Bitterstoffe zum Abnehmen – die idealen Schlankmacher

Bitterstoffe zum Abnehmen – die idealen Schlankmacher

Bitterstoffe in Kräutern und Gemüsen sind natürliche Fatburner – sie lenken unser Nahrungsfett dorthin, wo es auch hingehen sollte, nämlich zur Fettverbrennung und nicht zur Einlagerung an Hüfte, Bauch und Po. Allerdings sind Bitterstoffe in der modernen Ernährungslehre fast in Vergessenheit geraten.

Bitterstoffe helfen beim Abnehmen

Bitterstoffe in bitteren Kräuter und Gemüse tragenzu unserem Wohlbefinden und zum Schutz vor dem gesundheitlich so bedenklichen Übergewicht bei. Bitterstoffe helfen bei Magen-, Darmstörungen und geschwächter Immunabwehr, bei Herzkreislauferkrankungen und Hautproblemen, bei Schmerzen und psychischen Leiden. Wir stellen die wichtigsten heimischen Kräuter und Gemüse mit Bitterstoffen vor und zeigen im Überblick, wo man sie einsetzen kann. Bitterstoffe lassen die Pfunde purzeln und sind dabei wirksamer als jede Schlankheitsdiät.

Bitterstoffe sind gesund für den Magen

Bitterstoffe sind ein Segen für unsere Ernährung. Der Volksmund weiß: „Was bitter im Mund, ist für den Magen gesund.“ Seit Jahrtausenden wirken bitterstoffhaltige Kräuter als natürliche Fettverbrenner. Seit einigen Jahrzehnten ist jedoch vor allem Süßes in Mode und die Durchschnittsgewichte der Menschen steigen entsprechend. Nach Erkenntnissen von Ernährungsfachleuten haben Bitterstoffe in Kräutern und Gemüsen auch heute nichts von ihrer Bedeutung verloren. Auf einem Heilpraktikerkongreß in Karlsruhe wurde dargelegt, wie bittere Kräuter nicht nur die Pfunde purzeln und die Cholesterinwerte sinken lassen, auch die Psyche profitiert von diesen natürlichen Heilmitteln.

In unserer heutigen Ernährung gibt es von vier Hauptgeschmacksrichtungen im Prinzip nur noch drei: Süßes, Saures und Salziges. Die bittere Komponente wurde von den Tellern und aus den Küchen verbannt. Viele Ernährungsexperten schlagen deshalb Alarm. Der Verzicht auf alles, was bitter schmeckt, sei eine krasse Fehlentwicklung in den heutigen Ernährungsgewohnheiten.

Leider wird ignoriert, wie wichtig Bitterstoffe für unseren Organismus sind

Leider wird von seiten der Erzeuger dennoch versucht, durch Zuchtverfahren die Bitterstoffe zu mildern oder ganz wegzuzüchten. Dabei wird schlichtweg ignoriert, wie wichtig Bitterstoffe für unseren Organismus sind. In Indien und China werden dagegen Speisen mit Bitterstoffen gefördert, weil sie erfrischen, anregen, wärmen und die Geschmacksnerven aktivieren. Man kann Bitterstoffe durchaus als Naturarzneien bezeichnen. Aus diesem uralten Wissen kommt zum Beispiel das geflügelte Wort von der „bitteren Medizin“ und die Überzeugung, dass Arznei auch bitter schmecken muß, wenn sie helfen soll.

Wer Bitterstoffe meidet, riskiert Verdauungsstörungen, Übergewicht und Stoffwechselkrankheiten

Ärzte und Heilpraktiker weisen auf die unübersehbaren Folgender Verbannung von Bitterstoffen aus der modernen Ernährung hin. Sie heißen Übergewicht, Verdauungsstörungen und Stoffwechselkrankheiten. Bitterstoffe in der Nahrung bringen nach den Erkenntnissen der Ernährungswisenschaft unschätzbare Vorteile mit sich: Sie führen z.B. rascher zum Sättigungsgefühl. Dadurch nehmen wir automatisch kleinere Portionen zu uns. Bitterstoffe in der Nahrung sorgen durch ihren intensiven Geschmack für ein rasch einsetzendes Fließen der Verdauungssäfte, wodurch auch der Sättigungsreiz beschleunigt eintritt.

Die Intensität des bitteren Geschmacks bewirkt darüber hinaus auch eine Begrenzung der Eßlust und des Hungers. Süße und bitterfreie Gerichte dagegen machen Lust auf immer mehr. Bittere Nahrungsmittel enthalten sehr viel weniger Kalorien als Süßspeisen und tragen dadurch zu einer schlanken Linie bei. Viele Bitterstoffe in unserer Ernährung haben früher dafür gesorgt, unser Nahrungsfett dorthin zu lenken, wo es auch hingehen sollte, nämlich zur Fettverbrennung und nicht in die Fettspeicher des Körpers.

Bikinifigur, Waschbrettbauch und Wohlfühlgewicht hängen demnach nicht von Diäten ab, sondern von den bitteren Stoffen in unserem Essen, die wegen ihres Geschmacks aus der modernen Ernährung fast völlig verschwunden sind. Früher gehörten sie selbstverständlich zum täglichen Speiseplan, kamen mit vielen Salaten, Gemüsen, Wurzeln und Kräutern auf den Tisch.

Die zunehmende Übersäuerung ist eine Folge von zu wenig Bitterstoffen in unserer Ernährung

Das Geheimnis der Bitterstoffe liegt darin, dass sie die gesamte Verdauungstätigkeit spürbar anregen. Die Magen- Darmbewegungen werden gesteigert, die Magenentleerung wird beschleunigt. Bitterstoffe stimulieren die Ausschüttung von Gallen- und Pankreassaft, verbessern so die Verdauung von Eiweißen, Kohlenhydraten und Fetten und wirken leicht abführend. Durch ihre verdauungsfördernde Wirkung vermindern Bitterstoffe gleichzeitig Blähungen und hemmen Gärungs- und Fäulnisprozesse im Darm.

Doch sie können noch viel mehr: durch eine Verbesserung der Resorption von Vitamin B12 aus dem Verdauungstrakt unterstützen Bitterstoffe sogar die Blutbildung. Sie fördern außerdem die Resorption der wertvollen fettlöslichen Vitamine A,D,E und K sowie von Eisen. Bitterstoffe regen die Basenbildung im Organismus an und wirken damit einer Übersäuerung des Körpers entgegen, die in unserer Zeit für viele Menschen zum Problem geworden ist.

Übersäuerung führt zu Gicht und Rheuma – Bitterstoffe können das Übel an der Wurzel packen.

Übersäuerung (Azidose) ist eine verbreitete Stoffwechselstörung, die als typische Zivilisationskrankheit auftritt. Sie ist für viele Beschwerden verantwortlich, von Rheuma über Gicht, Haarausfall, Hauterkrankungen, Müdigkeit, Nervosität, Abwehrschwäche, Kopfweh, mangelhafte Durchblutung, Neurodermitis und Allergien.

Bitterstoffe sorgen dafür, dass der Säureüberschuß im Gewebe des Körpers abgebaut und ausgeschieden werden kann. Die Tatsache, dass bittere Kräuter basische Eigenschaften haben, machen sie doppelt wertvoll. Sie stellen das Säure-Basen-Gleichgewicht wieder her. Außerdem sind sie ausgezeichnete Entschlackungsmittel. Sie fördern auf sanfte Weise die Ausscheidung von Giftstoffen, von Wasseransammlungen, Schlacken und Verschleimungen. Deshalb haben sie sich auch bei Fastenkuren ganz besonders bewährt. Bei einer Anwendung über ca. drei Wochen werden sämtliche Verdauungsorgane durch die bitteren Wirkstoffe gereinigt und regeneriert.

Einseitige Ernährung, zum Beispiel mit Fastfood, und Gifte aus der Umwelt können den Darm daran hindern, die Nahrung richtig zu verdauen. Es entstehen Schlacken in der Darmpassage, die nicht mehr abgebaut werden. Sie sind für Störungen der natürlichen Darmflora verantwortlich. In der medizinischen Fachsprache heißt diese Störung Dysbiose. Folgeerscheinungen sind Blähungen, Verstopfung, Durchfälle. Langfristig kann ein verschlackter Darm zu einer Selbstvergiftung des Körpers führen. Es kommt dann zu Krankheiten wie Gicht, Rheuma, Bluthochdruck usw.

Hier können Kräuter und Gemüse mit Bitterstoffen Abhilfe schaffen. Bitterstoffe aktivieren nämlich sämtliche basisch reagierenden Verdauungsdrüsen. Bitterstoffe stabilisieren die Verdauungsorgane und regen die Schleimhaut des Darms dazu an, verstärkt Stoffwechselschlacken auszuscheiden. Bitterstoffe wirken dabei wie ein „Schleimhaut-Training“. Die Schleimhäute ziehen sich durch den bitteren Geschmack zuerst zusammen und dehnen sich dann wieder aus. Dabei können Gifte, Stoffwechselschlacken, Viren und Bakterien sowie Pilze leichter abtransportiert und ausgeschieden werden. Das ist der Grund, warum Tiere immer wieder bittere Kräuter wie beispielsweise die Schafgarbe zu sich nehmen, wenn sie sich krank fühlen.

Zum kurmäßigen Einsatz bei Übersäuerung des Organismus und zur Stärkung der Verdauungsorgane werden von Ernährungsfachleuten Teemischungen mit Bitterstoffen empfohlen, z.B. mit Engelwurz, Benediktenkraut, Bitterklee, gelbem Enzian, Löwenzahn, Tausendgüldenkraut. Außerdem Kräuterbitter oder Schwedenbitter als Fertigpräparate. Sowohl Tees als auch Fertigprodukte sollten über einen längeren Zeitraum mehrmals täglich eingenommen werden.

Bitterstoffe: Löwenzahn entsäuert, ist schmackhaft, liefert Vitamin C und hebt die Stimmung

Besonders gut entsäuert Löwenzahn, in dem viele Bitterstoffe enthalten sind und der neben Vitamin C vor allem über viel Kalium verfügt, das neben Magnesium und Kalzium unentbehrlich ist für einen geregelten Herzschlag. Am besten schmeckt er als Salat mit etwas Öl und Essig zubereitet.

Dass auch die Psyche von einer Ernährung mit Bitterstoffen profitiert, dürfte für viele Menschen unserer Zeit die Überraschung schlechthin sein. Aber es ist erwiesen: Bitterstoffe sind Mutmacher. Bitterstoffe eignen sich aufgrund ihrer tonisierenden (kräftigenden) Eigenschaften gut für Menschen, die ihre Spannkraft verloren haben, lethargisch und antriebslos geworden sind, für Menschen mit „Null-Bock-Stimmung“ und Mangel an jeglicher Initiative. Bitterstoffe können in diesem Sinne auch bei depressiven Phasen unterstützend eingesetzt werden.

Regelmäßig eingenommen, so wurde auf dem bereits erwähnten Fachkongreß in Karlsruhe erklärt, können Bitterstoffe die Leber stärken, den Stoffwechsel verbessern und damit auch die Cholesterinwerte senken. Die beschleunigte Umwandlung von Nahrung in Energie durch Bitterkräuter regt auch die Nieren an und beeinflußt sogar den Blutzuckerspiegel positiv. Manche der Bitterstoffe, zum Beispiel das Glucosinolat Sinigrin (in Chicorée und Rosenkohl), soll sogar die Entstehung von Krebsvorläuferzellen unterdrücken.

Bitterstoffe, die unseren Nahrungsmitteln fehlen, sind seit 5.000 Jahren Bestandteil des Ayurveda

Bitter ist in unserer Ernährung heute nur noch Kaffee und Bier. In China und Indien dagegen schätzt man die erfrischenden und anregenden Wirkungen der Bitterstoffe sehr hoch ein. Die Zahl der Übergewichtigen in diesen Ländern ist nicht zuletzt auch deshalb verschwindend gering. Die gesundheitlichen Wirkungen der Bitterstoffe wurden schon vor 5000 Jahren in den alten indischen Schriften des Hinduismus, den Veden, gerühmt. In einer dieser Veden, dem Ayurveda, haben die Inder ihr Wissen vom gesunden und langen Leben niedergeschrieben, zu dem bittere Kräuter unverzichtbar gehören.

Kräuter mit Bitterstoffen gehören zu den ältesten und bekanntesten Heilpflanzen überhaupt. Der indische Ayurveda kennt rund 5.000, die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) sogar 6.000 Pflanzen, denen eine gesundheitsfördernde Wirkung zugesprochen wird. In der modernen pharmazeutischen Industrie werden allenfalls 250 Pflanzen medizinisch genutzt. Zum Beispiel die Chinarinde, die gelbe Enzianwurzel, Pommeranzenschalen und Tausendgüldenkraut.

In der Zeit des berühmten antiken Arztes Hippokrates, des Vaters der modernen Medizin, standen vor allem bittere Kräuterelixiere in hohem Ansehen. In unseren Breiten hat Hildegard von Bingen bitterstoffhaltige Kräuter und Kräuterauszüge in ihrer Medizin eingesetzt. Sie erkannte zum Beispiel, wie heilsam die Früchte der Mariendistel bei Krankheiten der Leber sind. Ob Pilzvergiftung oder Alkoholmißbrauch, die Mariendistel schützt und entgiftet dieses große und zentrale Organ unserer Gesundheit. Heute hat auch die Schulmedizin diese Wirkungen erkannt. In den Apotheken werden zahlreiche Präparate auf Basis der Mariendistel angeboten.

Der berühmte Arzt Paracelsus stellte im 16. Jahrhundert sein Elixier für ein langes Leben zu-sammen.. Es enthielt Bitterwurzeln, die kombiniert waren mit Aloe, Myrrhe und Safran. Diese Mischung ist übrigens auch das Grundrezept des heutigen „Schwedenbitters“. Maria Treben hat das Kräuterelixier durch ihre Veröffentlichung der „Apotheke Gottes“ in der ganzen Welt berühmt gemacht. Die Wirkung der Bitterstoffe auf den Verdauungstrakt hat man sich auch bei der Herstellung von Magen-Bitter-Kräuterschnäpsen zunutze gemacht, die nach einer reichhaltigen Mahlzeit bei Völlegefühl Erleichterung verschaffen.

Noch vor hundert Jahren war es in Europa selbstverständlich, dass Hausfrauen aus Kräutern des eigenen Gartens und der Umgebung Arzneien zubereiteten. Lindenblüten sammelte man gegen fiebrige Erkältungen im Winter, bittere Wurzeln setzte man mit Schnaps zu verdauungsfördernden Elixieren an. (Siehe Kasten „Schwedenbitter“). Besonders beliebt waren außerdem Ringelblumensalben für die äußere Anwendung, die aus den Blüten des Sommers gekocht wurden. Auch in der Ernährung spielten Heilkräuter aus Gärten und Fluren noch eine wesentlich größere Rolle. Aber auch Wildgemüse wie Bärlauch, Brunnenkresse und Brennessel, Salate aus Löwenzahn, wildem Ruccola und Wasserlinsen, Sauerampfer- und Kerbelsuppe bereicherten den Speisezettel.

Viele dieser Wildpflanzen enthalten neben Bitterstoffen weitere wertvolle Substanzen wie Mineralien und Vitamine in ungleich höheren Anteilen als Gartengemüse oder gar solches aus Treibhäusern und von weither transportierten Produkten.

Wird die Flut von immer neuen Medikamenten zur toxischen Zeitbombe?

Langsam beginnt durchzusickern, wie viele Krankheiten und Todesfälle durch zugelassene Medikamente und deren Nebenwirkungen entstehen. Es gibt Wissenschaftler, die sprechen bei den Erzeugnissen der Pharmaindustrie von einer „toxischen Zeitbombe“. Schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts gab es erste Warnhinweise. Der Mitbegründer der Pharmazeutischen Biologie, Alexander Tschirch, schrieb: „Wenn die Medizin sich an den Heilmitteln der chemischen Synthese den Magen gründlich verdorben und alle Organe des Tierkörpers durchprobiert haben wird, wird sie zu den ältesten Heilmitteln der Menschheit, den Heilpflanzen und Drogen, zurückkehren.“

Ob und wann dies tatsächlich der Fall sein wird, ist offen. Aber viele Menschen haben inzwischen für sich persönlich die Wende vollzogen. Sie entsinnen sich der Kräuter und Wildpflanzen zur vorbeugenden, gesunden Ernährung und zur Selbstmedikation bei vielerlei Beschwerden.

Was sind eigentlich Bitterstoffe?

Die bitteren Bestandteile der Pflanzen sind keine Nährstoffe. Man bezeichnet sie als sekundäre Pflanzenstoffe. Deren Wirkung wurde in der offiziellen Ernährungslehre lange überhaupt nicht beachtet, ähnlich den Pflanzenfarbstoffen, den Flavonoiden, die das Herz schützen (Wein, buntes Gemüse). Bisher sind rund 30.000 sekundäre Pflanzenstoffe bekannt, 10.000 davon kommen in unserer Nahrung und in den Kräutern vor. Die wichtigsten von ihnen sind neben dem Amarum, wie die Bitterstoffe im Lateinischen heißen, die ätherischen Öle, Flavonoide, Gerbstoffe und Schleimstoffe.

Die Bitterstoffe bilden eine eigene Wirkstoffklasse. Dazu gehört beispielsweise der in Enzianwurzeln enthaltene Bitterstoff Genitiopircin, das Absinthin im Wermut, das Vulgarin im Beifuß, sowie die im Hopfen enthaltenen Bitterstofe Humulon und Lupulon. Bitterstoffe sind chemisch sehr unterschiedlich strukturiert, aber eines haben sie alle gemeinsam: sie fördern die Verdauung. Denn sie verstärken die Produktion von Speichel und von Magensaft, regen Bauchspeicheldrüse, Leber und Gallenblase an. Bitterkräuter- und Gemüse leisten unter allen Pflanzen die wertvollste Hilfe für die Verdauung.

Die Substanz Amarogentin in der Wurzel des gelben Enzians ist der bitterste bekannte Naturstoff überhaupt. An zweiter Stelle rangiert das Wermutkraut. Auch das Tausendgüldenkraut mit seinen Secoiridoidglykosiden weist sehr hohe Bitterwerte auf, die allerdings bereits um das Fünfzehnfache niedriger sind als die des Enzians.

Der menschliche Verdauungstrakt ist etwa acht Meter lang. Der Darm allein nimmt mit fünf bis sieben Metern Länge eine Fläche von fast 400 Quadratmetern ein und ist damit das größte Organ des menschlichen Körpers. 80 Prozent des Immunsystems sind hier angesiedelt. Die Schleimhaut, die den Darm auskleidet, ist das wichtigste Verteidigungssystem des Organismus gegen Giftstoffe, Bakterien und Viren.

Entschlackung durch Darmbehandlungen kennt man schon sehr lange. Bereits die alten Ägypter und Inder heilten viele Krankheiten mit Darmreinigungen. Der griechische Arzt Hippokrates (460-377 v.Chr.) empfahl Fasten und bittere Kräuter als Vorbeuge- und Heilmethode gegen vielerlei Beschwerden. Paracelsus (1493-1541) verkündete im Mittelalter: „Der Tod sitzt im Darm“. Der Umkehrschluß lautet: Gesundheit kommt aus dem Darm – eine funktionierende Verdauung ist Grundvoraussetzung für ein gesundes Leben.

In jüngerer Zeit werden immer neue Erkenntnisse über die Wirkung von Bitterstoffen veröffentlicht. So weiß man seit kurzem, dass der in der Arnikapflanze enthaltene Bitterstoff Helenalin positive Wirkungen auf das Herz hat und zudem Haut- und Schleimhautreizungen günstig beeinflußt. Das Schafgarbenkraut kann durch die anregenden Effekte seiner Bitterstoffe und seiner ebenfalls enthaltenen ätherischen Öle krampfartige Unterleibsbeschwerden und schmerzhafte Regelblutungen lindern.

Sogar bei einer Therapie gegen Candidapilze sind bittere Kräuter sehr hilfreich. Sie vermindern nämlich den Heißhunger auf Süßes - ein Verlangen, das als typische Begleiterscheinung von Antipilzdiäten zu beobachten ist. Auf Zucker, Fett, Weißmehl, Alkohol, die als bevorzugte Nährböden für den Candida-Pilz dienen, kann so eher verzichtet werden.

Heimische Bitterkräuter, ihre Wirkung und Anwendung

Baldrian (Katzenkraut)

Die über hüfthoch wachsende Pflanze enthält Bitterstoffe, die im Zusammenspiel mit den ebenfalls enthaltenen ätherischen Ölen auf die Gehirnzellen wirken und Streß, Nervosität und Angst abbauen. Baldrian beruhigt, aber macht nicht schläfrig, deshalb kann er auch beim Autofahren und vor Prüfungen eingenommen werden. Praktisch sind Baldriankapseln oder Baldriantinktur aus dem Reformhaus oder der Apotheke. Der besondere Tip: Baldrianpulver auf ein Pausenbrot oder übers Müsli beruhigt und nimmt Prüfungsängste.

Beifuß (auch Gänsekraut, Wilder Wermut)

Bis 150 Zentimeter hohe, weitverbreitete Pflanze, an Wegrändern und Schutthalden zu finden. Bittergewürz zur Verbesserung der Bekömmlichkeit von fetten Speisen (Gänsebraten). Verdauungsfördernd. Hilft gegen Mundgeruch, Durchfall, Hämorrhoiden, Nasen-, Gallen und Leberleiden. Wurzelsud ist gut gegen seelische Verstimmungen und Schlaflosigkeit. Zubereitung als Tee, Gewürz und Wurzelsud.

Hopfen (Wilder Hopfen)

Schlinggewächs, das bis zu sechs Meter hoch klettert. Zu finden in lichten Auwäldern, an feuchten Gebüschen, Waldrändern und Hecken. Ist antibakteriell, beruhigend, schlaffördernd und hilft bei Blasen- und Nierenleiden. Zubereitung: Als Tee aufbrühen oder zwei bis drei Dolden in ein Glas Bier geben zur Geschmacksverstärkung und Beruhigung.

Löwenzahn (Kuhblume, Pusteblume)

Wächst überall auf Wiesen und Feldern. Seine Bitterstoffe sind verdauungsfördernd, bindegewebsstärkend, harntreibend, entschlackend. Gut gegen Gicht und rheumatische Beschwerden. Kann die Neubildung von Gallensteinen verhindern. Zubereitung: Im Frühjahr und Sommer finden die jungen, nachwachsenden Blätter Verwendung als schmackhafter Salat. Gut geeignet für Frühjahrskuren. Löwenzahntee kann Magenbeschwerden lindern.

Pfefferminze

Ihre Wirkungen sind sehr vielfältig. Sie ist entzündungshemmend, keimtötend, galletreibend, krampflösend, schmerzstillend. Das Kraut findet vor allem als Pfefferminztee Verwendung und hilft bei Blähungen, Durchfall, Gallenbeschwerden, Magenschmerzen, Übelkeit, Brechreiz, Schlaflosigkeit, Kopfschmerzen, schmerzhafte Regel und Erkältungskrankheiten. Das beliebte Hausmittel enthält neben ätherischen Ölen, Gerbstoffen und Enzymen auch eine Reihe von Bitterstoffen.

Schafgarbe (Bauchwehkraut, Fasankraut)

Man findet sie an Ackerrändern, auf Wiesen und sonnigen Berghängen. Die Schafgarbe enthält Bitterstoffe, ätherische Öle, Flavonoide und das Mineral Kalium. Neben verdauungsfördernden Wirkungen kann sie auch mit belebenden, blutstillenden (mit Preßsaft einreiben) und wundheilenden und entblähenden Eigenschaften aufwarten. Auch bei Blasen- und Nierenerkrankungen sowie beim prämenstruellen Syndrom ist sie sehr hilfreich. Für die Verdauung überbrüht man zwei Teelöffel Schafgarbenkraut und läßt es zehn Minuten ziehen. Schafgarbenextrakte gibt es auch als Fertigarznei und als Badezusatz.

Wegwarte (Sonnenwirbel, Zichorie)

Sie wächst vor allem an Wegrändern und Böschungen, wird bis zu 150 Zentimeter hoch und trägt von Juli bis Oktober hellblaue Blüten, die sich nur bei Sonnenschein einige Stunden öffnen. Die getrockneten und gerösteten Wurzeln können zermahlen als Kaffee-Ersatz verwendet werden (Blümchenkaffee). Tees aus dem Kraut der Wegwarte (ca. 15 Gramm pro Liter Wasser) helfen bei Nieren- und Gallenleiden, werden gegen Gelbsucht, Rotlauf und Fieber angewandt und haben eine abführende Wirkung. Im Mittelalter schätzte man besonders die anregende Wirkung von Wegwarte-Tees. Bis heute tränkt man damit auch Wickel und Kompressen gegen Hautunreinheiten.

Weitere wichtige Bitterstoffkräuter der heimischen Flora

Sauerampfer, Liebstöckel (auch als Maggikraut bekannt), Lorbeerblätter, Kerbel, Majoran, Rosmarin und Estragon. Sie geben den Speisen eine ganz eigene herbe Note, so dass der Bitterstoff hier auch zum reizvollen Geschmacksstoff wird.

Bitterstoffe finden sich in heimischen bitteren Salaten und Gemüse, zum Beispiel in RadicchioBitterstoffe finden sich in heimischen bitteren Salaten und Gemüse, zum Beispiel in Radicchio

Heimische bittere Salate und Gemüse und deren Wirkung

Chicorée

Chicorée wird in zwei Etappen herangezogen. Zunächst wächst die Pflanze aus der Zichorienfamilie (zu der auch Wegwarte, Radiccio und Endivien gehören) als Rübe im Freiland, bis sich ausreichend Blatt- und Wurzelmasse gebildet hat. Ihre im Freien grünen Blätter werden im Herbst abgeschnitten und verfüttert. Die Wurzeln rodet man und verpflanzt sie in klimatisierte, vor Lichteinfall geschützte Treibräume. In der Dunkelheit treibt die Wurzel den bekannten, länglich-ovalen Sproß ohne Blattgrün aus.

Charakteristisch für den Chicorée ist sein herbfrischer Bittergeschmack. Er zählt zu den besonders wertvollen Gemüsearten. Chicorée ist arm an Kalorien, er enthält Mineralstoffe und Spurenelemente wie z. B. Kalium, Magnesium und Mangan und ist im Winter auch ein wichtiger Vitaminlieferant. Chicorée weist einen relativ hohen Gehalt an Betacarotin auf, das wegen seiner antioxidativen Wirkung den gefährlichen Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorbeugt und sogar vor Krebs schützen soll. Zubereiten läßt er sich als Gemüse und als Salat.

Die Bitterstoffe des Chicorées unterstützen Leber und Galle, sorgen für gesunde Darmflora, stimulieren Magensäfte, aktivieren Milz und Bauchspeicheldrüse, senken Cholesterin und hohen Blutdruck. Die besten Bitterstoffe sitzen im Mittelkeil am Wurzelende. Sie sollte man also nicht wegschneiden.

Radiccio

Der Radicchio ist eine italienische Züchtung aus der Zichorienfamilie und eng mit dem Chicorée und dem Endiviensalat verwandt. Typisch sind seine dunkel- bis violettrote Farbe, die faustgroßen, lockeren Köpfe und der angenehme Bittergeschmack. Dieser sehr dekorative Salat eignet sich vor allem zum Mischen mit anderen Salaten und Gemüsen.

Rucola

Rucola ist eine alte Kulturpflanze aus dem Mittelmeerraum. Schon die Römer schätzten sie aufgrund ihres herben Geschmacks und des hohen Ölgehaltes ihrer Samen. Heute wird dieser Salat weltweit angebaut. Er zählt zu den teuren Salatsorten. Seine grünen Blätter sind gefiedert und gezackt, ähnlich den Löwenzahnblättern. Der Rucola ist bekannt und beliebt für seinen extravaganten scharf-pfeffrigen Geschmack. Dieser Salat enthält wertvolle Mineralstoffe und ist besonders reich an Vitamin C. Die Bitterstoffe und scharfen Senföle wirken bakterientötend und stärken die Abwehrkräfte.

Endivien

Bei der Endivie, einer Angehörigen der Zichorienfamilie, werden je nach der Blattform verschiedene Sorten unterschieden: Escariol oder glatte Endivien haben breite, nur leicht gekrauste Blätter. Frisée oder krauser Endivien hat gekräuselte, geschlitzte oder gefiederte Blätter. Die weit geöffneten Köpfe der Endivien changieren farblich von gelb über hell- und dunkelgrün bis rötlich und haben ein zartgelbes Herz. Endivien schmecken pikant und wegen des Inhaltsstoffes Intybin angenehm bitter herb. Dieser Bitterstoff macht den Salat besonders wertvoll. Er kann roh oder gedünstet gegessen werden.

Ernährungsphysiologisch bedeutend ist der relativ hohen Gehalt an Flavonoiden in Endivien. Diese zählen zu den sekundären Pflanzeninhaltsstoffen und haben eine antioxidative Wirkung, wodurch sie vor Krebserkrankungen und Herz-Kreislauferkrankungen schützen können. Außerdem wirken sie entzündungshemmend und stärken das körpereigene Immunsystem.

Rosenkohl

Seine Bitterstoffe haben eine ganz ähnliche Wirkung wie die des Chicorée. Auch dem Rosenkohl werden krebshemmende Eigenschaften bescheinigt. Verantwortlich dafür sind Abbauprodukte des Glucosinolats Sinigrin. Es schmeckt äußerst bitter und wurde daher aus vielen Rosenkohlsorten bereits herausgezüchtet. Rosenkohl enthält neben den wertvollen Bitterstoffen außerdem viel Vitamin B und C, Kalium und eine Menge Ballaststoffe. Spezielle Nährstoffkombinationen in den Blättchen sollen die Konzentrationsfähigkeit fördern und die Nerven beruhigen.

Broccoli

Auch Broccoli enthält den Bitterstoff Sinigrin, allerdings von Natur aus weniger als der Rosenkohl. Aber auch er gilt als ein vor Krebs schützendes Gemüse.

Die Artischocke – ein besonders wertvoller Exote

Die Artischocke ist ein Blütengemüse. Das Ursprungsland der Artischocke ist nicht genau bekannt. Doch schon 500 v. Chr. galt sie bei den Ägyptern und Römern als teure Delikatesse Heute wird das frostempfindliche Gemüse rund um das Mittelmeer angebaut Vor allem in Portugal, Spanien, Frankreich, Italien, Griechenland, der Türkei, Israel, Ägypten, Algerien und Marokko. Die Artischocke wird ganzjährig im Handel angeboten, da sie in fast jedem Anbauland zu unterschiedlichen Zeiten geerntet wird.

Die mit der Distel verwandte Artischockenpflanze bildet bis zu zwei Meter hohe Stauden. Zum Verzehr eignen sich aber nur die Blütenknospen und ein kurzes Stück des Stiels. Die Blütenblätter bilden rundliche oder längliche Knospen, die an einen Pinienzapfen erinnern. Je nach Sorte können sie bis zu 500 Gramm wiegen. Die Blattfarbe variiert zwischen grün, violett und rotbraun.

Ihren feinen Geschmack verdankt die Artischocke vor allem dem Inhaltsstoff Cynarin. Dieser Bitterstoff verleiht dem Gemüse seinen herben Geschmack. Er wirkt cholesterinsenkend, beugt Gallensteinen vor und regt den Gallenabfluß aus der Leber an. Die Artischocke ist außerdem reich an den Vitaminen C und B1, dem Provitamin A, sowie den Mineralien Eisen, Calcium und Magnesium. Außerdem enthält sie das Kohlenhydrat Inulin, einen löslichen Ballaststoff, der für die Darmgesundheit sehr wertvoll ist und ein angenehmes Sättigungsgefühl vermitteln kann.

Wo bitterstoffhaltige Lebensmittel helfen

Bitterstoffe haben ein breites Wirkungsspektrum. Nicht alle Einsatzgebiete sind jeweils einer einzelnen Pflanze und ihren Bitterstoffen zuzuordnen. Oft sind es Wirkstoffkombinationen, die Hilfe bringen. Vieles resultiert aus Erfahrung. Bei Hautekzemen hat sich zum Beispiel die äußerliche Anwendung mit dem Beifußkraut als Tee-Kompresse bewährt. Schafgarbenpräparate und Schafgarbentees helfen bei Fieber, bei Schlaflosigkeit und fördern die Wundheilung. Bei all den folgenden Problemen haben sich bitterstoffhaltige Kräuter, Gemüse und Salate bestens bewährt:

Magen- Darmstörungen:

  • Sodbrennen
  • Völlegfühl nach üppigen Mahlzeiten
  • Blähungen
  • Gastritis
  • Leber-, Darm- und Gallenblasenentzündungen
  • Durchfall
  • Verstopfung
  • Übelkeit
  • Reisekrankheit
  • Pilz- und Parasitenbefall des Darms

Geschwächte Immunabwehr:

  • Erschöpfung, Frühjahrsmüdigkeit, chronische Müdigkeit
  • Erkältungskrankheiten
  • Allgemeine Infektanfälligkeit
  • Verzögerte Wundheilung
  • Rheuma und Gicht
  • Halsentzündungen
  • Zahnfleischentzündungen
  • Mundschleimhautentzündungen
  • Mundgeruch

Herz- Kreislauferkrankungen:

  • Erhöhte Blutfettwerte
  • Arteriosklerose
  • Wechseljahresbeschwerden
  • Durchblutungsstörungen

Stoffwechselerkrankungen:

  • Übergewicht
  • Diabetes mellitus
  • Übersäuerung des Organismus

Hautkrankheiten:

  • Akne
  • Zellulite
  • Ekzeme
  • Neurodermitis
  • Insektenstiche

Schmerzen des Bewegungsapparates:

  • Muskel- und Gelenkschmerzen
  • Schulter- und Knieschmerzen
  • Sehnenscheidenentzündungen

Psychische Probleme:

  • Schlafstörungen
  • Angstzustände, Unruhe, Nervosität
  • Depressive Verstimmungen
  • Konzentrationsschwäche
  • Spannungskopfschmerz


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