Fünf neue Tipps gegen Verstopfung

Fünf neue Tipps gegen Verstopfung

Gegen Verstopfung lässt sich leicht etwas tun. Wir haben fünf neue Tipps gegen den trägen Darm für Sie.

Tipp 1: Auf die Wirkung von Medikamenten achten

Zu den häufigsten Gründen einer chronischen Verstopfung gehört die „medikamentös induzierte Obstipation“, das heißt die Nebenwirkung einer Medikamenteneinnahme. Es ist also für Menschen, die an Verstopfung leiden oder dazu neigen besonders wichtig, die Beipackzettel ihrer Medikamente zu lesen. Sollte Obstipation oder Darmträgheit oder ganz allgemein Verdauungsstörungen als Nebenwirkung angegeben sein, sprechen Sie mit Ihrem Arzt darüber, ob diese Nebenwirkungen bei Ihnen für eine Verstopfung verantwortlich sein könnten. Gegebenenfalls kann der Arzt prüfen, ob er Ihnen nicht ein anderes Medikament, das weniger Nebenwirkungen auf die Verdauung hat, verschreiben kann.

Tipp 2: Über mögliche Operationsfolgen mit dem Arzt sprechen

Durch Operationen kann es im Bauchraum zu Verwachsungen kommen, bei denen zum Beispiel der Darm sich an die Bauchwand anheftet und dadurch in seiner Funktion beeinträchtigt wird. Manchmal kann eine Operation (ein sog. Scherenschnitt) den Darm befreien und so die Verdauung wieder normalisieren. Man sollte also auch an solche Ursachen denken und darüber mit dem Arzt sprechen, wenn eine chronische Verstopfung das Wohlbefinden und die Gesundheit beeinträchtigen.

Tipp 3: Das Leiden Verstopfung nicht verheimlichen

Jeder Mensch kennt seinen eigenen Körper am längsten und am besten. Der Arzt hat oft nur wenige Minuten Zeit, eine erste Untersuchung vorzunehmen. Er ist also darauf angewiesen, dass Patienten ihm möglichst genau und ohne falsche Scham schildern, was sich in ihrem Körper abspielt. Sprechen Sie also offen darüber, was beim Stuhlentleerungsprozess bei Ihnen nicht funktioniert und wie genau sich der Vorgang abspielt. Da der Analkanal zum Beispiel durch das Absinken eines Unterbauchorgans blockiert sein kann, ist möglicherweise eine gründliche Untersuchung erforderlich. Doch diese Entscheidung wird der Arzt nur treffen können, wenn er möglichst genau über Ihre Symptome informiert ist.

Tipp 4: Bei Verstopfung immer auch an die Schilddrüse denken

Die Schilddrüse - das schmetterlingsförmige kleine Steuerungsorgan unterhalb des Kehlkopfes - bestimmt nahezu alle Prozesse im menschlichen Organismus. Doch in der Gesundheitsvorsorge wird die Schilddrüse oft sträflich vernachlässigt. Für eine chronische Verstopfung ist aber nicht selten gerade die Schilddrüse verantwortlich. Bei einer Unterfunktion (Hypothyreose) dieses Steuerungsorgans werden zu wenige Schilddrüsenhormone gebildet. Dadurch ist der gesamte Stoffwechsel im Körper beeinträchtigt, und das betrifft auch die Verdauung.

Verstopfung kann sehr lästig sein. Unsere fünf neuen Tipps helfen gegen das Volksleiden. (Fotro: Michael Ottersbach/pixelio) Verstopfung kann sehr lästig sein. Unsere fünf neuen Tipps helfen gegen das Volksleiden. (Fotro: Michael Ottersbach/pixelio)

Auffallend ist, dass Frauen zwei bis dreimal häufiger an der Schilddrüse erkranken als Männer. Verantwortlich dafür sind die weiblichen Geschlechtshormone, die Östrogene. Sie bringen in bestimmten Situationen den Stoffwechsel der Schilddrüse durcheinander. Das beginnt bereits in der Pubertät, mit dem ersten großen Hormonschub. Auch bei einem Kinderwunsch können solche Störungen problematisch werden. Vielleicht ist es deshalb gar nicht so verwunderlich, dass die Verdauungsprobleme, von Darmträgheit bis hin zur Verstopfung, bei Frauen wesentlich häufiger sind als bei Männern. Bei chronischer Verstopfung sollte man also nicht einfach auf die Reklame für Abführtropfen im Fernsehen vertrauen, sondern auch die Schilddrüsenfunktion überprüfen lassen. Häufiges Frieren, trockene Haut, brüchige Nägel und Haare oder ein verlangsamter Puls sind Anzeichen für eine Unterfunktion der Schilddrüse.

Tipp 5: Stress vermeiden oder bekämpfen

Nicht selten sind psychische Gründe für eine Verstopfung verantwortlich. Das fängt oft schon im Schulalter an, wenn Kinder die Toiletten in ihrer Schule nicht aufsuchen mögen, und unter großen Anstrengungen einer Stuhlverhaltung warten, bis sie auf dem heimischen Klo ihrem Drang nachgeben können.

Derartiger Stress aber auch depressive Symptome tragen zu einer chronischen Verstopfung bei. Denn damit der hochsensible Darm optimal funktionieren kann, müssen Psyche und Körper gut harmonieren. Daran sollte man auch denken, wenn jetzt in den kurzen trüben Tagen des Herbstes und des Winters plötzlich die Verdauung nicht mehr so richtig funktioniert. Ein Viertel der Bevölkerung verspürt diese saisonalen Stimmungsschwankungen die in der Fachsprache auch als saisonal abhängige Depression (SAD) bezeichnet werden.

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Ein kostenloses PDF mit weiterführenden Experten-Informationen zum Thema chronische Verstopfung finden Sie hier zum Download.

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