunziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts Schwarzes Meer und Nordsee - also das, was die Wasserscheide des Juras geschieden hat.

Treffpunkt Kelheim: Nach dem Donaudurchbruch vereinigen sich die beiden Flüsse

Das Altmühltal erstreckt sich über knapp 200 Kilometer von Rothenburg ob der Tauber bis Kelheim. Kurz vor Kelheim stößt auch die von weiter südlich kommende Donau durch den Jura. Sie bildet hier Deutschlands bedeutendstes und schönstes Durchbruchtal, in dem sie sich ihrem Weg in Richtung Kelheim durch die Kalkfelsen des Jura bahnt. Am Beginn dieses grandiosen Naturschauspiels steht das Kloster Weltenburg, Bayerns ältestes Kloster. Es stammt aus dem Jahr 620. Die "Weltenburger Enge" trägt seinen Namen. Eine Fahrt mit dem Schiff durch das Juramassiv ist ein einmaliges Erlebnis. Hundert Meter hohe Steilwände schauen auf die nur 70 Meter breite Donauenge herab.
Hier treffen sich nun endlich die aus dem alten Donaubett kommende Altmühl und die Donau Die Altmühl fließt, wie könnte es anders sein, auch in das neue Bett der großen Schwester. Gemeinsam strömen sie nun dem Schwarzen Meer entgegen.

Wo die Altmühl mündet, beginnt die alte "Teufelsmauer"

In nächster Nähe des Donaudurchbruchs hatten die Römer ihr Kastell Abusinia errichtet, das heute noch in den Grundmauern zu sehen ist. Hier begann der Limes, der römische Grenzwall, der sich quer durch Süddeutschland bis hinüber nach Lorch am Rhein erstreckte und die Römer vor den Germanen aus dem Norden schützen sollte.

Die römische Kultur hat im Süden Deutschlands tiefe Spuren hinterlassen. Vor allem im Naturpark Altmühltal wird diese Vergangenheit ausführlich dokumentiert. Der Limes, im Volksmund auch "Teufelsmauer" genannt, verlief durch den heutigen Naturpark. Von der Donau zog er sich über Eining, Altmannstein, Kipfenberg, Weißenburg und Gunzenhausen hin - über Aalen in Württemberg erreichte er schließlich den Rhein. In seinem Hinterland zeugen Städte mit Tempeln und Thermen, Kastelle und Gutshöfe von der Kultur der römischen Besatzer.

Das Kastell Germanicum war das älteste und größte Militärlager nördlich der Donau. Es wurde wohl schon 80 n. Chr. erbaut und beschützte den gesamten Limes zwischen Altmühl und Donau. Es liegt in Kösching und ist heute von dem Ort regelrecht begraben. Die Pfarrkirche markiert wahrscheinlich die Lage des einstigen Hauptgebäudes.

Etwa aus dieser Zeit stammt auch das Kastell Abusina bei Eining. Es wurde bereits unter Kaiser Titus als Holz-Erde-Konstruktion errichtet und etwa 40 Jahre später in Stein ausgebaut. Im Laufe seiner Geschichte fiel es mehrfach der Zerstörung zum Opfer. Zum Lager gehörte eine große Zivilsiedlung. Einige Mauerzüge der Lagertherme und einer Unterkunft für Reisende (mansio) wurden von den Archäologen konserviert. Ganz in der Nähe, beim Ort Hienheim steht die Hadrians-Säule. Sie markiert das Ende des Limes an der Donau. Westlich der Säule steht ein rekonstruierter Holzturm, von dem aus man hinüber zum Kastell Abusina sehen kann. Entlang des Limes sind die Reste weitere Wachtürme erhalten oder rekonstruiert, so beispielsweise auch bei Kipfenberg und in Pfünz.
Naturerlebnis Wacholderheide - Staunen über die Bavaria-Buche
Jahrhundertelange Beweidung mit Schafen und teilweise auch Ziegen hat die Berghänge des Altmühltals geprägt. Die Folge davon sind die charakteristischen Wacholderheiden. Schäfer, die ihre Flächen auch heute als Trockenrasen beweiden lassen und so zum Erhalt der wertvollen Lebensräume für Pflanzen und Tiere beitragen, werden aus staatlichen Töpfen gefördert. Außerdem verkaufen sie Lammfleisch und weitere Produkte unter dem Markennamen "Altmühltaler Lamm". In Gaststätten werden daraus schmackhafte Lammgerichte zubereitet.

Das bedeutendste Naturschutzgebiet im Landkreis Eichstätt hat seinen Ursprung in dieser Schafbeweidung. Es ist die Gungoldinger Wacholderheide. Seit dem Mittelalter wurden dort die Wälder an den Talhängen gerodet. Die so gewonnenen Hutungsflächen hat man mit Schafen beweidet. Auch heute werden die Wacholderheiden und die Kalkmagerrasen wieder so genutzt, damit sie ihren ursprünglichen Charakter behalten und nicht zuwachsen. Die Gungoldinger Wacholderheide ist ein einzigartiges Naturerlebnis. Nach Regenfällen dampft síe wie eine alte Rauchkuchel, und feuchte Nebelschwaden ziehen über die Talhänge. Sonnenuntergänge liefern traumhafte Bilder. Zu jeder Jahreszeit hat die Heide eine andere Färbung und selbst im Winter verzaubert sie durch ihren Anblick. Sie liefert vielen seltenen Pflanzen und Tieren einen idealen Lebensraum. Mit einer Fläche von 70 Hektar ist die Gungoldinger Wacholderheide unweit der Burg Arnsberg die größte zusammenhängende und geschützte Wacholderheide in ganz Bayern.

Seltene Insekten und Gräser auf der Arnsberger Leite

Die Arnsberger Leite liegt zwischen den Ortsteilen Arnsberg und Böhming. Die Orte gehören zum Markt Kipfenberg an der Altmühl. Die Arnsberger Leite ist Naturschutzgebiet und ein Biotop für seltene Arten des Tier- und Pflanzenreiches. Es hat eine Fläche von etwa 20 Hektar und ist ein nach Süden und Südwesten gerichteter Steilhang über der Altmühl, die hier im alten Donautal verläuft. Auffallend sind die steil in den Himmel ragenden Dolomitfelsen. Der Trockenhang beherbergt als besondere Rarität die zur Insektengruppe der Netzflügler gehörende sehr wärmebedürftige Art mit dem seltsam klingenden Namen Libellen-Schmetterlingshaft. In der Roten Liste gefährdeter Tiere in Bayern ist sie als stark gefährdet eingestuft. Eine botanische Seltenheit stellt das Federgras dar, das im Landkreis Eichstätt nur an sehr wenigen Standorten vorkommt.

Der schönste Baum Deutschlands steht über dem Altmühltal

Die Bavaria-Buche ist der bekannteste und schönste Baum Deutschlands. Die uralte Rotbuche steht unweit der Ortschaft Pondorf im Markt Altmannstein, Landkreis Eichstätt. Dort auf einer Anhöhe grünt sie seit dem Mittelalter. Sie soll rund 800 Jahre alt sein und liegt damit schon deutlich über dem in Lehrbüchern angegebenen Höchstalter von bis zu 300 Jahren. In der herben Juralandschaft trotzte sie über Jahrhunderte Wind und Wetter. Der Name "Bavaria-Buche" ist seit Generationen überliefert, der Ursprung der Bezeichnung jedoch nicht bekannt. Neben der Größe des Baumes ist auch die für Buchen untypische Halbkugelform ungewöhnlich. Bei der Bavaria-Buche handelt es sich, wie Baumexperten sagen, um eine sogenannte Weidebuche, deren markantes Wuchsbild aus mehreren Einzelbäumen entstanden ist.

Der schönste Baum Deutschlands: Die Bavaria-Buche

Die Maße der Bavaria-Buche sind höchst eindrucksvoll: Sie ist runde 23 Meter hoch. Der Stammumfang mißt über neun Meter. Die Krone der uralten Buche hat einen Durchmesser von mehr als 30 Metern, einen Umfang von 100 Metern und überdeckt eine Fläche von rund 750 Quadratmetern.

Wegen ihrer Attraktivität mußte sie in den letzten Jahren vor Menschen geschützt werden: Die zahlreichen Besucher verdichteten durch ihre Tritte den Boden derart, dass zu wenig Sauerstoff an die Wurzeln des Baumes gelangte. 1995 wurde die Buche weiträumig eingezäunt, so dass der Boden im Wurzelbereich nicht weiter belastet werden kann.

Dennoch neigt sich nach so vielen Jahrhunderten das Leben der Bavaria-Buche langsam dem Ende zu. Seit einiger Zeit brechen Äste und Stammteile aus. Außerdem wurde der Baum von einem Brandkrustenpilz befallen, der in einer absehbaren Zeit den Zusammenbruch des gesamten Baumes bewirken wird.

Doch sie soll dereinst nicht einfach verschwinden. Mit dem Projekt "Kinder der Bavaria-Buche" schenkt sie neues Baumleben und ermöglicht es, ihr Erbe zu bewahren. Die Aktion wurde im Jahr 2000 gestartet. Aus den Samen des Baumes wurden junge Buchen herangezogen. Gegen eine Spende können nun sogenannte Baumpaten die Buchenkinder auspflanzen oder auch eine virtuelle Patenschaft übernehmen.

Altmühltal Jurahäuser
Steinerne Zeugen der ehemaligen Marktbefestigung von Arnsberg im Altmühltal. Sie zog sich vom Ort bis hinauf zur Festung. Im Jurahaus Torstraße ist der Nord-Giebel erhalten, der zu diesem starken Mauerwerk gehörte

Jurahäuser im Altmühltal - Ferien wie in einer Landschaft am Mittelmeer
Jurahäuser unterhalb des Burgfelsens

Es sind Häuser, wie man sie in einem Mittelmeerdorf vermuten würde: mit dicken Mauern und anfangs weißgelben, später hellgrauen Kalksteinplatten auf dem Dach, die wie ein dicker Schuppenpanzer wirken. Es sind schwere, flachwinklige helle Schieferdächer. Diese Jurahäuser im Altmühltal sind ein einzigartiger Haustyp, der nur in einem engbegrenzten Landstrich zwischen Treuchtlingen und Kelheim vorkommt. Hier findet man den in dünnen Platten abgelagerten "Solnhofer Jurakalk".

Jahrhundertelang wurden daraus Häuser gebaut, überaus stabil und von schlichter Schönheit "als hätte sie ein Bildhauer hier hergestellt", schwärmt Dieter Wieland, der Filmemacher. Er hat unter dem Titel "Bayerische Hauslandschaften" einen Dokumentarfilm über diese imposanten Behausungen gedreht.

Vor dreißig oder vierzig Jahren gab es noch ganze Dörfer in diesem Baustil. Obwohl Heimatvereine und Künstler damals für ihren Erhalt plädierten, findet man heute nur noch vereinzelte Gebäude. Seit 1980 gibt es ein Sonderprogramm für den Erhalt der Jurahäuser mit Zuschüssen vom Bayerischen Kultusministerium, dem Bezirk Oberbayern und dem Landkreis Eichstätt.

Zwei davon, die erhalten und aufs Schönste renoviert wurden, lehnen an der steilen Burgleite von Arnsberg, wie an einem Berghang und von ferne wirkt die Szene - je nach Beleuchtung - italienisch oder fränkisch oder alpin.

Wo das ehemalige Bauerngehöft steht, brandete vor Jahrmillionen die Ur-Donau an. Die hohen Felsen sind von ihren gewaltigen Wassern freigespült und vom Zahn der Zeit zu diesen imposanten Felstürmen modelliert worden. Ganz oben an dem imposanten Gestein erkennt das geübte Auge noch die Brandungsrinnen der Urdonau. Das Tal ist weiter und breiter, als es die Altmühl, die zierliche, je ausfüllen konnte - es ist ja auch das Tal der Ur-Donau, das sich hier in einer weiten Schleife unterhalb der Arnsberger Leite krümmt.

Der älteste Teil des großen Jurahauses ist sein Nordgiebel, der den Abschluß des Marktes bildet. Seit etwa tausend Jahren. Er ist Teil der uralten Marktbefestigung, die sich einst den ganzen Hang hochzog und mit der Burg eine Einheit darstellte.

An diesen Nordgiebel wurde Anfang des 17. Jahrhunderts, möglicherweise kurz nach dem 30jährigen Krieg, das Haus angefügt. Direkt daneben steht das alte Kipfenberger Tor mit dem betagten Wächterhaus in Fachwerkbauweise.

Das Haus an der Torstraße ist ein typisches Jurahaus, aus Kalk-Bruchsteinen gemauert und mit Kalkplatten (Legschiefer) gedeckt. Der Kunsthistoriker Alexander von Reitzenstein schrieb darüber: "Man muß schon in italienische oder französische Dörfer gehen, um so gemäurige Behausungen anzutreffen."

Die starken Mauern haben alles überstanden

Die starken Mauern haben alles überstanden: Kriege, Feuersbrünste, Weltreiche. In der Eingangshalle, nahe der Treppe, steht ein Säulen-Torso. Er stammt wohl aus einem Sakralbau - vielleicht auch aus einem Gemäuer der Burg Arnsberg. Das Fragment steckte in der Wand des Nordgiebels, dort, wo im heutigen Schlafzimmer wieder der Holzbalken aufliegt. Die gotische Säule ragte gute 60 Zentimeter aus der Wand. Die Maurer bargen das ehrwürdige Stück und der damals noch in Arnsberg ansässige Bildhauer Ludwig Weber stellte es auf einen Sockel.
Die alte Rauchküche mit dem dunkelroten Ziegelgewölbe ist erhalten, ebenso der große Rauchfang im Stockwerk darüber. Was nicht mehr zu retten war aus der alten Substanz des Hauses, wurde ergänzt. Wo alte und neue Mauern sich treffen, entstanden Buckel und Narben. Die Holzdecke ist originalgetreu rekonstruiert, so wie sie immer war.

Ein Wahrzeichen von Arnsberg

Das Ensemble Haus Torstraße 8 ist neben der Wallfahrtskirche St. Sebastian Wahrzeichen von Arnsberg. Alt und schön und nach seiner aufwendigen Renovierung sehr wohnlich und erholsam. Im alten Gewölbekeller lagern nicht mehr Kartoffeln und Rüben, sondern vor allem Weine. Aus dem Heuboden ist eine herrliche Wohnung geworden, mit großzügigen Räumen und wohligem Komfort. Der Stadl ist wiedererrichtet. Seine unteren Räume sind so hoch wie zu der Zeit, als noch die Heuwagen hineinfuhren. Er hat "fürstliche Dimensionen" könnte man auch sagen. Vor der Renovierung diente Haus Torstraße 8 als Kulisse für das Theaterstück Meier Helmbrecht und wird seither im Volksmund auch als "Helmbrecht-Villa" bezeichnet.

Hier kann man also stilecht und in meditativer Ruhe seinen Urlaub verbringen. Was man an modernem Komfort gewöhnt ist, muß man nicht missen. Sogar eine eigene Sauna mit Schwallbrause wurde nicht vergessen. Mehr Informationen erhalten Sie unter: www.ferienhaeuser-altmuehltal.de.

Das Ensemble liegt im Herzen von Bayern. Denn der Markt Kipfenberg, zu dem Arnsberg gehört, bildet den geographischen Mittelpunkt des Freistaates, wie auf einem Stein im Ort vermerkt ist. Arnsberg/Kipfenberg ist idyllisch eingebettet in einen viele Kilometer breiten Mischwaldgürtel, der sich an den Ufern der Altmühl und über die Jurahänge hinaufzieht. Hier verbinden sich anmutige Täler, tiefe Wälder und bizarre Felspartien zu einer bezaubernden Landschaft. Historisch Interessierte finden Kulturdenkmäler aus der Stein-. Bronze-, Kelten- und Römerzeit. Die Burg Arnsberg steht auf imposanten, 100 Meter hohen Felsen direkt oberhalb der beiden restaurierten Jurahäuser. Dieses Bild übt auf jeden Besucher eine ganz eigene Faszination aus.

Wanderparadies "Naturpark Altmühltal" - zweitgrößter Naturpark Deutschlands

Am 25. Juli 1969 wurde der Naturpark Altmühltal gegründet. Er umfaßt eine Fläche von knapp 3.000 Quadratkilometern und ist nach dem Naturpark Schwarzwald mit 3.600 Quadratkilometern der zweitgrößte Naturpark Deutschlands. Heute ist das Altmühltal eines der beliebtesten Urlaubsziele Bayerns. Jährlich kommen mehrere Millionen Tages- und Urlaubsgäste in den Naturpark. Als touristische Attraktionen erweisen sich neben dem Radeln und Wandern das Bootwandern auf der Altmühl, die Schiffahrt auf dem Main-Donau-Kanal, die römischen Zeugnisse und die einmaligen fossilen Schätze aus den Jura-Steinbrüchen.

Altmühltal RadwandernFamilienfreundlicher Altmühltal-Radweg, 167 Kilometer am Fluss entlang, fernab vom Straßenverkehr, kaum Steigungen, prachtvolle Landschaft mit Burgen und Schlössern.

800 Kilometer Radwege und 3.000 Kilometer Wanderwege sind ausgeschildert.

Das Altmühltal hält auch für Bootswanderer ein "Schonklima" bereit. Hier gibt es keine Wildwassertouren. Man läßt sich gemächlich durch das Tal treiben und genießt entspannt die herrliche Landschaft. Als langsam fließendes sogenanntes Zahmwasser erlaubt die Altmühl auch weniger erfahrenen Kanuten das ganzjährige Befahren mit allen Bootstypen.
Als Bootwanderer ist man nur einen Steinwurf weit vom normalen zivilisierten Leben entfernt. Man sieht oder hört hinter dem nächsten Busch die Landstraße, hört Radfahrer klingeln und Kirchglocken aus den Mauern der Städte. Aber trotz dieser Nähe zum Geschehen ist man ihm auch denkbar fern: Man lebt auf dem Fluß, dem ältesten Verkehrsweg der Menschheit. Das Boot gleitet in Höhe der Halme und Blumen in der Entenperspektive dahin durch eine Wiesenlandschaft, die zu den sommerlichen Jahreszeiten würzige Düfte verströmt. Alles, was man hat, liegt im Boot. Alles, was zählt, sind Strömung, Wetter, Wehre und die Vorfreude auf das Feuer mit einem leckeres Essen am nächsten Rastplatz..

Zwischen Solnhofen und Dollnstein liegen die zwei befahrbaren Wehre Hammermühle (gepflegter Rastplatz mit Toiletten und Feuerstellen) und Hagenacker. Mancher Kanute setzt hier schon mal bergauf um und fährt noch einmal darüber, weil es einfach einen Höllenspaß macht. Fahrten auf der Altmühl lassen sich übrigens auch spielend alleine machen, da mit Bus und Bahn ein Zurückkommen an den Ausgangspunkt nahezu überall möglich ist.

Altmühltal Bootswandern
Die Altmühl ist schiffbar für Kajak, Kanadier oder Ruderboote. Die Verleihstationen übernehmen auch Gepäcktransport, Rücktransfer der Gäste und der Boot.

Warum Wandern so gesund ist

Bewegungsmangel gilt als eine der Hauptursachen für die Ausbreitung von Zivilisationskrankheiten wie beispielsweise Diabetes oder koronaren Herzkrankheiten. Viele Menschen versuchen in Fitneßstudios etwas dagegen zu tun. Der Natursoziologe und Wanderforscher Dr. Rainer Brämer von der Universität Marburg sagt, Mediziner hätten längst herausgefunden, dass nicht gelegentliches Krafttraining, sondern ein möglichst viele Muskeln einbeziehender Ausdauersport wirklich gesund ist. Eine mäßige aber regelmäßige Beanspruchung des Körpers sei deshalb gelegentlichen hohen sportlichen Leistungen vorzuziehen.

Brämer: "Ausdauerndes Gehen hat ähnlich wie ein langsamer Dauerlauf einen positiven Einfluß auf den Fettstoffwechsel und das Immunsystem. Wenn zusätzlich einige pulsbeschleunigende Anstiege zu bewältigen sind, profitiert auch der Kreislauf davon. Insgesamt braucht es zwar etwas länger, sich auf diese Weise körperlich fit zu machen, aber der Effekt hält auch länger an und ist nicht - wie beim harten Leistungstraining - durch Überforderungen und Verletzungen gefährdet."

Von daher gelte unter Sportmedizinern Wandern heutzutage als optimaler Gesundheitssport. Nahezu nebenwirkungsfrei würden Herz, Kreislauf, Stoffwechsel und Atmung, Muskeln und Stützgerüst gestärkt, während das Risiko von Infarkt, Krebs und Diabetes um mehr als fünfzig Prozent abnehme. Als besonderer Vorzug habe sich auch der Umstand erwiesen, dass Wandern in seinen vielfältigen Formen ein ganzes Leben lang ausgeübt werden könne und selbst im hohen Alter noch nachweisbare Trainingseffekte zeige.

Wandern sei aber auch Entspannung und Wellness. Es gebe offenbar "einen direkten Draht von der Natur zu unserer innersten Befindlichkeit". Die Befunde der Landschaftspsychologie bestätigten dies ebenso wie die zunehmende Neigung der Werbewirtschaft, ihre Produkte in attraktive Naturkulissen einzubetten. Der Anblick schöner Natur könne einfach die Stimmung nachhaltig verbessern und somit helfen, die Spannungen des Alltags abzustreifen. Dieser Effekt werde verstärkt durch die biochemischen Folgen des Ausdauergehens. So produziere der Körper bei langandauernden Anstrengungen über die damit verbundenen Veränderungen des Stoffwechsels Substanzen, die die Schmerzempfindlichkeit senken, das Hungergefühl dämpfen und die Stimmung heben. Mit anderen Worten: Nach ein paar Stunden regelmäßigen Gehens seien wir regelrecht "high".

Beim Wandern geht es laut Brämer "heute vor allem darum, die äußere Natur zu genießen und die eigene Natur wiederzuentdecken. Wandern hat nichts mehr mit Streckemachen und Kilometerleistung zu tun, sondern mit natürlichem Genuß und elementarem Gefühl. Es liegt daher voll im aktuellen Wohlfühltrend."

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